Wenn's draußen stürmt und schneit dann ist es höchste Zeit. Zeit für die letzten Inselnachrichten diesen Jahres. Der norwegische Ministerpräsident ist wegen der Entdeckung des Südpols vor 100 Jahren gerade am am anderen Ende der Welt und trotzdem läuft hier kurz vor dem Nordpol alles wie geschmiert.

Backe. Backe, Kuchen ...

 

Das heißt nicht ganz: Denn Norwegen wird von einer ernsthaften Krise erschüttert: Die Butterkrise. Um eine Überproduktion zu verhindern, darf jeder Bauer nur eine bestimmte Menge Milch verkaufen und hält dem entsprechend auch nur eine bestimmte Anzahl Kühe, die normalerweise eine bestimmte Menge Milch von annähern gleicher Qualität geben. Sinkt dann allerdings durch einen extrem verregneten Sommer wie 2011 die Qualität der Milch und die Bevölkerung bekommt gleichzeitig wegen irgendwelcher Diäten und aus anderen Ursachen auch mehr Hunger auf Butter, dann haben wir ein Problem. Dieses Problem äußert sich in leeren Regalen und Hamsterkäufen, wenn es doch einmal etwas gibt. Auch der Zoll sucht neuerdings nicht nur nach Alkohol sondern auch nach Butter. Gefährliche Hehlerware...

 

Ungeduldig haben wir dieses Jahr auf den Advent gewartet. Endlich konnten die Räuchermännl raus, Pyramidenlicht, Plätzchen und Stollen. Und endlich konnten wir basteln und jede Menge Glitzerkram im Haus verteilen.

Der Schnee läßt auf sich warten. Und der Schnee, der kam war nass und schwer und gefror schon am nächsten Tag zu Eis und machte die Straßen tagelang zu Rutschbahnen. Sieht nicht aus wie weiße Weihnachten.

Der erste Advent wird hier mit einem Adventskonzert in der Kirche eingeläutet. Da spielt und singt alles was auf Haramsøy und Longva irgendwie mit Musik beschäftigt ist: die Bigband, die zwei Schulkorps der 2 Inseln, der Kinderkirchenchor und der „Dorfchor“. Anschließend geht’s zum Anzünden des Weihnachtsbaumes auf dem Dorfplatz. Es gibt Gløgg, eine Art Glühwein, aber ohne Wein natürlich. Dieses Jahr hat ja Paul im Schulorchester mitgespielt und ganz tapfer im Sturm und Regen ausgehalten. Nur leider hat es den Baum schon am zweiten Advent im Sturm umgeweht.

Eine schöne Tradition hier ist das Feiern des Luciatages am 13.12.. Die Kinder des Kinderchores sind alle weißgekleidet und ziehen singend und mit (elektrischen) Kerzen in den Händen durch den Ort. Sie wandern zum Altenheim und singen dort für und mit den Alten und verteilen „Lussikatter“, ein kleines Gebäck. Lucia ist eigentlich eine italienische Heilige und das Feiern dieses Tages eine katholische Tradition die sich in Skandinavien immer gehalten hat. Lucia bedeutet Licht und passt somit gut in die dunkle Adventszeit hier und gibt einen guten Anlass zum Lichteln.

Ein ganz anderes Licht seht ihr auf dem Bild unten - wir nennen es „Auge von Mordor“- aus dem Film „Herr der Ringe“ ;-) Sieht aus wie ein toller Sonnenuntergang, ist es aber nicht. Was zu sehen ist ist Ormen Lange- die Anlandungsstation für Erdgas auf Aukra. Dort kommen die Leitungen von den Erdgas -und Ölplattformen an Land. Alle paar Monate fackeln sie dort Gas ab, in einer riesigen Flamme. Warum wissen wir nicht genau- vielleicht technische Probleme, Rohre reinigen oder zuviel auf Lager und jetzt muss es weg??

Ansonsten habe ich es endlich geschafft ein schönes Robbenbild zu machen und will es Euch nicht vorenthalten. Bei schönem Wetter sitzen die Robben auf den Ufersteinen und wärmen sich in den 3 Sonnenstrahlen. Sie sind nur in den Herbst und Wintermonaten zu sehen und halten sich in der Nähe der Brücken zwischen den Inseln auf. Bei ein- oder auslaufendem Wasser müssen die Fische, die mit dem Strom schwimmen, drunter durch und sind dann für die Robben leichte Beute.

Diesmal wird es kurz, aber es wird.

Wir wünschen Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2012.

 

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