Drucken

Probekatechese

Thema: Gebetshaltungen

Eine Unterrichtsstunde (60 min) aus einer Einheit zum  Thema „Gebet“.

vorgelegt von: Michael Hoffmann

Jena, den 24. Juni 1997

 

 

 

 

Gliederung

Gliederung.. 1

1.          Gruppenbeschreibung.. 1

1.1.       Allgemein.. 1

1.2.       Beschreibung der Gruppe in Bezug auf das Thema.. 4

2.          Theologische und religionswissenschaftliche Gesichtspunkte zum Thema.. 6

3.      Sozialwissenschaftliche Gesichtspunkte.. 8

3.1.       Konzentration.. 8

3.2.       Dialog.. 10

4.      Eigene Intentionen.. 12

5.      Kontext der Stunde.. 12

6.      Stundenentwurf.. 13

6.1.       Allgemein.. 13

6.2.       Methodische Überlegungen.. 13

6.3.       Ablaufplan.. 15

7. Literaturverzeichnis. 19

Anhänge.. 20

Anhang I. 20

Anhang II

 . 23


1.   Gruppenbeschreibung

1.1.     Allgemein

Zur Winzerlaer Vorkonfirmandengruppe des Jahres 1996/97 gehören im Mai 1997 neun junge Jugendliche. Diese Gruppe besteht aus 4 „Pärchen“ gleichen Geschlechtes, die jeweils gemeinsam in eine Schulklasse gehen. Zu diesen 3 Mädchenpärchen und dem einem Jungenpaar ist in meiner ersten Hospitationsstunde am 27. Mai noch ein Außenseiter, Marko, hinzugekommen, der eine Lernbehindertenschule besucht. Die bis dahin bestehende Gruppe ist nach Angaben von Frau Pastorin Seibt auch erst im Sommer 1996 das erste Mal als Gruppe zusammengekommen. Zu dieser Ursprungsgruppe gehörte allerdings anfangs noch ein weiterer Junge, der allerdings im Winter 1997 aufgrund einer schulischen Rückstufung auf eigenen Willen die Gruppe verließ und wahrscheinlich zur nächsten Vorkonfirmandengruppe gehören wird. Die Jugendlichen wohnen im Neubaugebiet Jena-Winzerla, einer von mehreren Jenaer Plattensiedlungen. Diese gehört zum Gemeindebereich Jena-Süd, der von Pfarrer Nolde,  Frau Pastorin Seibt und 4 hauptamtlichen Mitarbeitern auf zukünftig zwei Stellen betreut wird. Dabei hat Frau Seibt als Seelsorgebezirk den Bereich des alten Dorfes und des Neubaugebietes Winzerla und den zwischen Lobeda und Winzerla gelegenen Bereich Burgau übernommen. Herr Pfarrer Nolde betreut den Bereich Lichtenhain seelsorgerisch.

Der Konfirmandenunterricht wird gemeinsam und gleichzeitig in Lobeda gehalten, dabei übernehmen die Pastorin und der Pfarrer jeweils abwechselnd  einen zweijährigen Kurs. Als Lehrmaterial benutzen sie ein von der Agentur des Rauhen Hauses in Hamburg herausgegebenes Material „Meine Welt – mein Leben – mein Glaube“. Dieses Material besteht aus mehreren Arbeitsblättern zu verschieden Themen, ist gut mit Fotos illustriert, weist allerdings die Schwäche einer häufig den Jugendlichen nicht angemessenen Sprache in den Texten auf. Die Arbeitsblätter dienen nach Angabe von Frau Pastorin Seibt als „Leitlinien“. Aufgrund einer Kehlkopfoperation von Frau Seibt wird in der Gruppe nicht gesungen.

Die für die Gemeinde relativ kleine Gruppe von 9 Vorkonfirmanden – die vor kurzem konfirmierte Gruppe brachte es auf immerhin 19 – ist mit einem Unterschriftenkärtchen „bewaffnet“ zu 7 Gottesdienstbesuchen in einem Unterrichtsjahr verpflichtet. Während  manche diesen „Plan“ übererfüllen, haben andere große Mühe damit.

Unter den Vorkonfirmandinnen fällt – nicht nur durch ihren seltenen Namen – Franze auf. Sie scheint als einzige ein wirklich an die Gemeinde gebundenes Elternhaus zu besitzen. Die Familie gehört zu den Lesern des Kirchenblättchens, und ihr war beim Thema Tischgebet als einziger der Wortlaut eines solchen bekannt. Sie bildet gemeinsam mit Sandra, mit der sie eine Schulklasse besucht, eine Gruppe. In dieser Gruppe ist sie klar die Meinungsführerin, aber auch auf die anderen, besonders auf die Gruppe von Jana und Stefanie, kann sie Einfluß ausüben. Die dritte Gruppe, Anika und Claudia, ist durch die Unsicherheit und „Kichrichkeit“ der Meinungsführerin Anika gekennzeichnet. In der Jungengruppe ist Tazilo der Lebhaftere, der gerne Möglichkeiten zu Diskussion mit Franze aber auch mit Anika nutzt, ein wenig vorlaut sein kann und gegenüber  Lars klar die Meinungsführerschaft  inne hat. Er versucht zuweilen den Unterricht zu stören.

Bemerkenswert in der Winzerlaer Gruppe ist die Pärchenbildung, deren Basis jeweils die gemeinsam besuchte Schulklasse ist. Das heißt, die Schulklasse scheint für diese Vorkonfirmanden ihre Bezugsgruppe zu sein. Dabei fällt auf, daß die Pärchen jeweils gleichgeschlechtlich sind. Dies läßt darauf schließen, daß die Partnerwahl für diese Jugendlichen noch kein Thema zu sein scheint. Vielmehr befinden sie sich am Beginn der Suche nach einer sie ansprechenden Gruppe. Andeutungen dazu lassen sich in den Gesprächen der Mädchen vor Unterrichtsbeginn finden, deren Inhalt nicht die jeweilige Klasse, sondern die gesamte Schule, die Lehrer und Schüler und Schülerinnen anderer Klassen sind. Auch brechen die Mädchenpärchen in den Sitzordnungen teilweise schon auf. Gleichzeitig ist eine sich entwickelnde Faszination des anderen Geschlechtes besonders in den Gesprächen zwischen Tazilo und Franze zu beobachten.[1] Dafür ist sicher auch förderlich, daß Tazilo und Franze gemeinsam eine Schule besuchen. Die anderen Gruppen haben zwar gemeinsame Lehrer als Gesprächsbasis, gehen aber zu verschiedenen Schulen.

Eine besondere Rolle in der Gruppe spielt Marko. Er hat die Rolle des Außenseiters inne. Dies ist durch mehrere Faktoren bedingt: Zum einen kam er erst später in die Gruppe und ist mit seinen 15 Jahren etwas älter als der Rest. Zum anderen ist er lernbehindert und sehr verschlossen und hat zu keinem der Pärchen eine Beziehung. Dabei muß der Gruppe zu Gute gehalten werden, daß er nicht abgelehnt, sondern eher ignoriert wird. Dies dürfte aber zu einem weiteren „Sich-Zurückziehen“ Markos[2] führen und eine Öffnung zumindest erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen. Dennoch kann Markos Entwicklung die Entwicklung der gesamten Gruppe beeinflussen, da er außerhalb der relativ fest gefügten Strukturen steht. Ihm muß besonders viel Aufmerksamkeit zugewandt werden. Dies war in den Hospitationsstunden besonders meine Aufgabe. Dabei bemerkte ich, daß er zwar schreiben kann, dies ihm aber nicht besonders leicht fällt, ebenso verhält es sich mit dem lauten Vorlesen, das von ihm nicht unbedingt gefordert werden sollte.

Die Vorkonfirmandengruppe scheint trotz eines jährlich von Herrn Nolde und Frau Seibt für Konfirmanden und Vorkonfirmanden durchgeführten gemeinsamen Rüstzeitwochenendes über ihre schulischen Zusammenhänge hinaus keine weiteren gemeinsamen Gruppenaktivitäten zu haben. Die Mitarbeit ist ziemlich schlecht, mit Ausnahme von Franze und Tazilo muß den meisten oft jede Wort förmlich „aus der Nase gezogen“ werden.

Die Ursache für die mangelnde Beteiligung an Unterrichtsgesprächen könnte mehrere Ursachen haben: Zum einen die fehlende Sicherheit, das Abtasten, die für die Zeit der Umbrüche, in der sich die 12 und 13jährigen befinden, charakteristisch sind. Dies und die zusätzliche Unsicherheit durch den Gebrauch einer „kirchlichen Sprache“, die nicht ihre Alltagssprache ist, sowie eine gewisse Angst gegenüber der Pastorin etwas Falsches zu sagen, und von dieser korrigiert und so vor der Gruppe blamiert zu werden, können ein Aspekt sein. Ein anderer kann der mehr oder minder puren Desinteresses sein, wenn das Thema die Jugendlichen nicht erreicht, es nicht gelingt, eine glaubhafte Beziehung zwischen dem Thema und den Konfirmanden und ihrer Welt herzustellen.

Die Disziplin der Gruppe ist sehr unterschiedlich und nahezu proportional zum Grad der Beschäftigung. Der gesamte Konfirmandenunterricht findet in einem Gebäudeteil mit eigenem Eingang in Winzerla statt, der vor ca. drei Jahren von der Kirchgemeinde angemietet wurde und bis dahin wohl als Kindergarten diente. In dem Gebäude befindet sich nun neben der Kirchgemeinde auch eine Anlaufstelle der Volkssolidarität. Der Unterricht findet in einem kärglich ausgestatteten relativ großen Raum dieses Gebäudes statt. Neben einigen niedrigen und halbhohen Schränken an den Wänden, wird dieser Raum mit Ausnahme von wenigen Zeugnissen kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit allein von einem sechseckigen Tisch mit mehreren Stühlen gefüllt. Dieser befindet sich diagonal der Tür gegenüber. Die Leere des Raumes scheint sich oft auch in den Köpfen der Kinder widerzuspiegeln.

Die Eltern der Konfirmanden scheinen im Rahmen der Gruppe keine oder nur eine minimale Rolle zu spielen, nur Markos Vater trat in den Hospitationsstunden in Erscheinung, als er Marko zu dessen erster Unterrichtsstunde brachte. Sicher ist aber der Wunsch ihrer Eltern bei fast allen zumindest einer der Hauptgründe den Konfirmandenunterricht zu besuchen.

Nicht alle besuchen immer den Vorkonfirmandenuntericht, fast immer fehlt mindestens einer oder eine der Jugendlichen. Die Regel ist dabei entschuldigtes Fehlen, aber nicht selten bleibt auch eine Entschuldigung aus.


 

 


 

 

 

1.2.     Beschreibung der Gruppe in Bezug auf das Thema

Zu Beten – das ist für die Vorkonfirmandengruppe ein Problem. Das Gebet ist fast nur aus dem Gottesdienst, bei Franze wohl mehr von den Großeltern her, und dem Vaterunser zu Beschluß der Unterrichtsstunde ein Begriff. Selbst und/oder frei scheinen die Jugendlichen kaum zu beten. Zum Beten scheint ihnen nur die klassische mitteleuropäische  Gebetshaltung, mit gefalteten Händen und gesenktem Kopf ein Begriff zu sein. Das Vaterunser, das für gewöhnlich zum Beschluß der Stunde gemeinsam gebetet wird, scheinen nicht alle auswendig zu können, denn es wird vielfach aus den Konfirmandenmappen oder der Bibel abgelesen.  Werden im Unterricht Gebete gelesen oder vorgelesen, so ist besonders bei Franze, aber in Ansätzen auch bei Tazilo, eine durchaus kritische Reflexion zu beobachten. Daraus schließe ich, daß zumindest diese beiden eine gewisse Erfahrung im passiven Umgang mit Gebeten haben, auch wenn die des aktiven Umgangs wohl eher gering sein dürfte.

Beten bedeutet für die Schüler das Aufsagen von abgelesenen oder auswendig gelernten und für sie mehr oder minder verständlichen Texten mit gefalteten Händen.

„Konfirmandinnen und Konfirmanden sind im allgemeinen nicht besonders begeisterungsfähig, was das Beten angeht.“ [3] Dies trifft auch auf die Winzerlaer Vorkonfirmandengruppe zu. Allerdings ist unter den Umständen einer normalen KU-Stunde das Experiment eines Raumes der Stille nur schwer möglich, so daß andere Wege gefunden werden müssen. Gelingt es nicht, die Gruppe zu begeistern, so wird sich dies durch Störungen oder gar Verweigerung bemerkbar machen. Bei jeder Behandlung des Gegenstandes „Beten“ muß auch in dieser Gruppe darauf geachtet werden, daß nicht „ ... Erwachsene ihnen bezüglich der Wirksamkeit des Betens falsche Versprechungen gemacht ...“[4] werden, da sonst eine kaum wieder aufzubrechende Ablehnungshaltung gegen das  Thema entstehen kann. Ebenso problematisch ist für die 12 und 13jährigen das Beten „auf Befehl“ und unter Kontrolle im Konfirmandenuterricht allemal, da sie hier etwas tun müssen, „das sie nicht nach längerem Exkurs als etwas Sinnvolles und Gutes verstanden und in eigener Entscheidung bejaht haben“[5], sondern etwas, das ihnen abverlangt wird. Interessant werden daher Modelle die Jugendlichen so an das Beten heranzuführen, daß sie „die Rolle eines Beters bloß ausprobieren, aber innerlich noch in einer gewissen dazu Distanz bleiben dazu können.“[6] Walter Neidharts Mahnung, darauf zu achten, daß „nie ein Jugendlicher in die Lage kommt, gegen seinen Willen beten zu müssen“[7], halte ich für außerordentlich angebracht und berücksichtigenswert, um den Jugendlichen einen Zugang zum Gebet nicht zu verbauen. Auch eine vorgeschriebene Gebetshaltung kann für einen Jugendlichen ein Zwang sein, wenn sie nicht seinen Emotionen, seinem Seelenzustand entspricht.

Was kann Jugendliche ermuntern, sich auf das Beten einzulassen ? Im Beten können sie Erfahrungen sammeln, Erfahrungen, die ihnen eine Hilfe in der Alltagswelt sein können. Jugendliche können das Beten nicht lernen, sie müssen es erfahren. Dies darf nicht unter Zwang geschehen, denn „vielleicht entwickelt sich dadurch eine lebenslängliche Aversion gegen das Beten.“[8] Damit wäre mehr verloren als gewonnen. Erfahrungen, die Jugendliche in der Pubertät mit dem Beten sammeln, können aber müssen nicht sein: Freiheit, ein Freiraum für Gefühle, Worte, Gedanken und Haltungen, Geborgenheit, das Gefühl, nicht allein zu sein.  Gerade die Freiheit, eines ihrer größten Ziele, finden sie dabei fast nie, wenn ihnen Gebete aufgezwungen (aufgepfropft) werden, sie das Beten lernen müssen.

Die meisten der Vorkonfirmanden kennen das Gebet und die damit verbundene Haltung mit gesenktem Kopf und gefalteten Händen nur als in der Kirche, in kirchlichem Rahmen oder evt. auch zu Hause als einen von Erwachsenen praktizierten und ihnen mehr oder minder aufgezwungenen Ritus. Dies macht sich in der rituellen Annahme der Gebetshaltung zum Beschluß der Stunde bemerkbar, auch wenn das Gebet noch nicht abgelesen wird, und ist auch unabhängig vom gelesenen Gebet. Die Ablehnung dieses Ritus[9] und eine fehlende Kenntnis des freien Gebetes kann auch ein Grund für eine ablehnende Haltung dem Gebet allgemein gegenüber sein. Hier kann die Erfahrung anderer Gebetshaltungen ein Aufbruch sein.

Frau Pastorin Seibt erzählte mir, das Thema „Gebetshaltungen“ vor einiger Zeit bereits theoretisch anhand des Lehrmaterials behandelt zu haben. Sie fand die Idee einer kreativen Bearbeitung des Themas jedoch äußerst interessant, zumal die von mir zu haltende Stunde am 24. Juni die letzte Unterrichtsstunde vor den Sommerferien ist. Zu bedenken ist bei der Anwendung von freieren Formen des Unterrichtes in dieser Gruppe jedoch, daß besonders dann, wenn Fremde zur Gruppe hinzukommen, die Jugendlichen sehr leicht unruhig werden und einen gewissen Drang haben besonders aufzufallen. Dieses Aufmerksamkeit versuchen sie gern durch Störungen zu erreichen. Besonders kritisch sind hierbei Jana und Stefanie sowie Franze und Sandra zu beobachten. 

Durch die bereits erfolgte erste Behandlung des Themas  mit einem Teil der Gruppe dürften den Konfirmanden bereits einige Gebetshaltungen bekannt sein. Dabei ist allerdings zu beachten, daß Marko zu jener Zeit noch nicht am Unterricht teilnahm und auch einige andere wegen einer Klassenfahrt fehlten . Für sie und die, die diese Stunde schon wieder vergessen haben, können die im Unterrichtsraum aufbewahrten Mappen, mit ihren Bildern, oder biblische und andere Texte, die Gebetshaltungen beschreiben, sicher ein guter Anstoß ihrer Phantasie sein. Es ist jedoch zu beachten, daß Marko an dieser Behandlung nicht teilgenommen hat und besonderer Aufmerksamkeit bedarf.


 

 

2.   Theologische und religionswissenschaftliche Gesichtspunkte zum Thema

Das Gebet als Anrufung Gottes, als Gespräch mit Gott, hat eine lange und in den unterschiedlichsten Glaubensgemeinschaften sehr verschiedene Geschichte durchlaufen. Man kann sagen, daß seit Menschengedenken immer Menschen Gott oder Götter anriefen, den Kontakt zu höheren Wesen suchten. Sehr alte Formen des Gebetes sind Opfergebete, Segenswünsche, Eide und Verfluchungen sowie Gebete für Tote .

Später kamen weitere Formen des Gebetes hinzu: die Anbetung, der anerkennende Dank Gott gegenüber und die Bekundung von Ergebenheit und Zuversicht. Diese Gebetsformen lassen sich in nahezu allen Glaubensgemeinschaften in verschiedensten Ausprägungen finden.

Es gibt freie und vorformulierte Gebete, die in den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften  sehr verschieden praktiziert werden.

In indischen Glaubensrichtungen finden sich die verschiedensten Gebetshaltungen, deren Hauptzweck es meist ist, sich möglichst tief in das Gebet zu versenken.

Die Gebetsformen und Haltungen des jüdischen, des christlichen und des muslimischen Glaubens schöpfen alle aus einer Tradition, der des Jüdischen.

Durch gewisse lokale Bindungen Allahs resultiert die Blickrichtung der Muslime gen Mekka. Ähnliches ist bereits bei den alten Römern zu finden, die zum Gebet ihren Blick zum Jupitertempel auf  dem Kapitol wandten[10]

Ebenso wie im Islam sind auch in anderen Glaubensgemeinschaften tägliche Gebete nach festen Regeln bekannt.

Gebräuchliche Körperhaltungen beim Beten in Christentum, Judentum und Islam sind das aufrechte Stehen, das Knien, das Sitzen, sowohl auf der Erde, als auch auf Bänken oder Stühlen, das Verbeugen, das sich häufig nur noch als Senken des Kopfes findet, oder besonders im Islam das Sich-zur-Erde-Niederwerfen. Oft kann auch ein Wechsel zwischen verschiedenen Gebetshaltungen im Laufe eines Gebetes beobachtet werden.

Für Arme und Hände sind neben der im europäischen Christentum seit der Jahrtausendwende gebräuchlichen Faltung der Hände, auch das Zuwenden der Handflächen zur Gottheit hin mit  ausgebreiteten oder erhobenen Armen gebräuchlich. Besonders beim Schwur ist auch das Erheben einer Hand üblich. Daneben sind die Haltung mit einer Hand über dem Kopf, das Schlagen an Brust oder Stirn, die Verschränkung der Arme auf Brust oder Rücken, das Herab- oder Hängenlassen der Arme, das Schlagen auf die Erde, ja nahezu sämtliche Gesten, die Menschen im Umgang mit Höhergestellten gebrauchen, als Gebetsgesten und –haltungen bekannt.

Außerhalb dieser Sitten wird uns z.B. noch von der der Entblößung des Oberkörpers oder eines Armes oder der  der Barfüßigkeit verschiedentlich berichtet.

Alle Gebetsgesten und  -haltungen haben jedoch eines gemein: sie dienen der Unterstreichung und Bekräftigung der Anliegen des Beters. So ist es auch nicht verwunderlich, daß sich in den verschiedensten Religionen ähnliche Gebetshaltungen und –gesten finden.

Da für Christen keine Gebetshaltungen vorgeschrieben sind, ermöglicht ihnen die freie Wahl der Haltung beim Gebet, sich ganz und gar, mit Leib und Seele, auf ihr Gebet, ihr Reden mit Gott, einzulassen. Die Gebetshaltung kann es ermöglichen sich auf ein Gebet einzustellen, sie kann aber auch eine Hilfe sein, dem Gebetsanliegen Nachdruck zu verleihen und dabei Emotionen, Gefühle und auch Aggressionen nicht zu verdrängen, sondern ihnen Ausdruck zu verleihen, ihnen freien Lauf zu lassen, und so helfen, sie zu verarbeiten bzw. abzubauen.

Auch Jesus betete nicht immer gleich, so kniete er z.B. im Garten Gethsemane oder zog sich auf einen Berg zurück.


 

 

 

3.   Sozialwissenschaftliche Gesichtspunkte

3.1.     Konzentration

Ein Aspekt, der bei der Behandlung des Themas Gebetshaltungen und damit eines speziellen Bereiches des Themas Gebet berücksichtigt werden muß, ist der der Konzentration. Für jedes Gebet ist eine gewisse Sammlung der Gedanken notwendig. Wenn bei einem Tun die innere und äußere Haltung, in der dies erfolgt, nicht dem Gegenstand und Inhalt des Tuns angemessen ist, so erschwert dies das Tun oder macht es unmöglich. Dabei bedingen sich häufig innere Geisteshaltung und äußere Körperhaltung. Kaum jemand wird z.B. sein Lieblingsessen, daß er genießen möchte, im Stehen an einem Imbiß einnehmen . Oder wer kann fröhlich singen und dabei vielleicht noch tanzen, wenn er im Innersten zutiefst traurig und bedrückt ist.

Um Tätigkeiten gut auszuführen ist oft Konzentration,  „Sammlung,  Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf  eng umgrenzte Sachverhalte“[11]  nötig. Dies trifft in besonderer Weise für das Gebet zu.  „K[onzentration] bedingt Spannung, Energie, Vitalität, Übung.“[12] Ihr können „Ermüdung, Sättigung, ... Reizüberflutung, ... Interessenmangel und störende situative Umstände“[13] entgegenstehen.

Bei 12 und 13jährigen können der für das Gebet notwendigen Konzentration verschiedene Faktoren im Wege stehen:

Zum einen  die Reizüberflutung. Diese kann durch einen häufig und lange laufenden Fernseher,  der die Jugendlichen häufig mit nicht gerade ruhiger Musik und Videoclips mit schnell wechselnden Bildfolgen berieselt. Eine Reizüberflutung kann ebenfalls durch den häufigen Gebrauch eines Walk- oder Discmans, bzw. andere ständige Musikberieselung entstehen. Ein weiterer Faktor sind neben den äußeren die inneren Reize.  Großer Leistungsdruck besonders in der Schule, Probleme im oder mit dem Elternhaus, oder ein inneres, für die Zeit der Pubertät nicht untypisches  Durcheinander von Eindrücken und Empfindungen können die Konzentrationsfähigkeit einschränken. Gerade bei diesen inneren Reizen kann das Gebet aber auch helfen, mit ihnen umzugehen.

Negativ kann sich auf die Konzentration aber auch der Zeitpunkt auswirken, zu dem sie benötigt wird. Gerade im Konfirmandenunterricht besteht diese Gefahr häufig, da er fast ausschließlich am Nachmittag stattfindet. Am Nachmittag aber ist bei Jugendlich nach einem vorausgegangenen Schultag und bereits erledigten bzw. noch zu erledigenden Hausaufgaben häufig eine Ermüdung festzustellen.

Problematisch, ja fast unmöglich, ist (nicht nur)  der Umgang mit einem Thema, wenn es nicht gelingt die Angesprochenen, die Konfirmanden, dafür zu interessieren. Dies trifft für die Behandlung des Gebetes in fast jedem Unterricht in besonderer Weise zu, da hier das Interesse der Jugendlichen zum einen speziell für die zum Gebet notwendige Konzentration und zum anderen allgemein für den Unterricht benötigt wird. Aber auch für das Praktizieren des Betens und die dafür notwendige Konzentration ist ein Interesse daran nahezu unabdingbar. Es ist häufig nur schwer möglich bei Jugendlichen ein Interesse für das Gebet zu wecken[14].  Gelingt es, ein Interesse für das Thema im Unterricht zu wecken, so entsteht eine Spannung, die nicht nur für die Konzentration im Unterricht und das Beten in diesem Rahmen nützlich ist, sondern den Jugendlichen auch Mut dazu machen kann Beten selbständig zu erfahren.

Eine Sättigung in Bezug auf das Gebet und damit seine Erschwerung oder Unmöglichkeit kann entstehen, wenn die Jugendlichen immer wieder zum Gebet gezwungen werden, bzw. es ihnen abverlangt wird ohne das dies ihren eigenen Bedürfnissen und ihrer eigenen Entscheidung entspricht[15]. Dies kann z.B. durch ein Pflichtbeten des Vaterunsers zum Beschluß der Konfirmandenstunde geschehen. Jedoch können auch die Pflichtgottesdienste ein solches „lästiges Betenmüssen“ beinhalten und so eher vom Gebet abweisen als dazu erziehen. Eine kaum zu überwindende Sättigung in bezug auf das Gebet läßt sich z.B. an einem Stöhnen beim Einnehmen der Gebetshaltung erkennen.

Negativ für die zum Beten nötige Konzentration können auch bestimmte Situationen sein, die z.B. durch den Satz „Laßt uns zum Abschluß der Stunde noch das Vaterunser beten!“ entstehen. Durch einen solchen Satz wird erstens durch den Gebrauch des Wortes „Abschluß“ die Aufmerksamkeit der Konfirmanden weg vom Gebet hin zur  Zeit nach der Stunde gelenkt. Zum zweiten werden sie ziemlich ultimativ zum Beten aufgefordert, was heißt, sie müssen beten. Desweiteren erzeugt die stereotype Wendung „Laßt uns ...“ meist eine Sättigung und ist der Sprache der Jugendlichen fremd. Zuletzt kann das Vaterunser für die Konfirmanden einen Ritus[16] darstellen, dessen Sinn sie nicht erkennen und den sie daher ablehnen.

Ebenfalls kann die Einnahme einer bestimmten, mehr oder minder vorgeschriebenen Gebetshaltung für Jugendliche die Situation eines Ritus darstellen, dessen Sinn sie nicht kennen und den sie deshalb ablehnen. Da sie nicht immer Alternativen dazu kennen, wird teilweise auch der Inhalt dieses Ritus, das Gebet, abgelehnt.

Lernen die Konfirmanden andere, eigene Gebetshaltungen, -gesten und -riten  kennen, und üben sie diese ohne Zwang , so kann das ihnen helfen ihre Vitalität, ihre Energie und ihre Emotionen zu konzentrieren und für das Gebet zu nutzen.   Die für das Gebet einmal gewonnene Konzentration bzw. Konzentrationsfähigkeit läßt sich für die Jugendlichen z.T. nach dem Gebet weiter nutzen, z.B. für Klassenarbeiten. So können sie beginnen, das Gebet als etwas Positives, ein Geschenk, zu erfahren.


 

3.2.     Dialog

Versteht man das Gebet als Reden mit Gott und will man der Konfirmandengruppe dies vermitteln, so muß man sich das Problem eines Dialoges mit einem nicht (be-)greifbaren Gesprächspartner bewußt machen. Ohne dies ist eine glaubhafte Vermittlung des Anliegens nicht möglich.

Als Dialog versteht man im allgemeinen ein„ Gespräch zwischen gleichberechtigten Partnern mit der Absicht, ... die Wahrheit zu entdecken.“[17] Nach dieser Definition bestehen für Jugendliche vor allem zwei Probleme:

Zum einen ist ihnen ihr „Partner“ gar nicht so richtig bekannt, sie haben oft nur recht ungenaue Vorstellungen von Gott. Dies steht im Widerspruch zu ihren Erfahrungen mit menschlichen Partnern.

Zum anderen erfahren sie (meist), sobald sie einen Partner erkannt haben, daß dieser eine andere Qualität als sie selbst besitzt, ihnen also nicht gleichberechtigt sein kann.  Ihnen hierzu nun zu vermitteln, das Gott sich ihnen gleichgemacht hat, indem er Mensch geworden ist o.ä. , ist ein theologisches Problem. Dies soll und kann hier nicht erörtert werden.

Ein drittes Problemfeld Jugendlicher liegt im Entdecken, im Aufdecken der Wahrheit, weil sie sich in einem Lösungsprozeß von ihrer Familie befinden und nicht selten eigene Geheimnisse behalten und nicht offenlegen wollen.

Zum Problem des unbekannten Partners: Viele Konfirmanden stehen in ihrer Entwicklung am Beginn eines Suchens nach eigener Identität, nach eigenen Positionen und Partnern. In der Zeit um ihre Konfirmation formulieren viele ihre ersten eigenen Gebete. Anreden wie „Großer unbekannter Gott ...“ oder „Gott, wenn es dich gibt ...“ sind dafür nicht untypisch. Hat man es in einem Gespräch, einem Dialog,  mit einem normalen menschlichen Partner zu tun, so versucht man, diesen im Gespräch oder in Gesprächen kennenzulernen. Will man Konfirmanden zum Beten ermutigen, so sollte man ihnen Mut machen ihren Partner, Gott, im freien Gespräch kennen zu lernen. Dabei ist es aber nötig, um Frustration zu vermeiden, sie darauf vorzubereiten, daß ihr Gesprächspartner meist nicht sofort reagiert. 

Anfangs stellt es für Jugendliche in vielerlei Hinsicht ein Problem dar, sich jemandem anzuvertrauen. Erst wenn sie Vertrauen zu einem Partner gefaßt haben, ihn als Partner erfahren haben, sind sie bereit dazu. Kriterien sind dabei z.B. Zuverlässigkeit, Verschwiegenheit, Erreichbarkeit oder Akzeptanz durch den Partner, aber auch eine gewisse Stärke dessen. Ist Gott als Partner im Gebet erfahren worden, so dürfte auch eine allmähliche Öffnung ihm gegenüber geschehen. Ich halte es für falsch von Jugendlichen eine sofortige bedingungslose Öffnung im Gebet zu verlangen[18], denn dies schreckt sie eher ab und kann zu Blockaden führen. Menschen gegenüber bewirkt diese Forderung häufig gleiches und kann zum Abbruch des Gespräches bzw. zu Lügen und Heuchelei – in der Sprache von Jugendlichen „Schleimen“ genannt - führen.

Grundsätzlich sollte man bedenken, daß, wer zum Dialog auffordern will, diesen auch selbst praktizieren sollte.


 

 

 

 

4.   Eigene Intentionen[19]

Den Jugendlichen, die vor allem den im Gottesdienst praktizierten Gebetsritus kennen, möchte ich einen Eindruck davon vermitteln, daß das Gebet noch eine über diesen Ritus hinausgehende Dimension hat, die sie persönlich berühren kann. Vielleicht kann das der Anfang eines neuen  oder überhaupt eines eigenen Zugangs zum Gebet für sie sein.

Da meist als Gebetshaltung nur das Händefalten ein Begriff ist, möchte ich vermitteln, daß sie im Gebet alles vor Gott abladen können und es dabei helfen kann, dieses auch durch die eigene Haltung beim Gebet auszudrücken.

Mit der plastischen Darstellung verschiedener Gebetshaltungen durch einfache Tonfiguren und der Aufforderung für ihre Figuren eigene Gebete zu formulieren bzw. ihnen bereits formulierte Gebete zuzuordnen möchte ich den Vorkonfirmanden vermitteln, daß Beten vor allem etwas individuelles, etwas ganz persönliches ist, das jeder ganz anders für sich allein oder auch in der Gruppe praktizieren kann. Wenn es mir gelingen sollte der Gruppe zu vermitteln, das man beim Beten, beim Gespräch mit Gott, seine Anliegen nicht nur durch seine eigenen Worte, sondern auch durch seine eigene Haltung individuell Ausdruck verleihen kann, so hätte ich mehr erreicht, als ich erwarte. Als Minimum möchte ich den Jugendlichen einen schönen Abschluß ihres Vorkonfirmandenunterrichtes bieten.


 

5.   Kontext der Stunde

Der Themenkomplex Gebet wurde von Frau Seibt vor etwa sieben Wochen begonnen. Die Behandlung erfolgte enlang des Arbeitsblattes des Rauhen Hauses. Dabei wurden zuerst Fragen der Kennzeichen von Gebeten an Hand von recht kompliziert formulierten Thesen behandelt. Als nächster Abschnitt stand eine Einheit über Gottesbeziehungen auf dem Prgramm. Dafür ließ Frau Seibt die Konfirmanden ihre Beziehung zu Gott in einem durchgehenden Zug zeichnen.  Als nächstes wurde der Unterschied zwischen einer Beschreibung und einem Gebet herausgearbeitet, als die Jugendlichen zu einem Text oder Bild ein Gebet formulieren sollten.

Darauf folgte eine erste Behandlung des Themas Gebetshaltungen mit einem Teil der Gruppe, bei der verschiedene Gebetshaltungen eingenommen und erörtert wurden. Die gesamte Gruppe behandelte dann wieder zusammen das Thema Tischgebet, dabei wurde ein Salat gemeinsam zubereitet, vor dessen Verzehr gemeinsam gebetet und das Thema kurz besprochen werden sollte. Frau Seibt brach die Stunde jedoch ab, als sich einige Konfirmanden verweigerten. Sie hatten plötzlich keinen Appetit mehr und blödelten nur noch rum. Auf den Abbruch reagierte die Gruppe mit eisigem Schweigen, daß bis zum regulären Unterrichtsende dauerte. Dann verabschiedeten sich einige und gingen. Die, die sich verweigert hatten, gingen grußlos. In dieser Stunde kam Marko zur Gruppe hinzu.

Die nächste Stunde behandelte erste eigene Erfahrungen mit dem Gebet in Verbindung mit Lk. 11,5-13. Die letzten beiden Stunden sind wegen einer Zahnwurzelerkrankung von Frau Seibt ausgefallen.


 

 

 

 

6.   Stundenentwurf

6.1.     Allgemein

Die Vorkonfirmanden sollen im Verlauf der Stunde vor allem aktional verschiedene Gebetshaltungen kennenlernen. Dies soll durch das Formen von einfachen Tonfiguren in verschiedenen Gebetshaltungen geschehen. Dabei sind kognitive Elemente durch den Einsatz von Bildern und Texten als Hilfestellungen möglich. Zum Erproben des Umganges mit Ton sollen zuvor einfache Tonschalen geformt werden.

Die Stunde soll den Konfirmanden den Zugang zu verschiedenen Gebetshaltungen und zum Gebet allgemein erleichtern. Sie sollen eine Ahnung davon bekommen, daß das Gebet etwas sein kann, das sie persönlich berühren könnte. Dabei sollen sie sehen, daß es neben einer Vielzahl von vorformulierten Gebeten für jeden auch die Möglichkeit des freien Gebetes gibt. Je nach Situation sollen sie auch die soziale Dimension der Gebetsgemeinschaft erfahren. 


 

6.2.     Methodische Überlegungen[20]

Ich möchte das Thema „Gebetshaltungen“ mit den Vorkonfirmanden an Hand von einfachen Tonfiguren behandeln, die die Gruppe zuvor selbst formt. Zum Formen dieser Figuren benötigen die Jugendlichen eine gewisse Übung im Umgang mit dem Material. diese sollen sie durch das anfängliche Formen von kleinen Tonschalen erlangen können.

Ich habe mich für die Methode des Gestaltens entschieden, da dies für die Jugendlichen etwas anderes als der gewohnte Unterricht ist. Dadurch und durch eine etwas lockerere Atmosphäre hoffe ich durch ein gewisses Interesse am Neuen und Ungewohnten, einen Keim des Interesses am Thema wachzuhalten.

Ich halte die Behandlung des Themas „Gebetshaltungen“ über von den Konfirmanden geformte Tonfiguren noch aus einem anderen Grund für angebracht: Es ermöglicht den Jugendlichen einerseits nach außen hin eine gewisse Distanz zu wahren, da sich ja (fast) alles vordergründig nur auf die Figur bezieht. Sie können sich also hinter der Figur verstecken. Andererseits sind sie es aber, die die Figur geschaffen haben. Sie werden also trotzdem berührt, ohne sich der Gefahr aussetzen zu müssen, leicht verletzt zu werden.

Ürsprünglich wollte ich durch die Gebetsgemeinschaft am Ende mit dem Angebot zu beten,  denjeneigen, die es wünschen, die Möglichkeit bieten, sich mit dem Thema direkt zu beschäftigen. Sie sollten die Chance erhalten, das in der Stunde Erkannte praktisch umzusetzen.

Ich bin davon aber wegen der ausgefallenen Stunden und einer Bitte von Frau Seibt abgerückt.



 

 

 

 


6.3.     Ablaufplan

Zeit

Eigene Intentionen

Lernziele

Inhalte

Medien/ Materialien

Verfahren

Alternativen

Anmerk.

 

 

Ich will :

Die Konfirmanden (K.)  sollen:

 

 

 

 

 

 

17.00 Uhr

*die K. bekanntmachen mit dem Gast und der Situation;

*sich einstimmen;

Begrüßung und Vorstellung des Gastes und der Gruppe

 

Ich begrüße die Gruppe am Tisch und stelle den Gast in etwa so vor: Hallo, schön, daß ihr da seid. Frau Seibt konnte heute leider nicht, weil sie im Moment zu Besuch in der Partnergemeinde in Baden Württemberg ist. Sie hätte euch sonst gerne selbst schöne Ferien am Ende gewünscht. Tja, und da ich bei euch ohnehin einmal eine Stunde halten wollte, mache ich das heute. Das ist das erste Mal, das ich so etwas in einer Konfirmandengruppe mache und damit ich da nicht so alleine bin, habe ich mir Herrn Petzold mitgebracht. Herr Petzold  ist bei uns in der Universität für Religionspädagogik zuständig, das heißt für Christenlehre, Konfirmandenunterricht und auch Reli-Unterricht und er wird hinterher einschätzen, wie ich, nicht ihr, das heute so gemacht habe.

 

Falls sich einige verspäten.  evt. zweimal anfangen.

 

17.02 Uhr

* ein gewisses Vertrauensklima schaffen;

*ihre Unsicherheit allmählich verringern;

 

Vorstellen des Themas und des Materials und des geplanten Stunden-ablaufes

               

Ich decke die Bleche mit den Tonkugeln auf  und  erkläre den Ablauf der Stunde etwa so: Ich dachte mir, wir beschäftigen uns heute noch mal mit verschiedenen Gebetshaltungen. Und da das die Frau Seibt schon mal mit euch gemacht hat und heute die letzte Stunde vor den Ferien ist, können wir das vielleicht mal ein biss‘l anders machen und dazu hab‘ ich den Ton mitgebracht.

Zum  Üben machen wir jetzt zuerst mal `ne kleine Schale ...

Dann formen wir ...

Und dann kann jeder seiner Figur ...

Danach erzählt jeder ...  Ich könnte mir  vorstellen so zu beten, wenn man ...

Und zum Schluß will ich mit euch noch etwas probieren, da weiß ich aber noch nicht ob das klappt, und deshalb verrate ich es mal noch nicht – ein bißchen Spannung muß ja noch bleiben.

Ich lasse sie das Thema aus den Materialien erraten. „Ich hab‘, wie ihr seht, Ton mitgebracht. Was denkt ihr nun machen wir heute ?...“

 

 

17.03 Uhr

 

 

Austeilen der Tonkugeln & Wassersch.

Tonkugeln

Wasser-schalen

Ich bitte die K. sich jeweils Tonkugeln und Wasserschalen zu holen.

Dabei könnte ich so beginnen: So, holt euch jetzt bitte jeder ...

Ich teile die Materialien aus.

Auf Marko achten.

 


17.04 Uhr

* die K. Erfahrungen im Umgang mit Ton sammeln lassen und  vertraut machen mit dem Material;

*einen „Aufwärmefekt“ erreichen;

*ihre Angst vor dem Material verlieren und es kennenlernen;

Nehmen der Angst vor dem Material, evt. Entspannung der Situation

Tonkugeln und Wasser-schälchen

Ich forme selbst und leite dabei die K. beim Formen Schritt für Schritt an, etwa so:  Wir nehmen jetzt die Tonkugel und drücken mit dem Daumen  so drauf. Jetzt ...

Sind die ersten Schritte soweit abgeschlossen, daß die meisten K. alleine weiter machen können, wende ich mich denen zu, die Schwierigkeiten haben und helfe.

Nach einer gewissen Zeit und einem gewissen Entwicklungsstadium leite ich das Ende dieses Abschnittes ein, eventuell indem ich frage: Seit ihr jetzt soweit fertig ?

 

 

K. zum Mitmachen animieren, Angst vor Versagen durch konkretes Helfen bei Einzelnen nehmen

MARKO!!!

17.18 Uhr

 

 

 

 

Ich bitte die K. mir beim Beiseiteräumen der Schalen zu helfen und sich jeder eine Tonwurst, und einen Zahnstocher sowie evt. (nach Vorhandensein) ein Messer zu nehmen.

Ich bitte die K. jeweils ihre eigene Schale beiseite zu räumen.

 

17.19 Uhr

* die K. einige Gebetshaltungen kennenlernen, sich überlegen oder erfinden lassen;

* sollen sich mit verschiedenen Gebets-haltungen beschäftigen, die sie durch Bilder bzw. Texte kennen oder kennenlernen bzw. selbst erfinden;

Beschäftigung mit dem Thema Gebets-haltungen

s. oben & Bilder mit Gebets-haltungen.

Ich erkläre der Gruppe was sie tun soll, indem ich eine oder mehrere Figuren auf den Tisch stelle und erkläre, warum diese Menschen z.B. so beten.

Das kann in etwa so, klingen: Ihr sollt jetzt einfache Männeln formen, die ganz unterschiedlich da sitzen, stehen, knien oder vielleicht sogar liegen und  dabei auch die Arme so halten, wie ihnen grade ist. Der hier z.B., der scheint zu beten, weil er traurig ist, deswegen läßt er den Kopf so hängen. Und er scheint Gott ziemlich dringend um etwas zu bitten, deshalb hat er die Arme so ausgebreitet. Ihr sollt euch jetzt zuerst überlegen, wie man beteten kann und dann, wie das aussehen kann. Wenn ihr dabei Probleme habt, sagt Bescheid, dann helfe ich euch. So jetzt zeig‘ ich euch aber erstmal, wie man ....

Ich leite die K. analog den Schalen bei den ersten Schritten an. Dann beobachte ich die Gruppe und wende ich mich einzelnen zu, denen scheinbar nichts einfällt. Ich gebe zuerst Hilfestellungen durch Fragen wie: Wie könntest du dir vorstellen, daß jemand betet der ....? Ich helfe auch z.B. beim Aufsetzten des Kopfes.

Helfen diese Fragen nichts, gebe ich Hilfestellungen durch die Bilder.

Ich kann selbst eine Figur mitformen.

MARKO!

17.40 Uhr

* die K. zum Auseinander-setzen mit der selbst geformten Gebetshaltung auffordern;

* eine Beziehung zwischen der von ihnen gewählten Gebetshaltung und einem Gebet herstellen

Zuordnung von Gebeten zu geformten Figuren oder formulieren von eigenen für diese

Papier, Stifte, versch. Gebets-karten, Tonfiguren

Ich lege die Gebetskarten, das Papier und die Stifte auf den Tisch und bitte die K. sich ein Gebet auszusuchen oder aufzuschreiben, daß für ihre Figur paßt. Das könnte so geschehen: Ich hab hier ein paar Gebete mitgebracht, sucht euch bitte jeder eins aus. Das soll ein Gebet sein, daß eure eigene Figur vielleicht gerade beten könnte. Wenn euch aber ein eigenes Gebet für eure Figur einfällt, ist das natürlich zehnmal besser als die von mir.

Ich versuche die K. zum Umgang mit Gebeten zu ermutigen, indem ich z.B. sage: Es gibt keine falschen Gebete, alles, zu dem ihr hinterher etwas erzählen könnt, ist richtig.

Die K. sollten sich spätestens jetzt die Gebetskarten nehmen und darin suchen.

Ich gebe evt. einzelnen Hilfestellungen, durch Fragen wie z.B. : Wie sieht denn deine Figur aus ? Warum könnte die denn .... sein? Was könnte die denn da beten ?

 

Im Notfall muß ich bereits hier zu einem Gebet einladen und die Stunde beenden.

Diskussion zulassen

Flaxen kann aufkommen

 

Marko !!!!! braucht bestimmt Hilfe.

17.50 Uhr

* die K. einladen, sich mit den von den anderen geformten Gebetshaltungen auseinander-setzen

* die Beziehung zwischen der von ihnen geformten Figur und dem von ihnen gewählten Gebet begründen;

* Beziehungen zwischen verschiedenen Gebeten herstellen oder zumindest registrieren;

Vorstellen der geformten Figur und des gewählten Gebetes

s.oben (außer Stifte)

Nach einer Weile bitte ich die K. jeweils das von ihnen gewählte Gebet vorzulesen und zu begründen, warum sie dieses Gebet für ihre Figur ausgewählt haben. Ich beginne mit meiner eigenen mitgebrachten oder geformten Figur als Beispiel. Ich bitte die K. nicht zu lachen o.ä.

Das kann geschehen, indem ich sage: Jeder liest jetzt bitte das Gebet, das er ausgesucht hat vor und sagt warum er das ausgesucht hat. Ach so, versucht bitte nicht zu lachen dabei, wenn ein anderer ‘ was vorliest oder begründet, sonst macht ihr’s dem zu schwer und das wäre doch unfair. Ich fang mal an. Also, meine Figur sieht ... aus, weil ... und da habe ich das Gebet ausgesucht: [Gebet] weil, das ein ....

 

 

 

Ich bitte die K. nur das Gebet reihum vorzulesen.

 

Ich bitte die K. ihr Gebt vorzulesen und andere zu begründen, warum dieses Gebet ausgewäht wurde.

 

18.00 Uhr

* den K.  die Möglichkeit geben, das mit den Figuren Erarbeitete  wird praktisch umzusetzen;

* die Stunde abschießen;

 

* eine praktische Dimension der Gebets-haltungen bzw. des freien Gebets kennenlernen;

Gebet

 

Ich spreche nur ein freies Gebet und lade die K. zum Mitbeten/ Nachbeten ein. Ich erkäre die Freiwilligkeit des Getes evt. so: ...wer will, kann es laut nachsprechen oder auch nur leise in Gedanken. Wer nicht beten will, braucht das nicht zu tun, ist aber bitte so lange leise, um die anderen nicht zu stören.

 

 

Ursprünglich hatte ich eine Gebets-gemeinschaft an dieser Stelle vorgesehen.

 

Auf evt.Über-treiben, wie Hinlegen etc. nicht reagieren.

18.05 Uhr

* mich von den K. verabschieden und ihnen schon jetzt schöne Ferien wünschen.

 

 

 

Ich gebe den K. reihum die Hand und sage „Auf Wiedersehen“ und wünsche frohe Ferien und lade schon zum KU danach ein.

 

 

                             


7. Literaturverzeichnis

Adam, G., Zur Lebenssituation der zehn- bis sechzehnjährigen Schülerinnen und Schüler, in: Die Christenlehre 1/93, Leipzig 1993, 3-15;  vorher abgedruckt in: Korrespondenzblatt Evangelischer Schulen und Heime, Nr. 3/4, Mai-Aug. 1992. Im Auftrag der AG Ev. Schulbünde e.V. hg. v. Ev. Schulbund in Nordwestdeutschland und Berlin.

Barlach, E.,  Das schlimme Jahr, Rostock 1963.

Brückner, R., Stille lehrt Beten – Stille Zeiten mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, in: ku-praxis 30, Wenn ihr betet ..., Gütersloh 1992, S.7-9.

Fontäne, Stuttgart 1987.

Fontäne in blau, Stuttgart 1993

Fowler, J. W., Glaubensentwicklung, Perspektiven für Seelsorge und kirchliche Bildungsarbeit, München 1989.

Fraas, H-J., Die Religiosität des Menschen, Ein Grundriß der Entwicklungspsychologie, Göttingen 1990.

Grom, B., Methoden für Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit und Erwachsenenarbeit, Düsseldorf, Göttingen 1988.

Heiler, F., Art. Gebet in: RGG3 , Sp. 1211ff.

Den Himmel auf Erden, Kontakte Liederzeitung, Ruhrgebiet [Kirchentag] 1991.

Huber, B., Der Islam, Folien, Farbbilder, Erklärungen, Regensburg 1993

Konstamm, R., Praktische Psychologie des Schulkindes, eine Einführung, Bern Stuttgart Toronto 1988.

Lomow, B., Methodische und theoretische Probleme der Psychologie, Berlin 1987.

Meine Welt – mein Leben – mein Glaube, Hamburg ??.

Neidhart, W., Beten lernen im Konfirmandenunterricht ?, Theologische und psychologische Überlegungen, in: ku-praxis 30, Wenn ihr betet ..., Gütersloh 1992, S. 87-91.

Neidhart, W., Psychologie des kirchlichen Unterrichts, Zürich 1960.

Oerter, R., Montada, L. (Hg.),Entwicklungspsychologie, Weinheim 1995.

Oser, F. / Gmünder, P., Der Mensch - Stufen seiner religiösen Entwicklung, Zürich Köln 1984.

Oser, F., Wieviel Religion braucht der Mensch ?, Erziehung und Entwicklung zur religiösen Autonomie, Gütersloh 1988.

Petzold, K., rp-modelle nr.3, Gebet, Analyse und Planung Sekundarstufe I, Frankfurt/M. Berlin München 1971.

Dorsch, F. (Hg.), Psychologisches Wörterbuch,  Bern Stuttgart Toronto 1987.

Rebell, W., Psychologisches Grundwissen für Theologen, ein Handbuch, München 1988.

Schweitzer, F., Elementarisierung in der Praxis, Gütersloh 1995.

Then, R., Das Judentum, Regensburg 1994.

Velickovskij, B. M., Wissen und Handeln, Kognitive Psychologie aus tätigskeitstheoretischer Sicht, Berlin 1988.




Anhänge

Anhang I

 

Fragen

 

Großer unbekannter Gott!

Hörst Du jetzt wirklich auf mich? Ich habe lange nicht mehr mit Dir gesprochen. Denn so steif und starr, wie das viele machen möchte ich das nicht. Doch heute möchte ich gern, daß mir einer zuhört. Ich brauch‘ mich ja vor Dir nicht zu verstellen. Du kennst mich besser als ich selbst. Ich bin mir ja selber oft ein Rätsel. Ich weiß gar nicht, warum ich mich heute so verhalten habe. Ich weiß nur, daß es mir leid tut. Ach hilf mir, alles wieder in Ordnung zu bringen. Gib mir den Mut, andere anzusprechen und gib mir die richtigen Worte, daß ich nicht stottere.

(frei nach Meine Welt - mein Leben - mein Glaube)

 

 

Bitten / Fragen

 

Lieber Vater im Himmel!

Heute die Arbeit – totale Pleite. Wenn das so weitergeht, bleib‘ ich vielleicht sitzen. Mein Alter würde da sicher tierisch in die Luft gehen. Ach is‘ doch alles halb so wild, der schneidet doch sowieso nur mit, daß ich da bin, wenn’s um die Schule, um Noten geht. Was soll ich mich noch anstrengen? Die Welt is‘ sowieso schon reichlich hinüber und der Rest geht auch bald noch drauf. Was soll dieser Welt noch helfen?

An so was wie Zukunft denken ? Null Bock ! Gibt’s so was eigentlich überhaupt für mich.

Ach Gott, wenn es dich wirklich gibt, vielleicht kannst Du mir helfen ? Gib mir den Durchblick was mein Leben wirklich bringt.

(frei nach Meine Welt - mein Leben - mein Glaube)

 

 

Danken / Bitten

 

Lieber Gott.

Ich möchte mich bedanken für diesen schönen Tag. Als wir durch den Wald gingen, dachte ich daran, daß Du alles so wunderbar gemacht hast. Ich habe Angst, daß wir Menschen alles zerstören könnten. Ich bitte darum, daß die Verantwortlichen bald einsehen, daß die Zerstörung der Natur aufhören muß. Ich möchte auch gern dafür eintreten, daß diese Welt nicht noch weiter zerstört wird. Zeige mir, was ich tun kann und hilf mir dabei!

(frei nach Meine Welt - mein Leben - mein Glaube)

 

 

 

 

Beschweren / Bitten

 

Hallo Chef, ganz schön havy, was sich Dein Bodenpersonal hier so leistet. Heute im Konfirmandenunterricht, der hat echt absolut an uns vorbeigeredet. Haben die überhaupt eine Ahnung, was hier so abgeht bei uns, oder schweben die immer nur auf Wolke sieben ? So ein Wetter heute echt bombastisch – und was machen wir ? Wir sitzen drinne und langweilen uns zu Tode. So kann das nicht weitergehen, bitte laß Dir doch endlich mal was einfallen.

 

 

Bitten

 

Ach Gott, der Junge, du weißt schon wer, den find‘ ich echt süß. Ach  mach doch bitte, daß er sich für mich interessiert, daß ich ihm nicht gleichgültig bin. Ach Du, ich brauche einfach jemanden, der mich so nimmt wie ich bin. Ich brauche einen Menschen nur für mich. Herr laß mich nicht alleine, gib mir Mut ihn anzusprechen, oder mach, da er mich anspricht.

 

 

Bitten

 

Hey Gott, ich hab da heute so ein Mädel gesehen, die war wirklich hübsch und vor allem, sah sie auch von vorne nicht dumm aus. Nur das sie unbedingt quarzen mußte. Naja. Aber ich würde schon gern mehr über sie wissen und sie wiedersehen. Kannst Du mir dabei helfen? Bitte!

 

 

Danken/ Loben

 

( Miriam-Lied)

Ich schlage die Pauke und fürchte mich nicht vor Dürre, vor Flut, vor Gefahr, ich singe und tanze und lobe Gott, Gott Du bist mir ganz nah.               

(aus: Den Himmel auf Erden, Kontakte Liederzeitung, Ruhrgebiet [Kirchentag] 1991)

 

 

Bekennen / Zugeben

 

Gott Du siehst mich.

Du behütest mich auf jedem Weg, in jeder Dunkelheit, vor jedem Hindernis. Du mein Herr, Du Herr der Berge und Täler.

Du weißt, was ich heute gesagt habe, ob es gut war oder böse, ob es zu wenig war oder zu viel. Du aber vergibst mir alle meine Verfehlungen.

(frei nach Meine Welt - mein Leben - mein Glaube)

 

 

 

Flehen / Bitten

 

Mein Gott! Mein Gott ! Warum läßt Du mich jetzt allein, hilf mir ! Hilf ! Hilf mir in meine Not!

 

 

Loben

 

Lobe den Herrn meine Seele und seinen heiligen Namen! Was er Dir Gutes getan hat, Seele vergiß es nicht!  Amen.

 

 

Danken / Loben

 

Gott, unser Vater.

Alle Menschen hast Du lieb: Du liebst die Kleinen und die Großen, Du liebst die Schwarzen und die Weißen ...

Du liebst die Guten und die Bösen. Alle sind Deine Kinder.

Du erwartest, daß wir Dir darauf antworten, Du willst, daß wir die Menschen lieben.

Wir loben Dich. Wir preisen Dich.

(Aus: Kommt, es ist alles bereit, Texte und Lieder zum Abendmahl zus.gest. v. K.Hahn, F. Sorkale, R. Starck, in: KU-Praxis 27- Zum Abendmahl geladen, Gütersloh 1990)

 

 

 

Segnen / Bitten

 

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen;

der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu beschützen gegen Gefahren von links und von rechts;

der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen;

der Herr sei unter Dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, um dich aus der Schlinge zu ziehen;

der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist;

der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen;

der Herr sei über dir, um dich zu segnen.

So segne dich der gütige Gott.

Amen.

 

 

 

 

Zugeben / Bitten / Bekennen

 

Herr, wir bekennen vor dir,

daß wir Unrecht getan haben in Gedanken Worten und Werken, in der Trägheit des Herzens.

Wir sind vielen vieles schuldig gebliebenen.

Wir haben unsere Zeit verbraucht, als gehörte sie uns.

Wir haben unsere Kräfte vergeudet und unser Glück an uns gerissen, als hätten wir nicht zu danken.

Wir bitten dich: Erbarme dich unser.

Vergib uns Lieblosigkeiten und Unglauben

Und alle Schuld an dir und den Menschen und laß uns heimkehren zu dir,

der unser Vater ist in dieser Zeit und in Ewigkeit

Amen.

(aus einer Abendandacht Quelle Unbekannt)

 

 

Zugeben /Bitten

 

Herr, ich habe heute Mist gebaut. Ich habe etwas gemacht, was Du sicher nicht gut findest. Herr, das war so dumm, als ob ich nicht das kleinste Fünkchen Verstand in meiner Ürbse hätte.

Herr, es tut mir so leid und ich möchte es Dir sagen und dich bitten: Hilf mir, daß mir sowas nicht nochmal passiert und hilf mir, daß das wieder o.k. wird was jetzt passiert ist.

 

 

Klagen / Beschweren / Fragen

 

Gott, warum mußte mein Opa sterben? Warum? Er war doch einzige von den älteren, mit dem ich mich so richtig verstanden habe. Herr!  Ich hätte doch noch so viel von ihm lernen können. Und so alt war er doch auch noch nicht! Er fehlt mir so, es ist niemand da, der ihn ersetzen könnte. Herr was soll jetzt werden ohne ihn?

 

 

 

Loben

 

Ich will dich loben, Gott, mit allem, was dieser Tag bringt – allen Ärgernissen zum Trotz.

Ich will dich loben mit allem, was zu mir gehört: mit meinem Verstand, der hilft, logisch zu denken und die richtigen Worte zu finden, mit meinem Herzen und allen Gefühlen, die ich empfinde, mit meinen Sinnen, die wach sind, um die Wunder deiner Schöpfung wahrzunehmen, mit meiner Seele, die dankbar deine Liebe ergreift und sich wärmt in deiner Nähe.

Ich will dich loben, Gott, mit allem, was dieser Tag bringen wird.

(Aus: Fontäne in blau, Stuttgart 1993)

 

 

Segnen / Bitten

 

(Gottes) Friede sei mit dir!

 

 

 

Bitten

 

Herr, ich habe Angst vor der Arbeit, die wir jetzt schreiben –klar hab ich gelernt, das weißt Du doch. Vielleicht war es aber nicht genug? Jedenfalls ist jetzt in meinem Kopf absolute Ebbe nichts mehr da oder alles durcheinander. Gib mir bitte Ruhe und Kraft und ordne meine Gedanken, damit ich nicht nur Stuß schreibe.

 

 

Bitten

 

Herr, unser Gott, in deiner Nähe kommen wir zur Ruhe. Laß still werden die lauten Stimmen unserer Wünsche, unserer Pläne, unserer Ängste, unserer Sorgen.

Sprich du zu uns, weise uns den Weg, schenke uns Mut.

Wecke in uns das Vertrauen darauf, daß du uns geben kannst, was uns froh macht für heute und für alle Zeit.

(Aus: Fontäne, Stuttgart 1987.)

 

 

 Bitten

 

Herr, ich bin müde. Laß mich verschnaufen und gib mir schnell neue Kraft um weiter zu gehen.

 

 

Danken

 

Danke, Herr !

 

 

Bitten /Bekennen

 

Dein ist der Tag und dein ist die Nacht.

Laß uns, wenn des Tages Schein vergeht, das Licht leuchten.

Geleite uns zur Ruhe der Nacht und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.

(Aus: Fontäne, Stuttgart 1987.)

 

 

Danken

 

Der eine hat Hunger und hat kein Brot;

Der andre hat Brot und kann nicht essen.

Wir haben Hunger wir haben Brot.

Herr, laß uns das Danken nicht vergessen.

Amen,.

(Aus: Fontäne, Stuttgart 1987.)

Danken

 

Ich danke Dir für diese Gaben und die, die sie bereitet haben.

Amen.

(Aus: Fontäne, Stuttgart 1987.)

 

 

 




Anhang II

Bilder aus Meine Welt - mein Leben - mein Glaube, Hamburg ??.


Bilder aus Huber, B., Der Islam, Folien, Farbbilder, Erklärungen, Regensburg 1993



Bilder aus Then, R., Das Judentum, Regensburg 1994.

 


Bilder aus Barlach, E.,  Das schlimme Jahr, Rostock 1963.

 




[1] vgl. Fraas, H-J., Die Religiosität des Menschen, Ein Grundriß der Entwicklungspsychologie, Göttingen 1990, S.236f.

[2] vgl. Oerter, R., Montada, L. (Hg.),Entwicklungspsychologie, Weinheim 1995, S.303f.

[3] Brückner, R., Stille lehrt Beten – Stille Zeiten mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, in: ku-praxis 30, Wenn ihr betet ..., Gütersloh 1992, S. 8.

[4] Neidhart, W., Beten lernen im Konfirmandenunterricht ?, Theologische und psychologische Überlegungen, in: ku-praxis 30, Wenn ihr betet ..., Gütersloh 1992, S. 87.

[5] Neidhart, W., Beten ... , S. 88.

[6] Neidhart, W., Beten ... , S. 88.

[7] Neidhart, W., Beten ... , S. 88.

[8] Neidhart, W., Beten ... , S. 89.

[9] vgl. Petzold, K., rp-modelle nr.3, Gebet, Analyse und Planung Sekundarstufe I, Frankfurt/M., Berlin, München 1971, S.6f.

[10] vgl. Heiler, F., Art. Gebet, I Gebet und Gebetssitten, religionsgeschichtlich, in: RGG3 , Sp. 1211.

[11] Dorsch, F. (Hg.), Psychologisches Wörterbuch, Bern Stuttgart Toronto 1987, S. 353 (Art. Konzentration).

[12] Dorsch, F. (Hg.), Psychologisches Wörterbuch, S. 353 (Art. Konzentration).

[13] Dorsch, F. (Hg.), Psychologisches Wörterbuch, S. 353 (Art. Konzentration).

[14] vgl. Brückner, R., S. 7-9.

[15] vgl. Neidhart, W., Beten ... , S. 87-91.

[16] vgl. Petzold, K., S.6f.

[17] Dorsch, F. (Hg.), Psychologisches Wörterbuch, S. 138 (Art. Dialog).

[18] vgl. Schriften und Rundfunksendungen des Missionswerkes Werner Heukelbach, verschiedener Sekten und einiger „frommer“ Missionswerke

[19] Anm. weiter eigene Intentionen finden sich im Ablaufplan der Stunde

[20] vgl. Grom, B., Methoden für Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit und Erwachsenenarbeit, Düsseldorf, Göttingen 1988, S.145f.

 

Anhänge:
DateiBeschreibungErstellerDateigröße
Diese Datei herunterladen (PK.pdf)PK.pdfals pdfMichael Hoffmann221 kB