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Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten

- eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft neben den Kirchen-

 Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Ökumenik und Konfessionskunde

Leipzig, den 29.September 2001

 

 

 

 


1. Einleitung.. 3

2. Vorüberlegungen.. 4

2.1. Konfessionskundliche Arbeit 4

2.2. Thema. 4

2.3. Literatur und Quellen. 5

3. Die Geschichte und Entwicklungen der Siebenten-Tags-Adventisten.. 7

3.1. Die Wurzeln der STA im nordamerikanischen Protestantismus bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts  7

3.2. Die Millerbewegung. 8

3.3. Die Anfänge der Bewegung der STA.. 9

Exkurs 1: Ellen Gould White: 10

3.4. Die Gründung der STA und der Beginn der Mission. 13

3.5. Die STA in Deutschland. 14

3.7. Die heutige Struktur der STA.. 16

Exkurs 2: Adventistisches Gemeindeleben.. 17

3.8. Die STA auf dem Weg in die Ökumene. 18

3.9. Splittergruppen. 21

4. Eine Skizze der adventistischen Lehre.. 23

4.1. Dogmatische Berührungspunkte mit „den Anderen“. 23

4.1.1. Gotteslehre und Schriftverständnis. 23

4.1.2. Anthropologie und Schöpfungslehre. 25

4.1.3. Lebensstil 26

4.1.4. Soteriologie. 27

4.1.5. Ekklesiologie. 29

4.1.6. Eschatologie. 29

4.1.7. Bewertung. 30

4.2. Sonderlehren, adventistische Identität und „die Anderen“. 31

4.2.1. Religiöse und konfessionelle Identität 31

4.2.2. Die Übrigen und die dreifache Engelsbotschaft 34

4.2.3. Die Sabbatlehre. 36

Exkurs 3: Sabbathaltende, christliche Gemeinschaften.. 38

4.2.4. „Himmlisches Heiligtum“ und „Untersuchungsgericht“. 39

4.2.5. Bewertung. 40

5. Eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft neben den Kirchen? – Auf der Suche nach einer adäquaten Bezeichnung.. 41

5.1. Begriff – Was sind die STA?. 41

5.1.1. Gemeinschaft neben den Kirchen. 41

5.1.1.1. Sekte. 42

5.1.1.2. Sondergemeinschaft 43

5.1.2. Kirche. 45

5.1.2.1. Kirche allgemein. 45

5.1.2.2. Freikirche. 46

5.2. Attribute – Wie und wo sind die STA?. 47

5.2.1. Protestantisch. 47

5.2.2. Evangelisch. 48

5.2.3. Evangelikal 49

5.2.4. Fundamentalistisch. 50

5.2.5. Am Rande des kirchlichen Spektrums. 50

6. SchluSSfolgerungen.. 51

Literaturverzeichnis. 52

Benutzte Literatur. 52

Nichtadventistische Autoren. 52

Adventistische Autoren. 53

Weitere Literatur. 54

Nichtadventistische Autoren. 54

Adventistische Autoren. 55

 

1. Einleitung

„... neben den Kirchen - Gemeinschaften, die Ihren Glauben auf besondere Weise leben wollen“, so heißt ein vom westfälischen Beauftragten für Sekten und Weltanschauungsgemeinschaften Rüdiger Hauth 1979 erstmalig herausgegebenes Buch.[1] Es sieht mit dem Kapitel von Hans-Diether Reimer auch in seiner 10. Auflage 1995 die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) noch klar „... neben den Kirchen“. Aber auch dort wird eine Veränderung der Gemeinschaft der STA festgestellt.

Nicht nur die STA selbst haben sich verändert. Sätze wie: „Die Heterodoxie erweist sich häufig als besonders fruchtbar. Sie vermittelt nämlich dem theologischen Nachdenken neue Gesichtspunkte “[2] zeugen von einem neuen Denken auch derer, die sie beurteilen. Während beispielsweise die 3. Auflage des im Auftrag der VELKD herausgegebenen „Handbuch religiöse Gemeinschaften“ die STA als Sekte und in seiner aktuellen Ausgabe als Sondergemeinschaft einstuft[3] und einige Autoren wie Helmut Obst[4] sich einer eigenen Einschätzung enthalten, rechnen andere wie Michael Klöckner sie inzwischen fast selbstverständlich den Freikirchen zu.

Doch nicht solche unterschiedlichen Einschätzungen in der Literatur sind es, die für mich die Beschäftigung mit der Gemeinschaft der STA zu einer interessanten Aufgabe machen, sondern Begegnungen mit STA und ihrer Gemeinschaft. Sie erlauben mir, mich näher mit einer Glaubensgemeinschaft zu befassen, die mir zuerst vollkommen unbekannt war. Sie begegnete mir durch ein Haus an der Bahnstrecke in die Kreisstadt mit der Aufschrift „Adventgemeinde“, dann eher andeutungsweise im Konfirmandenunterricht, auf Kirchentagen durch seltsame Flugblätter und schließlich durch Mitschüler und Bekannte sowie den Leipziger Adventistenpastor Norbert Gelke.


 

 

 

 

2. Vorüberlegungen

2.1. Konfessionskundliche Arbeit

Die Beschäftigung mit einer anderen Glaubensgemeinschaft ist immer zugleich auch eine Anfrage an eigene Glaubensüberzeugungen. Diese Aussage dürften all jene bejahen, die eine solche Beschäftigung nicht nur als eine Beschreibung der Oberfläche, sondern als ein „Sich-Einlassen“, als ehrliche Auseinandersetzung sehen. Ein solches „Sich-Einlassen“ bedeutet in jedem Fall die Einbeziehung der Person dessen, der sich mit einer Glaubensgemeinschaft beschäftigt. Das heißt, jede Auseinandersetzung mit einer Glaubensgemeinschaft, sei es der eigenen oder einer anderen, ist von dem Menschen, der sie vornimmt, seiner Persönlichkeit, seinen Glaubens- und Lebenserfahrungen, seinen Glaubens- und Lebensüberzeugungen und damit auch seiner Konfession abhängig und ohne sie nicht denkbar.

Dennoch bemüht sich Konfessionskunde, die ja gerade auch dem interkonfessionellen Gespräch und nicht nur der Abgrenzung gegeneinander dienen möchte, um Objektivität, die ein sachliches Gespräch erst ermöglicht. Bei all diesem Bemühen ist es aber gerade um dieses sachlichen Gespräches willen notwendig, sich der Eingeschränktheit dieser Objektivität eben durch das Subjekt, die Person dessen, der sich auseinandersetzt, bewußt zu sein. In meinem Fall heißt das mir bewußt zu sein, daß ich diese Arbeit als evangelisch-lutherischer Christ schreibe, der seine Glaubenswurzeln auch zu einem nicht unbedeutenden Teil im erzgebirgischen Pietismus hat, jedoch über diese hinausgewachsen ist und sich in kritischer Auseinandersetzung mit ihnen befindet.


 

 


 

 

 

2.2. Thema

Die Gemeinschaft der STA ist in ihrer Einordnung umstritten. In der Literatur der letzten fünfzig Jahre finden sich in der Beurteilung neben eigenen Systemen[5] insbesondere Einordnungen unter die Sekten, Sondergemeinschaften oder Freikirchen. Dabei ist eine Entwicklung weg von der Sekte hin zur Freikirche festzustellen.[6]

Um die Ursachen dieser Entwicklung erkennen zu können, wird es zum einen notwendig sein, die Entwicklung der STA zu untersuchen. Dies erfordert zumindest in groben Zügen eine Gesamtdarstellung dieser Geschichte, da Ursachen für Veränderungen oder erst recht für Nichtveränderungen oft in Traditionen und somit in Geschichte begründet sind. Zum anderen erfordert eine solche Ursachenerforschung, die eine gut begründete Einordnung der STA ermöglichen soll, eine kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Begriffen und Attributen und ihren Bezug auf die STA. Diese Auseinandersetzung wird gegebenenfalls auch Begriffe oder Attribute umfassen, die in der Literatur nicht oder nur selten zur Einordnung benutzt werden, deren Einbeziehung jedoch aus der Betrachtung der Geschichte und der Lehren der STA sinnvoll erscheint. Um hierbei den Umfang dieser Arbeit nicht zu überschreiten, wird es nötig, einige in der Literatur singuläre Einordnungen nicht weiter zu erörtern, die zudem die Frage nicht weiter erhellen, ob die STA eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft „neben den Kirchen“ sind, oder ob eine andere Einordnung bzw. Bezeichnung vorzuziehen ist.

Wie schon angedeutet, ist für die Beantwortung dieser Frage auch eine Betrachtung der Lehre der STA zwingend erforderlich. Eine solche Betrachtung der Lehre, die gerade auch bei den STA historisch gewachsen ist, wird zweckmäßigerweise im Anschluß an den Abriß der Geschichte der STA und vor der Auseinandersetzung mit einzelnen Begriffen und Attributen ihren Platz haben. Dabei wird neben einer Betrachtung der Theologie und des Gemeindeverständnisses dort auch eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der STA zur Ökumene und ihrer Position darin stattfinden. Ich werde mich bemühen, in diesen Abschnitten - soweit mir dies möglich ist - zwischen objektiver Beschreibung und subjektiver Beurteilung zu trennen.

Eine für diese Arbeit abschließende Einschätzung, ob der Begriff evangelische Freikirche für die Gemeinschaft der STA angemessen ist, oder ob andere Bezeichnungen ihm vorzuziehen sind, kann jedoch, aus den oben geschilderten Gründen nur subjektiv sein.

Ein weiteres Problem stellt die Abgrenzung des Themas dar: Eine wirklich umfangreiche Erörterung der Frage, ob die STA eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft neben den Kirchen ist, ist mit dem Umfang einer Examensarbeit nicht leistbar. Zu leisten dürfte hingegen ein Abriß sein, der natürlich auch Fragen offen läßt und auch nicht alle denkbaren Argumente für eine These aufnehmen kann. Ich werde daher versuchen, mich auf die meiner Meinung nach notwendigen Fakten und Argumente zu beschränken und deshalb vieles auch nur andeuten.[7]


 

2.3. Literatur und Quellen

Die Quellenlage zu den STA ist unübersichtlich. Allein die wichtigste Autorin der STA, Ellen Gould White, hinterließ „24 große Publikationen mit über 100 000 Druckseiten, 4600 kleine Zeitschriftenartikel, 200 Traktate sowie einen umfangreichen Nachlaß an Notizen, Briefen und Tagebüchern“[8]. Daneben haben die Gemeinschaft STA und verschiedene Splittergruppen eine Unmenge an Schriften herausgegeben. Mittlerweile sind die STA auch im Internet vertreten und stellen dort ihren Glauben und ihre Gemeinschaft auf verschiedenen Seiten vor.

Insbesondere durch die Theologische Hochschule der Adventisten in Friedensau gibt es einiges an deutschsprachiger theologischer Literatur der STA.

Eine Sonderstellung besitzt der Bericht „Adventisten und Lutheraner im Gespräch“, der als Ergebnis der „bilateralen Gespräche zwischen Lutherischem Weltbund und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten 1994-1998“[9], sowohl von Adventisten wie von Nichtadventisten verfaßt wurde. Die Auseinandersetzung mit adventistischer Theologie wird für mich im wesentlichen auch eine Auseinandersetzung mit diesem Bericht sein.

Die Sekundärliteratur über die STA dürfte in ihrem Umfang fast mit adventistischer Literatur zu vergleichen sein und ist, selbst wenn man sich nur auf die Literatur der letzten fünfzehn Jahre beschränkt, kaum zu bewältigen. Auch wenn es nur wenige Monographien gibt, so gibt es um so mehr konfessionskundliche und religionswissenschaftliche Abhandlungen, die sich auch mit den STA beschäftigen sowie zahlreiche Nachschlagewerke. Diese besitzen daneben auch für die Klärung verschiedener Begriffe eine Bedeutung.

Es ist daher unbedingt notwendig, eine Auswahl zu treffen. Kriterien dabei sind für mich einerseits solche, die sich auf die Relevanz beziehen und zum anderen auch Kriterien, die sich an der praktischen Verfügbarkeit der Literatur orientieren.

Ich werde mich auf die STA in Deutschland[10] und die deutschsprachige Literatur beschränken, denn die Gemeinschaft der STA mit ihren etwa 10 Millionen weltweiten Mitgliedern ist durchaus heterogen. Da deutsche STA sich selbst vorwiegend auch mit deutschen Ausgaben ihrer Literatur beschäftigen, schließt dies beispielsweise auch deutsche Übersetzungen der Werke Ellen Gould Whites ein.

Da es, wie oben bereits angedeutet, in der Bewertung der STA eine Entwicklung gibt und ich die mit dem Thema verbundene Frage als eine aktuelle verstehe, werde ich insbesondere bei der die Adventisten[11] beschreibenden und bewertenden Sekundärliteratur weitestgehend nur Veröffentlichungen der letzten zehn bis fünfzehn Jahre in diese Arbeit einbeziehen.[12]

Quellen aus dem Internet werde ich wegen der Kurzlebigkeit und ständigen Veränderung dieses Mediums in einem „Quellenband“ dieser Arbeit in dem Wortlaut, in dem ich sie vorgefunden habe, beigeben.

Neben diesen literarischen Quellen besitzen für mich die Gespräche mit dem adventistischen Leipziger Pastor Norbert Gelke und verschiedenen jungen Gemeindegliedern sowie der E-mail-Briefwechsel mit Herrn Dozenten Johannes Hartlapp von der Theologischen Hochschule Friedensau einen wichtigen Quellenwert.


 

 

 

 

3. Die Geschichte und Entwicklungen der Siebenten-Tags-Adventisten

3.1. Die Wurzeln der STA im nordamerikanischen Protestantismus

bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts

Die STA sind in einem Umfeld entstanden, das sie wesentlich geprägt hat und welches deshalb in ihre Beurteilung mit einzubeziehen ist.

Im 17. und 18. Jahrhundert kamen in Europa verschiedene Frömmigkeitsbewegungen auf, die sich gegenseitig beeinflußten. Die Vereinigten Staaten von Amerika, die sich 1776 aus englischen Kolonien bildeten, führen sich in ihrer Tradition mit den puritanischen Pilgrims wesentlich auf Vertreter einer solchen Frömmigkeitsbewegung zurück.

Eine der beiden konfessionellen Hauptwurzeln[13] der STA ist der Baptismus, entstanden 1636 mit Roger Williams, der den auf völliger Religionsfreiheit basierenden Staat Rhode Island gründete. Die Baptisten blieben jedoch bis 1688 nur auf 13 Gemeinden beschränkt und breiteten sich erst mit der „Großen Erweckung“[14] 1733 bis 1744 weiter aus.

Diese Evangelisationsbewegung richtete sich gegen ein verbürgerlichtes Gewohnheitschristentum und eine durch die Aufklärung geförderte Nivellierung des Christlichen. Kennzeichen dieser Bewegung waren neben einer Bekehrung zum lebendigen Glauben und einer emotionalen Jesusfrömmigkeit eine Betonung der Buße und der moralischen Heiligung des Lebens.

Übertroffen wurde diese erste Erweckung noch durch die „Zweite große Erweckung“[15], die vor allem von der anderen konfessionellen Hauptwurzel des Adventismus, den Methodisten, getragen wurde, jedoch auch andere Denominationen umfaßte. Die Methodisten waren aus Laienpredigerkreisen um anglikanische Geistliche wie die Brüder John und Charles Wesley entstanden. Sie forderten ebenso wie die „Große Erweckung“ Bekehrung und Wiedergeburt und waren durch ein intensives Gemeindeleben gekennzeichnet. Nach Konflikten, die sich an dem starken Laienelement und Problemen mit der Parochialstruktur entzündet hatten, kamen um 1766 die ersten Methodisten nach Nordamerika. Dort wirkten Methodistenprediger insbesondere unter nach Westen ziehenden Siedlern und lösten so die von 1797 bis 1805 dauernde Erweckungsbewegung aus. Besondere Merkmale dieser Bewegung waren nun auch antiaufklärerische Polemik, unliturgische Gottesdienste - teilweise auch unter freiem Himmel - und systematische seelsorgerische Betreuung. Die moralische Heiligung wurde nun durch die Gründung von Schulen und Krankenhäusern, Wohltätigkeitsvereinen und den Kampf gegen Alkoholismus, sittliche Verrohung und Sklaverei konkretisiert. Hinzu kamen missionarische und natürlich evangelistische Aktivitäten.

Die Glaubenskonflikte vieler nordamerikanischer Einwanderer in ihren Heimatländern führte dazu, daß nach der Unabhängigkeit 1776 auch die strikte Trennung von Staat und Kirche in die Verfassung der Vereinigten Staaten aufgenommen wurde. Dennoch setzte man einen allgemein-christlichen Grundcharakter voraus. Die religiöse und persönliche Freiheit einerseits, die das legendäre amerikanische Unternehmertum und damit die Herrschaft des Geldes ermöglichten, und die strenge religiöse Prägung vieler Glaubensflüchtlinge und ihrer Nachkommen führten zu einer Spannung, die solche Erweckungsbewegungen zur Entladung regelrecht benötigten. In diesem Spannungsfeld zwischen Freiheit und religiöser Strenge entstanden oft in Erweckungen, teilweise aber auch unabhängig von ihnen die religiöse Landschaft der USA des 19. Jahrhunderts mit ihren vielen verschiedenen Sekten und Denominationen, die noch bis heute fortwirkt. Sie wurde charakterisiert durch Erweckungen, die fast immer auch apokalyptische Elemente enthielten, strenge Sonntagsheiligung, Zersplitterung, ein starkes Laienelement, eine Betonung der praktischen Tätigkeit und einer stark unter dem Einfluß der verschiedenen Denominationen stehenden geistigen Bildung. Dabei blieb die Theologie im Vergleich mit dem protestantischen Europa relativ „rückständig“ und die Ausbildung der Geistlichen war oft mangelhaft.


 

3.2. Die Millerbewegung[16]

Endzeitspekulationen haben im Christentum eine lange Tradition, die von Montanus, dem Führer der Montanisten im 2. Jahrhundert über die Endzeitberechnungen Joachim von Fiores, die Taboriten des 15. und chiliastischen Täufergruppen des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart reicht.

In diese Tradition gehört auch William Miller (1782-1849), ein Farmer und später auch Baptistenprediger aus dem Staat New York. Nach einem Bekehrungserlebnis 1816 begann er ein intensives Bibelstudium ohne Fachliteratur und Kommentare, allein mit einer Konkordanz. Eine große Faszination übte dabei auf ihn die Prophetie, insbesondere die apokalyptische aus. 1818 glaubte er im Buch Daniel den Schlüssel für eine biblische Zeitrechnung entdeckt zu haben und meinte, sich in der letzten Phase des apokalyptischen Abrisses von Daniel 2 zu befinden. Zu diesem Schluß war er gelangt, indem er den Grundsatz „ein Tag gleich ein Jahr“ auf die 2300 Tage in Daniel 8,14 anwandte und diese als Höhepunkt der Prophetie betrachtete. Den Beginn[17] dieser nun 2300 Jahre sah er im Jahr 457 v. Chr., dem 7. Jahr des Artaxerxes, in dem nach Esra 7,8 Esra nach Jerusalem kam. Dies hielt er für bestätigt durch die 70 Wochen in Dan 9,24, die ihn mit 490 Tagen gleich 490 Jahren in das Jahr 34 nach Christus zum Beginn der Heidenmission nach der Kreuzigung Christi im Jahr 31 führten. Das Ende der 2300 Jahre und damit den Zeitpunkt der Wiederkehr Christi nahm er daher entsprechend dem antiken Jahr zwischen dem Frühjahr 1843 und dem Frühjahr 1844 an.

Diese Erkenntnisse veröffentlichte er jedoch zunächst nicht. Erst 1822 verfaßte er ein aus 20 Artikeln bestehendes „Kompendium des Glaubens“ das neben Glaubensgrundsätzen, die durchaus denen seiner calvinistisch geprägten Baptistengemeinde entsprachen, auch eben jene zeitliche Fixierung der Wiederkunft Christi im Jahre 1843 bzw. 1844 enthielt.

1831 verspürte Miller die Berufung, über seine Erkenntnisse zu predigen und die Menschen zu warnen. 1833 erhielt er eine offizielle Predigterlaubnis und wurde 1844 hauptamtlicher Prediger einer Baptistengemeinde. Er gewann bald eine große Bekanntheit und löste eine Erweckung aus, so daß 1843 etwa 700 Prediger[18] in seinem Sinne tätig waren. Die Gedanken Millers wurden zwischen 1831 und 1844 intensiv durch Versammlungen, aber auch durch Zeitschriften und Traktate verbreitet, von denen insgesamt etwa fünf Millionen Exemplare verteilt wurden.

Die „Milleriten“ bildeten zunächst noch keine eigenen Gemeinden und erreichten so neben Methodisten und Baptisten auch viele andere Kirchen. Insgesamt sollen der Millerbewegung zwischen 50 000 und 100 000 Gläubige angehört haben.[19] Mit dem Näherrücken des von Miller berechneten Zeitpunktes spitzte sich die Situation jedoch zu, und 1843 wurden sie von den Methodisten ausgeschlossen, während die Baptisten erst 1845 folgten. Daraufhin identifizierten einflußreiche Prediger der Milleriten die Kirchen mit „Babylon“.

Als der 21. März 1844 verstrich und sich nichts ereignete, breitete sich eine große Depression aus, die durch den Prediger Samuel S. Snow noch einmal überwunden wurde, der unter Berufung auf das Gleichnis von den zehn Jungfrauen[20] mit dem 22. Oktober 1844 ein neues Datum für die Wiederkunft Christi verkündete.

Als auch dieses Datum eine „große Enttäuschung“[21] brachte, war nicht nur Miller, der am 20. Dezember 1849 fast erblindet in Low Hampton starb, enttäuscht, sondern auch viele Anhänger, so daß die Bewegung zerfiel. Eine größere Gruppe[22] sammelte sich erneut um Miller und berief 1845 eine Konferenz nach Albany ein, an der etwa 60 adventistische Prediger teilnahmen“ und verkündete dort „das Ende der 2300 Tage sei unbekannt, alle bisherigen Berechnungen falsch und dem 22. Oktober komme keinerlei heilsgeschichtliche Bedeutung zu“.[23]

Eine andere Position, die sich nicht lange halten konnte, vertraten Gruppen um Joseph Turner und Samuel S. Snow, die für den 22. Oktober eine geistige Wiederkunft Christi annahmen. Snow sah sich schließlich als der wiedergekommene Elia[24] und beanspruchte auch staatliche Machtbefugnisse.


 

 

 

 

3.3. Die Anfänge der Bewegung der STA

Eine dritte Richtung, aus der später die Siebenten-Tags-Adventisten entstanden und die sich erst allmählich aus verschiedenen kleinen Gruppierungen formierte, versuchte positiv an den 22. Oktober 1844 anzuknüpfen. Möglich wurde dies beispielsweise durch den Farmer Hiram Edson, der sich 1839 den Milleriten angeschlossen hatte. Nach einer Vision entwickelte er die bei den Siebenten-Tags-Adventisten bis heute offiziell geltende Heiligtumslehre[25]. Er lehrte, daß Christus am 22. Oktober nicht auf die Erde wiedergekommen sei, sondern seinen abschließenden Dienst im Allerheiligsten des himmlischen Heiligtums begonnen habe. Als Quelle dafür diente ihm neben seiner Vision auch Hebräer 9. Er erklärte somit nicht Millers Berechnungen für falsch, wie die Albany-Konferenz, sondern nur deren Deutung als Datum der Wiederkunft.

Einen weiteren wesentlichen, identitätsstiftenden Impuls erhielt diese Richtung durch den ehemaligen Schiffskapitän Joseph Bates. Dieser war 1845 mit einer adventistischen Gruppe in Berührung gekommen, die von der kleinen, noch heute bestehenden Gemeinschaft der „Siebenten-Tags-Baptisten“[26] die Heiligung des Samstags als des wahren Sabbats[27] übernommen hatte. Mit seiner Schrift „Der Siebente - Tags - Sabbat - ein beständiges Zeichen“[28] und seinen Predigten erreichte er viele Adventgläubige, die sich ihm anschlossen. 1846 kam Bates, zu dessen Anhängern auch James White gehörte, mit Hiram Edson in Kontakt und übernahm dessen Heiligtumslehre, während Edson sich dem Halten des Samstags als Sabbat anschloß. Diese Gläubigen, die sowohl Edsons Heiligtums- als auch Bates Sabbatlehre vertraten, waren wohl die ersten STA.

Zu denen, die sich Bates anschlossen hatten, gehörten auch zwei weitere Gründungseltern der STA: der bereits erwähnte James White und seine Frau Ellen Gould White, geborene Harmon. James White war der Organisator dieser Bewegung. Er versuchte unermüdlich, die verstreuten Adventisten zu sammeln und in Verbindung miteinander zu bringen. Er gilt auch als Urheber der bis heute bei den STA gültigen Interpretation und Ausformung der Lehre von der „dreifachen Engelsbotschaft“[29]. Überstrahlt wird die Bedeutung der drei Männer Hiram Edson, Joseph Bates und James White jedoch durch eine Frau: Ellen Gould White. Sie ist die Einzige, die in den Glaubensgrundsätzen der STA erwähnt wird.[30] Dies ist auch einer der Gründe dafür, warum sie, die nie ein offizielles Amt der STA innehatte und zwar eine überragende Persönlichkeit der STA, nicht aber ihre Gründerin[31] ist, innerhalb und außerhalb der STA so umstritten ist.


 

Exkurs 1: Ellen Gould White:

„Eine der Gaben des Heiligen Geistes ist die Weissagung. Diese Gabe ist ein Kennzeichen der Gemeinde der Übrigen und hat sich im Dienst von Ellen G. White erwiesen.“[32] heißt es in den Glaubensüberzeugungen der STA. Zu ihren Schriften wird jedoch auch gesagt: „Sie heben auch deutlich hervor, dass die Bibel das Maß ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden muss.“ Dies ist Ausdruck des Verhältnisses der STA zu einer ihrer prägendsten Gestalten und macht deutlich, daß dieses Verhältnis auch von den STA selbst nicht unproblematisch und spannungsfrei gesehen wird. Das wird auch durch eine Stellungnahme im Gespräch zwischen Adventisten und Lutheranern deutlich: „Ellen G. Whites Autorität ist eine abgeleitete Autorität. Sie hat selbst entschieden das Sola-Scriptura-Prinzip vertreten und Adventisten überprüfen ihr Schrifttum an der Heiligen Schrift.“

Wer ist also Ellen Gould White[33], geborene Harmon? Sie wurde 1827 auf einer Farm im amerikanischen Bundesstaat Maine als Tochter eines Hutmachers geboren und als Neunjährige so am Kopf verletzt, daß sie für drei Wochen ohne Bewußtsein war und anschließend nicht mehr die Schule besuchen konnte. Die Familie gehörte zur Bischöflichen Methodistenkirche und schloß sich 1840 der Adventbewegung William Millers an. Sie erlebte in dieser Zeit auch entsprechend einem verbreiteten pietistischen Bekehrungsschema nach einer Phase tiefer Hoffnungslosigkeit ihre Bekehrung und wurde 1842 durch Untertauchtaufe Mitglied der Methodistenkirche, aus der sie jedoch bereits 1843 zusammen mit ihrer Familie wieder ausgeschlossen wurde. Im Dezember 1844 hatte sie als 17jährige ihr erstes Gesicht, in dem sie die Zukunft der Adventisten sah. Dieser Vision folgten weitere, in denen sie auch aufgefordert wurde, das Gesehene anderen mitzuteilen.

Wesentlich für die Bedeutung, die sie für die STA erlangte, ist wohl, daß James White ihre charismatische Begabung erkannte und man in ihr eine Prophetin und somit Wegweiserin der Bewegung sah.

Diese Rolle füllte sie auch nach ihrer Heirat mit James White 1846 aus. Im gleichen Jahr begann das Ehepaar nach dem Kontakt mit Joseph Bates den Samstag als Sabbat zu feiern. Dies wurde ihr 1847 durch eine Vision bestätigt.

Sie übernahm mit ihren Visionen und ihrer schriftstellerischen Tätigkeit die Rolle[34] einer geistigen Führerin, während ihr Mann sich um die Organisation der einzelnen Gemeinden zu einer Gemeinschaft bzw. Kirche [35] bemühte. Durch Ellen Gould Whites Visionen wurde er dabei unterstützt. Ihm kam so auch die Veröffentlichung der Traktate und der Niederschriften der Visionen seiner Frau zu.

Auch nach der offiziellen Gründung der STA 1863 formten Ellen Gould Withes Visionen die Gemeinschaft weiter. Beispielsweise wurde durch ihre Visionen ab 1863 auch der adventistische Lebensstil mit Enthaltsamkeit, Verzicht auf Schweinefleisch und anderes geprägt. Ebenfalls auf ihre Empfehlung geht die Gründung von Schulen und Sanatorien sowie der Beginn von Mission über die ursprünglichen Verbreitungsgebiete hinaus zurück. „Das pragmatische Reagieren auf aktuelle Fragen ist [dabei] für manche Visionen Ellen G. Whites charakteristisch.“[36] Nach dem Tod ihres Mannes 1881 bereiste sie 1885 bis1887 auch Europa. Auf dieser Reise wurde sie von Ludwig Richard Conradi begleitet, der prägenden Figur der entstehenden deutschen STA, der später einer ihrer entschiedensten Kritiker wurde und 1931 die Gemeinschaft der STA verließ. 1915 starb Ellen Gould White fast 88jährig.

Sie ist, wie bereits erwähnt, jedoch auch innerhalb der STA nie unumstritten gewesen. Ihr im deutschen Raum bekanntester interner Kritiker war der Organisator der deutschen Adventisten Ludwig Richard Conradi. Über ihre Schriften urteilte bereits er, daß „das Abschreiben aus Werken anderer“[37] eine wichtige Quelle sei. Seine Haltung zu den Schriften Ellen Gould Whites und deren kritische Analyse führten 1931 zur Pensionierung wegen „Abkehr von den Grundsätzen unserer Gemeinschaft“[38] und schließlich 1932 zum Verlassen der STA. Neben Conradi wurde die bedeutendste Frau in der Geschichte der STA unter anderem auch von ehemaligen Weggefährten wie Warren Prescott oder Arthur G. Danniells sehr kritisch beurteilt[39]. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Abschreibevorwürfe gegen E. G. White durch den ehemaligen Adventisten Walter T. Rea noch verstärkt und ausgeweitet. Ellen Gould White wird bei aller Ehre, die ihr nach wie vor zuteil wird, heute auch von Adventisten teilweise recht kritisch[40] gesehen. So sehen es nach einer Untersuchung nur 21%[41] junger deutscher Adventisten als notwendig an zu glauben, daß E. G. White als Prophetin gilt. Auch aus Jugendgruppen wird berichtet, daß man mit Veranstaltungen über Ellen Gould White nicht das Interesse der Jugendlichen trifft. In der deutschen Fassung der Glaubensüberzeugungen[42] wird außerdem in Zusammenhang mit E. G. White das Wort Weissagung verwendet[43] und der Begriff Prophetie oder Prophetin vermieden. Zugleich wird dort darauf hingewiesen, daß ihre Schriften an der Bibel zu prüfen sind und somit geradezu zu Kritik aufgerufen. Eine solch selbstkritische Haltung zu ihr und ihren Schriften ist wohl auch deshalb möglich, da ihre Schriften und Visionen selbst Widersprüche und Entwicklungen zeigen[44]- beispielsweise die Ein- und Wiederausführung einer Reformkleidung für Frauen zwischen 1863 und 1875 oder das Verbot des Verzehrens von Schweinefleisch, nachdem dieses bis 1858 erlaubt gewesen war.

Ellen Gould Whites Schriften sind nach Aussage von Pastor Gelke nicht der Maßstab, nach dem STA die Bibel auslegen, sondern sie versuchen, die Schrift sich durch sich selbst auslegen zu lassen. STA betonen auch immer wieder, daß E. G. White weder die Gründerin der STA sei noch ihre Schriften Offenbarungscharakter hätten. Dennoch gehen sie weiter davon aus, sie habe die Gabe der Weissagung besessen.

In den lutherischen Kirchen und in vielen anderen nichtpfingstlerischen Kirchen treten die in 1.Kor. 12 beschrieben Gaben relativ selten auf oder werden zumindest relativ selten wahrgenommen. Es hat sich eine Skepsis gegenüber Charismen herausgebildet, deren Hintergrund in Rationalismus und Aufklärung zu suchen sind. Die Erweckungsbewegungen, die mit den Wurzeln der STA verbunden sind, waren gerade gegen diese Geisteshaltung gerichtet und demzufolge weniger skeptisch. Daher dürfte es hier angebracht sein, zumindest die Möglichkeit einzuräumen, Ellen Gould White habe ein Charisma besessen, denn sie erscheint als charismatische Führerin der ersten STA nicht durch ein Amt, sondern allein durch ihr Wort, ihre Schriften und ihre Visionen. Diese „richteten sich gegen Fanatismus und bestätigten oder signalisierten vernünftige Lösungen“[45]. Ihr ist es auch zu verdanken, daß die STA trotz ihrer Sonderlehren die wichtigsten Glaubenssätze mit den Kirchen der Reformation teilen.[46] Daß sie diese charismatische Leitung der Gemeinde mit Hilfe der Gabe der Weissagung als „ein von Gott bestätigtes und bevollmächtigtes Sprechen“[47] ausgeübt haben könnte, sollte den Adventisten zugestanden werden, zumal sie selbst einräumen: „Niemals hat sie den Anspruch erhoben unfehlbar zu sein.“[48]

Gerade weil die STA im Gegensatz zu einigen Splittergruppen[49] heute auch die Fehler E.G. Whites sehen, dazu auffordern ihre Schriften durch die Bibel zu hinterfragen und betonen, daß ihre Schriften und Vision einen zur Auseinandersetzung mit der Bibel anregenden und keinen ihr gleichkommenden Offenbarungscharakter hätten, sollte die Bezeichnung Prophetin[50] für E.G. White bzw. Prophetie für ihre Schriften zumindest im Deutschen wegen der möglichen Parallelisierung zum Alten Testament vermieden werden.

Ihre Bücher sind meist mehr oder weniger gelungene Bibelkommentare zu bestimmten Themen. „Der Große Konflikt“[51], ihr am weitesten verbreitetstes Werk, kommentiert allerdings teilweise polemisch die Kirchengeschichte.

Zusammenfassend läßt sich zu Ellen Gould White sagen: Sie war eine charismatische Führerin der STA. die mit ihren Visionen die Gemeinschaft formte. Die Sonderlehren der STA sind nicht aufgrund ihrer Visionen entstanden[52], sondern durch diese nur geformt und begründet worden. Gleichzeitig haben sie jedoch auch dafür gesorgt, das die STA die wesentlichen Glaubenslehren der reformatorischen Kirchen beibehalten haben. Auch Adventisten können heute Ellen Gould White kritisch sehen und werden durch ihre Glaubensüberzeugungen zudem aufgefordert, ihre Schriften an der Bibel zu prüfen, über bzw. neben der diese keinesfalls stehen. Es könnte daher möglich sein, daß sie zumindest zeitweise tatsächlich das Charisma der Weissagung besessen hat. Mir persönlich erscheint es aber angemessener, ihr das Charisma der Gemeindeleitung zuzugestehen, das sich im nicht ausschließlich zu verstehenden[53] Charismenkatalog in 1. Kor. 12 nicht findet. E. G. White, die heute von Adventisten ungeachtet dessen, daß sie nicht die Gründerin der STA ist, als durchaus mit Wesley, Luther oder Calvin vergleichbar angesehen wird, sollte im ökumenischen Umgang mit den STA kein großes Problem darstellen und steht auch einer Sicht der STA als Freikirche nicht entgegen. Es bleibt jedoch auch zu hoffen, daß in dem gleichen Maße, wie es den großen Konfessionskirchen gelingt, mit Charismen flexibler umgehen zu können[54], auch innerhalb der STA den gegenüber E. G. White skeptischer eingestellten Kräften gelingt, sich stärker Gehör zu verschaffen, so daß Heterodoxie hier für beide fruchtbar werden kann[55].


 

 

 

 

3.4. Die Gründung der STA und der Beginn der Mission

Über den Zeitpunkt des Abschlusses der wesentlichen adventistischen Lehren gibt es keine allgemein akzeptierte Auffassung. Während Kurt Hutten[56] dies um 1849 mit dem ersten Erscheinen der Zeitschrift „The Present Truth“[57] ansetzt, legt die Argumentation Hans-Diether Reimers[58] eher das Jahr 1851 nahe, da in dieser Zeit Gruppen sabbathaltender Adventisten über den Bereich der ehemaligen Milleriten hinaus zu wirken begannen. Für das Jahr 1851 spricht auch, daß in diesem Jahr die erste Ortsgemeinde gegründet wurde[59] und man somit begann, sich zu institutionalisieren, obwohl man sich anfangs nur als Bewegung oder Überkirche verstanden hatte und deshalb feste Organisationsformen ablehnte.[60] 1853 begann man mit der Ausgabe von Predigtscheinen und 1859 sammelte man erstmals den Zehnten ein.[61] 1860 nahm man den Kirchennamen „Siebenten-Tags-Adventisten“[62] an und schon 1861 wurde der erste regionale Verband, Vereinigung[63] genannt, gegründet. 1863 schließlich wurde mit Delegierten aus 6 Vereinigungen, die 125 Gemeinden mit 3500 Gemeindegliedern und 30 hauptamtlichen Predigern vertraten, die erste Generalkonferenz der STA in Battle Creek abgehalten. Auf ihr wurde auch die erste Fassung der damals 22 Glaubensgrundsätze verabschiedet[64]. Der Gründungsprozeß der aus der Millerbewegung entstandenen STA war abgeschlossen.

Bereits 1851 hatte man begonnen, sich Gläubigen außerhalb der ehemaligen Milleriten zuzuwenden und gründete 1859 noch vor der ersten Generalkonferenz eine Missionsgesellschaft. Bei der Mission beschränkte man sich jedoch zunächst auf Nordamerika, da man hier durch die Einwanderer „alle Völker“[65] repräsentiert sah.

Erst 1874[66] wurde mit dem nach Europa gesandten John Nevis Andrews mit der weltweiten Mission begonnen, bei der man sich anfangs noch auf Christen beschränkte. Notwendig wurde dies, da 1864 der Pole Michael B. Czechowski, der 1857 als ehemaliger katholischer Priester zu den sabbathaltenden Adventisten übergetreten war, „illegal“, ohne Erlaubnis und Auftrag der Generalkonferenz begonnen hatte in Norditalien, der Schweiz und Rumänien kleine Gemeinden zu gründen[67]. 1868/69 nahm dann die Schweizer Gemeinde Kontakt mit der Leitung der STA in Battle Creek auf und sandte Jakob Erzberger dorthin, wo dieser zum Prediger berufen wurde und 1870 zurückkehrte. 1871 wurde der Weg zur Entsendung Andrews durch eine Vision Ellen Gould Whites geebnet.

Von Anfang an sahen die Adventisten die Mission über Print- und audiovisionelle Medien als eine im Vergleich zu den Missionaren gleichberechtigte Missionsform an. Dies wird allein schon am Umfang des Werkes von Ellen Gould White deutlich. Seit 1879 ist die Buchevangelisation eine offizielle Missionsform und 1936 wurde mit dem Rundfunkwerk „Voice of Prophecy“[68] die Radiomission begonnen.


 

3.5. Die STA in Deutschland

Als der bereits erwähnte Schweizer Adventistenprediger Jakob Erzberger 1875 in Vohwinkel und 1876 in Solingen[69] die ersten deutschen Adventistengemeinden gründete, konnte er an spekulativ-apokalyptische Gedanken anknüpfen, die zuvor beispielsweise schon durch aus der tschechischen Reformation hervorgegangene Gruppen oder im 18. Jahrhundert durch den württembergischen Pietisten Johann Albrecht Bengel verbreitet worden waren. Auch hatte der „Weber und ehemalige reformierte Prediger J.H. Lindermann bereits vorher eine Gruppe von etwa 50 Personen auf Grund eigener Erkenntnisse von Adventerwartung, Glaubenstaufe und Sabbatfeier überzeugt, schloß sich den Siebenten-Tags-Adventisten aber wegen Differenzen in der Vorstellung vom Tausendjährigen Reich nicht an“[70].

Der eigentliche Begründer der Gemeinschaft der STA in Deutschland[71] ist aber Ludwig Richard Conradi[72], der, in Karlsruhe geboren, 1878 in Amerika den STA beigetreten war und 1887 Ellen Gould White auf deren Reise durch Deutschland begleitete, nachdem er 1886 nach Deutschland entsandt worden war.[73] 1889 wählte er Hamburg als Ausgangspunkt für die adventistische Mission in Deutschland, Mittel- und Osteuropa, Vorderasien und Afrika und gründete dort ein Verlagshaus. 1898 erhielten die STA in Deutschland den Status einer Vereinigung.[74] 1899 wurde sowohl der Deutsche Verein für Gesundheitspflege gegründet als auch das Anwesen Friedensau bei Magdeburg zum Aufbau eines Theologischen Seminars erworben. In dieser Zeit begannen auch die Anfänge des Advent-Wohlfahrtswerkes. Nachdem es 1891 kaum 110[75] Adventisten gab, wurde nach der Organisationsreform 1901 bereits ein erster deutscher Verband mit 1 959[76] Mitgliedern gegründet, aus dem bis 1912 drei Verbände wurden, von denen sich 1992 nach der Wiedervereinigung Deutschlands zwei wieder zusammenschlossen

1914[77] kam es aufgrund unterschiedlicher Ansichten zum Waffendienst, der von der deutschen Leitung der STA vorbehaltlos unterstützt wurde, zur Abspaltung der „Gemeinschaft der STA - Reformationsbewegung“ und anderer kleiner Gruppen[78]. Die Jahre der Weimarer Republik[79] nutzten die STA weiter zur Mission. Sie traten in dieser Zeit eher unpolitisch, höchstens antikatholisch auf. 1914 hatten die STA in Deutschland 15 000[80] und 1930 30 000 Mitglieder.[81]

In der Zeit des Faschismus[82] wurden die STA zwar eingeschränkt, aber nicht verboten, und viele ließen sich auch von der NS-Ideologie beeinflussen. Nach 1945 nutzten sie jedoch die Möglichkeiten des Neuanfangs.[83] In den Nachkriegsjahren erzielten die STA bemerkenswerte Missionserfolge und erreichten mit 44 800[84] ihren bisherigen Höchststand an Mitgliedern in Deutschland. Die Mitgliederzahlen haben danach - auch durch die antireligiöse Politik der DDR- langsam aber stetig abgenommen. Seit der Wende dürfte den Schilderungen Pastor Gelkes zufolge die Zahl der Adventisten durch den Zuzug aus Rußland, wo seit 1886 unter den deutschen Mennonitengemeinden missioniert worden war, wieder leicht ansteigen. In Ostdeutschland ersetzen diese Zuzüge jedoch oft gerade die Anzahl von Mitgliedern, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation in den Westen Deutschlands verzogen sind. Besonders die ostdeutschen Adventisten, die durch die Entchristlichung der Gesellschaft in der DDR geprägt sind, suchen die Gemeinschaft und Hilfe anderer Glaubensgemeinschaften, auf die sie in jener Zeit oft angewiesen waren. Nach meinen Beobachtungen wird hier auch nicht mehr aktiv unter anderen Christen missioniert, sondern vielmehr das nichtchristliche Umfeld, für das die Unterschiede der einzelnen Glaubensgemeinschaften weniger relevant sind, als gemeinsame Aufgabe und Missionsfeld für alle Christen erkannt. Auch an anderen Punkten hat sich das Gemeindeleben durch das Umfeld verändert. So wird heute beispielsweise stärker nach den Zielgruppen bestimmter Veranstaltungen gefragt, und der Gottesdienstbesuch liegt „nur“ noch bei etwa 60 Prozent[85]. Selbstverständlich gibt es unter den heute etwa 36 000 deutschen Adventisten Unterschiede sowohl durch Alter und Frömmigkeitsprägungen, aber auch zwischen Ostdeutschen, Westdeutschen und Zuwanderern aus Rußland. Diese werden zwar nach außen als „bereichernd“ bezeichnet, führen aber auch zu Konflikten.

Inneradventistisch gelten die deutschen STA allgemein[86] als progressiv und sehr an praktischer Zusammenarbeit mit anderen christlichen Gemeinschaften interessiert. Sie können sich jedoch auf den Generalkonferenzen in bestimmten Fragen wie der Frauenordination nicht immer gegen konservativere STA - beispielsweise aus Afrika - durchsetzen.

Ein wichtiges Zentrum der deutschen STA ist Friedensau bei Magdeburg. Hier befinden sich neben der staatlich anerkannten Theologischen Hochschule[87] mit etwa 200 Studenten „ein Sanatorium, Werkstätten und eine Nährmittelfabrik“[88]. Aber auch außerhalb von Friedensau unterhalten die STA soziale Einrichtungen.


 

 

 

 

3.7. Die heutige Struktur der STA[89]

Bereits 1901 hatten die STA erkannt, daß sich die Struktur der STA ihrer zunehmenden Größe anpassen muß und diese grundlegend reformiert. Sie stellt sich heute so dar:

Die Autorität der STA beruht auf ihren Mitgliedern. Sie kommt in einer repräsentativen Kirchenverwaltung mit verschiedenen Gremien zur Wirkung. Jede Adventgemeinde wird vor Ort von einem nicht ordinierten Gemeindeleiter oder einem ordinierten Gemeindeältesten geleitet. Er wird dabei durch einen Gemeindeausschuß unterstützt, dem nur Laien angehören. Alle Entscheidungsträger werden von der Gemeindeversammlung für ein oder zwei Jahre gewählt. Wiederwahlen sind möglich und die Regel. Nicht gewählt wird der ordinierte und hauptamtliche Pastor, der oft für mehrere Gemeinden zuständig ist, weshalb in den Gottesdiensten oft auch Laien predigen. Der Pastor wird von der jeweiligen Vereinigung eingesetzt. In dieser sind Adventgemeinden einer bestimmten Region zusammengefaßt. Analog zum Gemeindeleiter bzw. Gemeindeältesten, Gemeindevorstand und Gemeindeversammlung gibt es hier einen Vereinigungsvorsteher, der allerdings ein Pastor sein muß, einen Vereinigungsausschuß und eine Abgeordnetenversammlung. Hinzu kommt ein aus Vorsteher, Sekretär und Schatzmeister bestehender Vorstand, der für das Tagesgeschäft verantwortlich ist. Die Legislaturperiode beträgt hier vier Jahre. In Deutschland gibt es zur Zeit neun Vereinigungen, die im Norddeutschen und im Süddeutschen Verband zusammengefaßt sind. Die Verbände, die in anderen Ländern auch Unionen heißen, sind analog den Vereinigungen organisiert und haben eine fünf Jahre dauernde Legislaturperiode. In Deutschland haben die beiden Verbände die Gemeinschaft der STA in Deutschland als Dachorganisation für gemeinsame Aufgaben gegründet. Sie sind inneradventistisch jedoch gemeinsam mit Adventisten aus 22 Ländern auch in der Euro-Afrika-Division mit Sitz in Bern als einer von insgesamt 12 Divisionen zusammengefaßt. Diese werden von einem Divisionspräsidenten, einem Vorstand, Abteilungsdirektoren und einem Divisionsausschuß geleitet. Das höchste Gremium der STA ist die Generalkonferenz der STA, deren Sitz in Silver Spring in den USA ist, die jedoch zur Zeit alle fünf Jahre an einem anderen Ort zu einer Vollversammlung zusammentritt. Sie wird analog einem Verband geleitet. Der Vollversammlung gehören Verantwortungsträger der Generalkonferenz und der Divisionen, die Verbandsvorsteher und eine unterschiedlich große Anzahl von Abgeordneten, Laien und Pastoren jedes Verbandes, die vom Verbandsausschuß entsandt werden, an. „Fragen der Lehre und organisatorische Fragen, die weltweit allgemeine Bedeutung haben, können nur während einer Generalkonferenz-Vollversammlung entschieden werden.“[90] Dabei wird oft heftig diskutiert.[91]

Das wichtigste Element in der Struktur der STA ist jedoch die Gemeinde, die mit ihrem großen Angebot an Kreisen für viele Adventisten der Lebensmittelpunkt ist.


 

Exkurs 2: Adventistisches Gemeindeleben

Die Gemeinde spielt im Leben eines Adventisten eine wesentliche Rolle. Sie ist neben der Familie das wichtigste soziale Gefüge, in das er eingebunden ist. Er verbringt hier auch einen wesentlichen Teil seiner Freizeit und es wird auch von ihm erwartet, daß er sich hier einbringt. So besteht auch sein Freundeskreis oft zu großen Teilen aus Adventisten und auch viele Ehen entstehen aus Begegnungen innerhalb der Gemeinde oder auf überregionalen adventistischen Treffen oder Rüstzeiten. Es hat jedoch schon seit Jahrzehnten immer auch Ehen mit nichtadventistischen Partnern gegeben, ohne daß dieser zum Adventismus konvertierte oder deswegen gegen den adventistischen Ehepartner ein Gemeindezuchtverfahren eingeleitet worden wäre. In den letzten Jahren geht man zudem wohl auch noch offener mit solchen Mischehen um. Man scheint sogar auf die offizielle Empfehlung der inneradventistischen Heirat zu verzichten[92]. In Ehen, in denen ein Ehepartner kein Adventist ist, gehört dieser zumeist einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft an, was gerade am Sonntag oft zu Konflikten führt. Die Sexualmoral der STA ist streng und nach meiner Einsicht der einer deutschen baptistischen Gemeinde vergleichbar. Dies bedeutet nicht, daß außereheliche Sexualität oder ein Zusammenleben unverheirateter Paare nicht stattfindet, aber es wird vor der Gemeinde meist verheimlicht, wohl weil man damit ein Gemeindezuchtverfahren riskiert. Ehescheidungen sind in den letzten Jahren ein bei den STA auch auf den Generalversammlungen heftig diskutiertes Problem gewesen.[93]

In Volkskirchen fast in Vergessenheit geraten und selten angewandt, wird die Gemeindezucht in vielen Freikirchen und auch bei den STA aktiv praktiziert.[94] Sie wird verstanden als „Versuch, den irrenden Menschen zur Einsicht und zur Aufgabe der Sünde zu bewegen - weil sie ihm selbst und der Gemeinde schadet“[95]. Sie wird heute weniger als Strafgericht denn als Versuch einer korrigierenden Seelsorge gesehen. Der Verzicht auf Zurechtweisung wird als Lieblosigkeit empfunden. Welche Gemeindestrafen konkret verhängt werden, ist mir nicht bekannt, aber es sind - analog zu verschiedenen Freikirchen - der Verlust gemeindlicher Rechte, der Ausschluß vom Abendmahl bis hin zum Gemeindeausschluß denkbar. Gemeindezucht wird als Mittel verstanden, auf den richtigen Weg zurückzuführen, so daß eine Rückkehr in die Gemeinde eigentlich immer möglich und sogar erwünscht ist. Sollte dennoch ein Ausschluß Bestand haben, so bedeutet dies zwar in der Regel, daß der Betreffende sich von der Gemeinde und sie sich von ihm abwendet. Es bedeutet jedoch keinen Zusammenbruch des gesamten sozialen Umfeldes, da dies zwar zu großen Teilen, jedoch nicht ausschließlich aus Adventisten besteht, und auch von der Familie nicht erwartet wird, sich von dem Betroffenen abzuwenden. Nach meiner Einsicht sieht man die Familie eher als Möglichkeit, ihn vielleicht doch noch in die Gemeinschaft zurückzuführen. Mir persönlich sind keine Gemeindeausschlüsse wegen einer zu liberalen oder gegenüber anderen Christen zu offenen Haltung bekannt. Im Gegensatz dazu weiß ich von Ausschlüssen wegen fundamentalistischer und antiökumenischer Ansichten.[96]

Der Mittelpunkt adventistischen Gemeindelebens ist der Gottesdienst am Samstag, dessen Besucherzahlen in den letzten Jahren aber auch abgenommen haben.

Die Taufe ist für die Adventisten in ihrer täuferischen Tradition ein Akt des Bekenntnisses zu „Christus als Herrn und Erlöser“[97] und somit Bestätigung dessen, wofür sie im Lutherischen eher Voraussetzung ist: die Annahme der Erlösungsgnade Christi. Mit der Bekenntnistaufe wird man Mitglied der Gemeinde und erhält dementsprechende Rechte und Pflichten.

Auch das Abendmahl[98] wird im zwinglianischen Sinne mehr symbolisch verstanden, weniger im lutherischen, als Leib und Blut Christi. Es ist Ausdruck des Glaubens an Christus als den Herrn und Erlöser und in diesem Sinne ein Gedächtnis- und Erinnerungsmahl. Auch ist die Gemeinde und nicht Christus das Subjekt der Abendmahlsfeier[99]. Eine Besonderheit der adventistischen Abendmahlsfeier, die etwa vierteljährlich stattfindet, mit ungesäuertem Brot und alkoholfreiem Wein gefeiert und für andere Christen offen ist, stellt die dem Abendmahl unter Berufung auf Johannes 13,14f. vorausgehende Fußwaschung dar. Sie wird als Hinweis auf „die Notwendigkeit erneuter Reinigung“[100] verstanden und ist somit ihn ihrer Funktion dem allgemeinen Bußgebet im lutherischen Gottesdienst vergleichbar. Die Fußwaschung wird als eigene Tradition und nicht als Element der Abgrenzung gegen andere christliche Glaubensgemeinschaften verstanden.


 

 

 

 

3.8. Die STA auf dem Weg in die Ökumene[101]

Die Abgrenzung der STA gegen andere christliche Glaubensgemeinschaften und ihre Ausgrenzung durch diese hat eine lange Tradition und begann bereits mit der Millerbewegung.[102] Ellen Gould White brachte die STA auf einen Kurs, der den Abstand zu anderen Christen nie zu groß werden und so auch Raum für Entwicklungen ließ.

Etwa 100 Jahre nach der Formierung der STA begann im Zuge des ökumenischen Aufbruchs der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts auch eine Annäherung der STA an die weltweite ökumenische Bewegung. Sie ist durch die inoffiziellen Gespräche mit dem ÖRK zwischen 1965 und 1971 erstmals greifbar. Als Ergebnis dieser Gespräche gibt es seitdem eine Zusammenarbeit der STA mit dem ÖRK in bestimmten Fragen und die gegenseitige Teilnahme von Beobachtern an größeren Tagungen und Konferenzen. Die STA sehen sich zwar innerhalb „eines biblisch begründeten Einheitsstrebens“[103] der Christenheit, eine Mitgliedschaft im ÖRK streben sie jedoch aus theologischen Gründen nicht an. Dies hängt ähnlich wie bei der römisch-katholischen Kirche mit einem eigenen Verständnis von Ökumene zusammen, das sich von dem des ÖRK unterscheidet. Es „ist von drei grundlegenden Forderungen gekennzeichnet:

1. Keine Einheit um jeden Preis! Einheit ist kein Wert ‚an sich‘.

2. Christliche Einheit ist nicht zuerst und vor allem organisatorischer, sondern geistlicher Art, ist Einheit in Christus.

3. Das Wachsen in Einheit darf nicht getrennt werden von einem Wachsen in der Heiligung (bildlich gesprochen: horizontale und vertikale Einheit gehören zusammen)“[104].

Ihre Vorbehalte einer Mitgliedschaft im ÖRK gegenüber begründen sie vor allem wie folgt:

1. „Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat bedeutet faktisch Missionsverzicht gegenüber Mitgliedskirchen. [...] Ein gesamtkirchliches geistliches Wachstum jedoch setzt Missionsfreiheit aller Kirchen auch untereinander voraus.“[105]

2. „Der Ökumenische Rat neigt zur Anpassung des christlichen Glaubens an die ‚moderne Welt‘ [...]. Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten wäre [...] im ökumenischen Rat derart schwach vertreten, daß sie organisatorisch nichts unternehmen könnte.“[106]

3. Nicht wenige im ÖRK suchen „eine Art christliche, ja interreligiöse Einheitsfront gegen den Unglauben [...] Wahre christliche Einheit aber darf nicht Angsteinheit oder Einheit der Selbstbehauptung sein.“[107]

Ein solches Verständnis von Ökumene und ihre Vorbehalte einer Mitgliedschaft im ÖRK gegenüber teilen die STA mit vielen anderen, besonders pietistischen und evangelikalen Gruppen und Gemeinschaften oder der Evangelisch-Lutherische Kirche der Missouri-Synode.[108] Die Vorbehalte sind so auch verständlich, wenn man bedenkt, daß die STA in einem pietistisch und evangelikal geprägten Umfeld entstanden sind[109], zwischenzeitlich nur unter den Mitgliedern anderer Kirchen missionierten[110] und auch bis heute stark durch Mission wachsen[111]. Die STA erheben heute jedoch „keinen Ausschließlichkeitsanspruch“[112] und zeigen reges Interesse für „Lehrgespräche, Materialaustausch, Jugendbegegnungen, gemeinsame diakonische Dienste (etwa an Suchtgefährdeten), Hilfe in Notständen, Überlassung von Räumen, Friedensdienst, Unterstützung von Bibelgesellschaften und nicht zuletzt Einsatz für Glaubensfreiheit“[113]. Sie sehen sich auch außerhalb des ÖRK als Teil der weltweiten Christenheit. Dies wird deutlich durch ihre seit 1968 bestehende Teilnahme an den „Zusammenkünften der ‚Sekretariate der konfessionellen Weltbünde‘“[114] oder Gespräche mit verschiedenen Kirchen beispielsweise die Gespräche mit dem Lutherischen Weltbund[115], der syrisch-orthodoxen Kirche[116], den Maroniten[117], der Weltweiten Evangelischen Allianz[118] und den Reformierten.[119] Selbst mit der römisch-katholischen Kirche[120], lange Zeit der Inbegriff für „Babel“, wurden Gespräche aufgenommen, die zu einer Revision des Verhältnisses führten. Zur Pflege der ökumenischen Beziehungen richtete die Generalkonferenz der STA einen „Rat für zwischenkirchliche Beziehungen“ ein. Ganz allgemein sind die STA weniger an institutioneller als vielmehr an praktischer Zusammenarbeit interessiert, haben sich in den letzten Jahren jedoch auch mannigfaltigen Formen der Mitgliedschaft in verschiedenen Organisationen und Gremien geöffnet. So sind sie in Deutschland[121] seit 1993 Gastmitglied der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK), in deren DDR-Pendant sie bereits bald[122] nach der Gründung als Beobachter mitzuarbeiten begannen. Vollmitglied sind sie seit 1995 in der Deutschen Bibelgesellschaft. Ihr praktisches Interesse an Zusammenarbeit wird noch deutlicher, beispielsweise bei der Kooperation mit der Evangelischen Jugend in Sachsen und dem Landesjugendpfarramt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens bei der Durchführung des Landesjugendcamps 2001 und des Pfingstcamps der Adventjugend im Röhrsdorfer Park bei Chemnitz, bei der Beteiligung an Bibelwochen oder der gegenseitigen Mitnutzung von Räumen.[123] Auch die Mitarbeit in der evangelischen Allianz auf lokaler Ebene oder das Verhältnis zu lutherischen Amtshandlungen[124] sind Zeichen einer Entwicklung hin zu mehr Ökumene. Allerdings geschieht dies - wie beispielsweise bei der Aufnahme als Gastmitglied in die ACK - nicht immer ohne inneradventistische Spannungen. So ist der Grund für die Beschränkung auf den Gaststatus nicht durch die ökumenischen Gremien, sondern durch die Adventisten selbst bedingt. Sie sehen so auch eine Möglichkeit, an praktischer Zusammenarbeit teilzuhaben und gleichzeitig ein eigenes Auseinanderbrechen oder die Abspaltung derer zu vermeiden, die weitere Schritte auf andere Glaubensgemeinschaften zu so nicht oder noch nicht mitgehen können oder wollen. In der Zukunft[125] ist daher wohl weniger eine Änderung eines Mitgliedsstatus als eine Intensivierung der praktischen Zusammenarbeit zu erwarten. Denkbar wären hier beispielsweise gemeinsame Jugendtreffen, so wie sich die STA schon seit Jahren am Deutschen Evangelischen Kirchentag beteiligen[126].

Ein Zeichen der Veränderung des Verhältnisses der STA zu anderen Kirchen ist auch der Zusatz „protestantische Freikirche“, den sie seit einigen Jahren der Bezeichnung „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten“ anfügen.[127] „Man kann also davon ausgehen, daß die teils selbstgewählte, teils auferlegte Isolation überwunden wird“[128] bzw. oft auch schon ist. Die ökumenische Entwicklung der STA geht nach meiner Auffassung weiter. So beteiligen sich auch adventistische Frauengruppen am Weltgebetstag der Frauen, nachdem sie von der Leitung auf diese Möglichkeit hingewiesen worden waren. Allerdings war es noch keine deutschlandweite Aktion, aber sie zeigt auch eine weitere Möglichkeit für zukünftige Begegnungen und Zusammenarbeit.

Insgesamt bleibt somit festzustellen, daß die STA heute, obwohl sie sich in der organisierten Ökumene eher am Rand halten, durchaus an praktischer Ökumene interessiert und auf sie hin orientiert sind. Ihre Randstellung innerhalb der organisierten Ökumene würde es nicht rechtfertigen, ihnen den Status einer Kirche abzusprechen, schon da dies dann auch mit der römisch-katholischen oder der georgisch-orthodoxen Kirche geschehen müßte.


 

3.9. Splittergruppen

Um die Frage beurteilen zu können, ob die STA eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft neben den Kirchen sind, ist es notwendig, sie sauber von Splittergruppen zu unterscheiden, die sich im Laufe ihrer Geschichte von ihnen getrennt haben und kennzeichnend für ihre Entwicklung sind. Diese sind oft in der Öffentlichkeit recht aktiv, vertreten radikale Positionen und verstehen sich als die wahren STA. In Erscheinung treten sie beispielsweise mit Flugblättern bei Großveranstaltungen wie Kirchentagen[129] oder Papstbesuchen.[130] Der Bereich dieser Splittergruppen ist groß und unübersichtlich, ich werde deshalb nur auf die heute noch in Deutschland aktiven eingehen.

Die STA Reformationsbewegung[131] entstand in den Jahren 1914 und 1915, als die Führung der deutschen STA im ersten Weltkrieg ein apokalyptisches Signal sah und Adventisten aufforderte, auch am Sabbat den Kriegsdienst zu erfüllen. Etwa 500 STA konnten diesen Standpunkt ihrer Leitung so nicht akzeptieren. Zum Teil auch in Verbindung mit neuen Visionen und Endzeitspekulationen entstanden so verschiedene Gruppen von denen einzig die STA Reformationsbewegung, die sich 1915 aus verschiedenen lokalen Gruppen bildete und sich seit 1925 so nannte, die Zeit überdauerte. Neben regionalen Abspaltungen gab es 1951 unter den etwa 6100 Mitgliedern eine weltweite Spaltung, aus der die Gemeinschaft der STA Reformationsbewegung[132] mit weltweit heute etwa 20 000 Mitgliedern und die Internationale Missionsgesellschaft der STA Reformationsbewegung mit weltweit etwa 1500 Mitgliedern hervorgingen.

Zur Gemeinschaft der STA Reformationsbewegung gehören in sechs deutschen Gemeinden etwa 150 bis 200 Mitglieder, die durch Flugblattaktionen auf den letzten Kirchentagen[133] sowie durch verschiedene Plakat- und Flugblattaktionen in Innenstädten - beispielsweise 1997 in Jena - besonders in Erscheinung traten. Zu ihr gehören auch die „Wegbereiter-Mission“ und der „Wegbereiter-Verlag“, die ebenso wie die deutsche Zentrale heute ihren Sitz auf Schloß Lindach in Schwäbisch-Gmünd haben[134]. In ihren Flugblättern fällt die Gemeinschaft der STA Reformationsbewegung durch eine überspitzte Naherwartung der Parusie mit recht abstrusen Deutungen biblischer Symbole in Verbindung mit einer Dämonisierung des Katholizismus auf, ebenso durch verschiedenste Deutungen biblischer Prophetie in bezug auf konkrete Ereignisse der Kirchengeschichte. Sie betonen Angst und nicht Hoffnung. Solches wird von der Gemeinschaft der STA in Deutschland, Protestantische Freikirche[135] abgelehnt.[136]

Ähnlich tritt die Internationale Missionsgesellschaft der STA Reformationsbewegung[137] auf. Sie hat ihren Schwerpunkt mit etwa 400 Mitgliedern in Deutschland und ihren Sitz in Mosbach. Sie tritt auch unter den Bezeichnungen „Fernkursschule ‚Kennst Du die Bibel‘“, „Missionswerk Eben-Ezer“, „Internationale Missionsvereinigung“ oder „Edelstein-Verlag“ auf.

Darüber hinaus gibt es weitere aus der Reformationsbewegung entstandene Gruppen, so beispielsweise die „Missionsvereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten, Laubhüttenbewegung, Sach. 14,16-21“. Viele dieser Gruppen hatten jedoch keinen Bestand und zerfielen bald wieder.

Aber auch aus der Gemeinschaft der STA selbst sind verschiedene Gruppen hervorgegangen. In ihren Publikationen mit denen der Gemeinschaft der STA Reformationsbewegung bis in einzelne Bilder hinein identisch zeigt sich die „Missionsgesellschaft zur Erhaltung und Förderung adventistischen Glaubensgutes e.V.“[138] (MEFAG). Dies ist eine Berliner Gruppe von etwa 30 Personen, die sich 1987 in der Auseinandersetzung um die Beantragung der Gastmitgliedschaft der STA in der ACK abspaltete. Sie tritt bei Großveranstaltungen und durch Fernsehsendungen in verschiedenen ostdeutschen offenen Kanälen massiv in Erscheinung. 1992 unterstützte sie den adventistischen Evangelisten John Osborne[139], der sich im Gegensatz zu liberalen und ökumenischeren Positionen der Generalkonferenz der STA als Vertreter der wahren STA sieht. Er unterhält sein von den STA unabhängiges Missionswerk „Prophecy Countdown“ und wurde 1993 mit der konservativen Adventgemeinde in Troy/Montana sowie Shady Grove wegen sehr polemischer Attacken gegen die römisch-katholische Kirche durch die Weltkirchenleitung der STA ausgeschlossen. Inwieweit die Beziehungen zur MEFAG fortbestehen, ist schwer zu beurteilen, zumal Osborne sich scheinbar[140] um eine Wiederannäherung an die STA bemüht.

Daneben gibt es eine Reihe von Einzelgängern und kleineren Gruppen, die sich hinter Bezeichnungen wie „cMv Adventbotenmission“, „Adventist Public Relations APR“, „Verdere Informatie“, „mission 7“ oder „Verlag ‚Die Wahrheit‘“ bzw. „Sabbatruhe-Advent-Gemeinschaft“ oder „Missionsgemeinschaft Offenbarung 14.12“ verbergen.

Keine Abspaltung der STA ist die Weltweite Kirche Gottes[141], die in Deutschland etwa 450 ihrer etwa 64 000 weltweiten Mitglieder hat. Sie entstand zwar ebenfalls aus der Millerbewegung und hält bis heute aus Tradition den Sabbat, ihre Wurzeln gehen jedoch in die Zeit vor der ersten Generalkonferenz der STA 1863 zurück. Sie verfolgt in letzten Jahren einen ähnlichen, fast noch stärker ökumenischen Kurs als die STA.

Viele Splittergruppen der STA tragen Bezeichnungen, die den Anschein vermitteln, sie wären ein Bestandteil der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Protestantische Freikirche. Dies vermittelt oft auch ein falsches Bild dieser in der Öffentlichkeit, zumal diese Splittergruppen dort sehr aktiv auftreten. Die radikale Lehre dieser Splittergruppen unterscheidet sich jedoch deutlich von der der STA, die sich als protestantische Freikirche begreifen.


 

 

 

 

4. Eine Skizze der adventistischen Lehre

In ihrer Geschichte haben die STA unter deren Einflüssen eine Lehre entwickelt, die die Grundlage ihrer Existenz ist, über die sie sich definieren und mit der sie sich identifizieren. Diese Lehre ist in ihrem heutigen Verständnis die Grundlage meiner Beurteilung der STA.

„Die Gemeinschaft der S.T.A. beruft sich nicht auf ein formuliertes Glaubensbekenntnis.“[142] Dies erschwert es, eine „Dogmatik“ der STA zu entwickeln, zumal sich die adventistische Lehre auch in ihrem Selbstverständnis im Sinne der „Gegenwärtigen Wahrheit“[143] in ständiger Bewegung befindet. Dennoch bieten vor allem die gegenwärtigen „Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten“[144] aber auch „Adventisten und Lutheraner im Gespräch“[145] einige Anhaltspunkte, um so etwas wie eine Skizze adventistischer Lehre zeichnen zu können, und die wesentliche Momente adventistischer Lehre mit der anderer Glaubensgemeinschaften, besonders der lutherischen und anderer protestantischen Kirchen und Gruppierungen in Beziehung zu setzen. Die Überschriften sind dabei in einem weiteren Sinne zu verstehen.

Wenn ich in der Erörterung adventistischer Lehre nach deren Akzeptierbarkeit durch andere Glaubensgemeinschaften frage, so frage ich dabei nicht danach, ob die betreffenden Gemeinschaften diese Lehre so für sich annehmen könnten, sondern ob sie diese Lehre überhaupt als eine mögliche anerkennen können. Ich gebrauche akzeptieren deshalb hier nicht im Sinne von annehmen, sondern von anerkennen.


 

4.1. Dogmatische Berührungspunkte mit „den Anderen

Die STA sind eine christliche Glaubensgemeinschaft, die wesentliche Lehren mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften teilt. Auch wenn sie selbst keine ausformulierten Glaubensbekenntnisse im Gottesdienst benutzen, so erkennen sie doch die altkirchlichen an. In diesem Abschnitt sollen die Lehren aufgezeigt werden, welche die Adventisten im wesentlichen mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften teilen können bzw. die im Umgang mit ihnen keine Konfliktpunkte darstellen.

4.1.1. Gotteslehre und Schriftverständnis

Die Hauptaussagen der STA zur Gotteslehre finden sich in den ersten sechs Punkten der „Glaubensüberzeugungen“. Oberste Autorität für die STA genießt die Heilige Schrift[146] des Alten und Neuen Testaments. Von Gott inspiriert ist sie „die unfehlbare Offenbarung seines Willens“ und „Bericht von Gottes Handeln in der Geschichte.“[147] Dies bedeutet, das die STA grundsätzlich das sola scriptura der Kirchen der Reformation teilen. Auffällig ist, daß Adventisten die Bibel vor allem wörtlich verstehen, dies schließt ein anderes Verständnis nicht aus, läßt es jedoch oft in den Hintergrund treten. Bedenkt man, daß die STA aus der vor allem von Laien geprägten[148] Bewegung hervorgingen, so ist dies verständlich. Insbesondere bei Ellen Gould White läßt sich mit ihren Interpretationen und Identifikationen von prophetischen und apokalyptischen Texten jedoch auch eine allegorische Schriftauslegung beobachten. Dies findet sich auch bei anderen adventistischen Autoren. Das primäre Schriftverständnis ist jedoch ein wörtliches und ein allegorisches bleibt weitestgehend auf den Bereich der Apokalyptik und Prophetie beschränkt.

Für die STA ist Gott „ein Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist - drei in Einheit verbunden, von Ewigkeit her“.[149] Sie sehen ihn als allmächtig, allwissend, unsterblich und durch seine Offenbarung erkennbar an. Maßstab für die Auslegung der Heiligen Schrift ist für die Adventisten diese selbst.[150] Die Offenbarung findet sich auch für die STA nur in der Heiligen Schrift, denn nur in diesem Punkt der „Glaubensüberzeugungen“ wird der Begriff Offenbarung erwähnt. Keinen solchen Offenbarungscharakter besitzen die Äußerungen Ellen Gould Whites, in dem sie betreffenden Punkt 17 findet sich weder der Begriff Offenbarung noch das entsprechende Verb.

Gott Vater[151] ist in adventistischer Lehre vor allem mit der Schöpfung verbunden, als deren Urheber, Erhalter und Herr er gesehen wird. Im Zusammenhang mit der Schöpfung[152] wird die Zuverlässigkeit des Berichtes der Heiligen Schrift, allen Widersprüchen z.B. zwischen erstem und zweitem Schöpfungsbericht zum Trotz, betont. Insgesamt scheinen die STA ein größeres Gewicht auf den ersten Bericht zu legen, denn Ruhen am siebenten Tag, die Einsetzung des Sabbats, wird als Erinnerung an die Vollendung der Schöpfung besonders hervorgehoben.

Jesus Christus, durch den Gott der Sohn, der Schöpfungsmittler, Mensch wurde, ist der Erlöser der Menschheit. Er war, durch den Heiligen Geist gezeugt und von der Jungfrau Maria geboren, wahrer Gott und wahrer Mensch. Es wird deutlich gemacht, daß sein Leiden und Sterben am Kreuz aus freiem Willen geschah. Das Ziel von Auferstehung und Himmelfahrt liegt für die STA im Dienst im himmlischen Heiligtum, einer adventistischen Sonderlehre. Daneben ist für die Adventisten als eschatologisch orientierte Glaubensgemeinschaft auch die Wiederkunft des Sohnes „zur endgültigen Errettung seines Volkes“[153] besonders wichtig.

Durch den Heiligen Geist[154] ist die Heilige Schrift inspiriert worden. Er leitet und führt die Menschen als Gesandter des Vaters und des Sohnes. Er leitet sie dadurch, daß er ihnen ihre Sünden vor Augen führt und sie erneuert und verwandelt, aber auch durch geistliche Gaben. Dabei wird noch einmal, wohl auch korrespondierend zum 17. Punkt über die Gabe der Weisheit und Ellen Gould White, die Notwendigkeit der Übereinstimmung dieses Leitens mit der Heiligen Schrift betont.

Auch wenn die Adventisten wegen der Herkunft Ellen Gould Whites durch einen calvinistischen Methodismus geprägt sind, stimmen diese Aussagen weitestgehend mit den Artikeln 1 und 3 der Confessio Augustana[155] bzw. der Formula Concordiae überein bzw. widersprechen diesen zumindest nicht. Daneben lassen sich neben Akzentverschiebungen und unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen jedoch auch klare Abweichungen erkennen: einen Dienst in einem himmlischen Heiligtum, der eine adventistische Sonderlehre darstellt, kennen weder die Lutheraner noch andere protestantische Kirchen. Sie wird jedoch gerade durch die Lutheraner als nicht unbiblisch akzeptiert.[156] Auch die Betonung Gottes des Vaters als des Schöpfers weist mit ihrer Schwerpunktlegung in Richtung adventistischer Sonderlehre.

Insgesamt bewegt sich die Gotteslehre der STA mit ihrem autoritären, von Gott als Herrscher dominierten Gottesbild, das an das des Calvinismus erinnert, innerhalb des Rahmens der protestantischen Kirchen. Sie nehmen gerade mit ihrer Betonung der Allmacht Gottes eine konservative Position ein, wie sie sich häufig auch in pietistischen bzw. evangelikalen Gruppen finden lassen.


 

 

 

 

4.1.2. Anthropologie und Schöpfungslehre

Die STA betonen insbesondere Gott Vater als den Schöpfer. Der gemäß FB 1 wörtlich verstandene priesterschriftliche Schöpfungsbericht ist die Grundlage des für sie identitätsstiftenden Haltens des Siebenten-Tags-Sabbats. Aber auch ihre Anthropologie leiten sie primär aus den beiden Schöpfungsberichten ab. Mann und Frau sind als Gottes Ebenbild, denen die Herrschaft und Verantwortung über die Schöpfung übertragen worden sind, die „Krönung der Schöpfung“[157], die damit vollendet und „sehr gut“ war. Die STA lehnen somit wie verschiedene konservative und evangelikale Gruppen besonders in den USA jede den biblischen Schöpfungsberichten widersprechende Lehre - wie die der Evolution - ab. Sie verstehen, wohl auch im Zusammenhang mit ihrer Sabbatlehre, die sieben Tage des priesterlichen Schöpfungsberichtes als 24-Stunden-Tage[158].

Adventisten glauben an die Gottesebenbildlichkeit des Menschen und die ihm gegebene Handlungsfreiheit. Sie sehen ihn als „unteilbare Einheit aus Leib, Seele und Geist“[159], der sich trotz seiner Freiheit in vollkommener Abhängigkeit von Gott befindet. Eine unsterbliche Seele, wie sie in der katholischen Lehre in Anlehnung an Aristoteles gelehrt wird, lehnen sie explizit ab.[160] Darin stimmen sie aber beispielsweise mit den Lutheranern überein.[161]

Die STA sehen alle Menschen[162] mit dem Sündenfall unter die Sünde und somit unter die Macht des Todes gestellt. Infolge der Verleugnung der Abhängigkeit von Gott durch das erste Menschenpaar sind alle Menschen von Geburt an schwach und mit einer Neigung zum Bösen behaftet. Sie haben somit wesentliche Elemente der Erbsündenlehre in ihrem Glaubenskanon, vermeiden jedoch den Begriff Erb- oder Ursünde.[163] Der Grund dafür dürfte in der von ihnen abgelehnten Kindertaufe liegen, die von Augustin mit eben dieser Erbsündenlehre gerechtfertigt wird. Die Ablehnung der Kindertaufe teilen die Adventisten beispielsweise mit den Baptisten.

Die Herrschaft über die Schöpfung wird von den STA in ihren Glaubensüberzeugungen[164] recht modern als Haushalterschaft verstanden. Dies bedeutet auch, daß das Einbringen persönlicher Gaben, das Achten auf die Gesundheit und das Geben des Zehnten erwartet wird. Die Herrschaft ist somit weniger ein Recht als eine Verpflichtung zu vernünftigem Umgang. Der Mensch ist nicht Eigentümer, sondern nur Besitzer bzw. Verwalter von Gottes Schöpfung.

Ähnlich wie das Verhältnis zur gesamten Schöpfung gestaltet sich auch das Verhältnis der STA zum menschlichen Körper: Abgeleitet von 1 Korinther 6,19 „Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst“ sehen die STA die Notwendigkeit, ihren Körper auch wie einen Tempel rein und „in Stand“, sprich gesund, zu erhalten. Dazu haben sie einen eigenen Lebensstil entwickelt.[165]

In ihrer Anthropologie und Schöpfungslehre vertreten STA Positionen, wie sie auch im Spektrum protestantischer Kirchen vertreten werden bzw. vertreten werden können. Dabei weisen sie jedoch in ihrem konservativen „Wörtlichnehmen“ der Schöpfungsberichte einerseits und ihrer heute gerade in den Industriestaaten aktuellen Einstellung zur Schöpfung und zum menschlichen Körper Positionen auf, die mir so von keiner anderen Glaubensgemeinschaft bekannt sind.


 

4.1.3. Lebensstil

Aus ihrem Verständnis des Menschen als Ebenbild Gottes und des menschlichen Leibes als Tempel heraus und damit als Konsequenz ihrer Anthropologie und Schöpfungslehre haben die STA einen eigenen Lebensstil entwickelt. Ziel dieses Lebensstiles[166] ist es, Gesundheit, Reinheit und Freude zu fördern. Dies bedeutet für Adventisten heute, sich schlicht und geschmackvoll zu kleiden, nachdem man Tendenzen zu uniformen „Trachten“ in der Anfangszeit verworfen hatte. Diese Aufforderung zum Verzicht zumindest auf übermäßigen Schmuck erinnert an reformierte Traditionen. Als wahren Schmuck empfinden die STA Freundlichkeit und Herzensgüte, was sich auch in ihrem sozialen Engagement erweist.

Um den Körper als Tempel des Heiligen Geistes muß nach adventistischer Lehre Sorge getragen werden. Dies beinhaltet neben ausreichender Ruhe und Bewegung insbesondere eine gesunde Ernährung. Dazu gehört zum einen Enthaltsamkeit von alkoholischen Getränken, Tabak und anderen Drogen sowie Vermeidung des Medikamentenmißbrauchs.[167] Weitere Bestandteile sind eine aktive Arbeit mit Alkoholikern oder die von Adventgemeinden fast immer angebotenen Raucherentwöhnungskurse.

Adventistischer Lebensstil bedeutet zum anderen auch den weitestmöglichen Verzicht auf Speisen, die in der Bibel als unrein bezeichnet werden. Heute wird sogar empfohlen, ganz auf Fleisch, jedoch nicht auf tierische Produkte zu verzichten. So wird heute beispielsweise in der Mensa der Theologischen Hochschule Friedensau ausschließlich ovo-lacto-vegetarische[168] Kost angeboten. Vegetarismus ist für STA keine Verpflichtung und auch das Halten der alttestamentlichen Speisevorschriften, die im allgemeinen pragmatisch gehandhabt werden, dient für die Adventisten nicht der Erlangung des Heils, sondern ist ihrem Gesetzesverständnis[169] entsprechend als „Frucht des Glaubens“ zu sehen. Sie werden als Empfehlung Gottes zum Wohlergehen der Gläubigen gesehen.[170] Zur Förderung einer solchen Ernährung unterhält die Gemeinschaft der STA in Deutschland über den Deutschen Verein für Gesundheitspflege, dessen Auftrag die Förderung einer gesunden Ernährung ist, die De-Vau-Ge-Gesundkostwerk GmbH mit ihren Tochtergesellschaften, deren Produkte sich auch in vielen Reformhäusern finden.[171]

Das Ziel einer gesunden, den biblischen Speisevorschriften entsprechenden Ernährung ist eine Besonderheit der STA, die jedoch dem Zeitgeist entgegen kommt. Die Adventisten sind sicher nicht nur wegen ihrer Krankenhäuser und Sanatorien die gesündeste Bevölkerungsgruppe der USA[172]. Da die STA eine gesunde Ernährung und Lebensweise nicht als Verdienstmöglichkeit des Heils betrachten, ist sie als Lehrbestandteil mit eher empfehlendem als gesetzlichem Charakter, auch wenn man sie so nicht teilt, aus evangelischer Sicht nicht zu verwerfen.

Auch zum adventistischen Lebensstil möchte ich, selbst wenn es sich so nicht in den „Glaubensüberzeugungen“ findet, das soziale Engagement der STA zählen, das sich in Deutschland durch das Advent-Wohlfahrtswerk als Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, adventistische Krankenhäuser und durch viele verschiede Initiativen vor Ort äußert. Ohne solches Engagement sind die STA nach meiner Erfahrung nicht denkbar.[173] Dies spiegelt sich auch darin wider, daß unter den Mitgliedern der STA neben erzieherischen medizinische Berufe überproportional vertreten sind.[174]


 

 

 

 

4.1.4. Soteriologie    

Auch für STA ist das Heil nur durch die Gnade Jesu Christi zu erlangen, der die Welt mit Gott, mit sich selbst, versöhnte. Durch den Heiligen Geist erhalten zur Umkehr bereite Menschen die Möglichkeit, ihn wieder zu ehren sowie ihn und sich untereinander wieder zu lieben. Ausdruck dieser Umkehr ist für die Adventisten der Gehorsam dem Gesetz gegenüber. In diesem „Gehorsam des Glaubens erweist sich Christi Macht, das Leben eines Menschen zu ändern, und bekräftigt so das christliche Zeugnis.“[175] Das Verhältnis von Gesetz und der guten Botschaft der Erlösung stellt sich daher so dar, daß durch den Heiligen Geist die Sünde aufgedeckt und das Verlangen nach einem Erlöser geweckt wird. Diese Erlösung, das betonen auch die Adventisten[176], geschieht allein aus Gnade und allein durch Glauben.[177] Sie vertreten also das sola gratia und das sola fide der reformatorischen Kirchen. Die Erlösung geschieht auch nach adventistischer Theologie allein durch Christus[178], die Adventisten teilen somit auch das reformatorische solus Christus. Das Heilshandeln Christi geschah in vollkommenem Gehorsam gegenüber Gottes Willen. In Gottes Vorsehung wird das Leiden und Sterben Christi zum Ereignis der vollkommenen Versöhnung, in der unsere Sünde einerseits verurteilt und andererseits eine Möglichkeit zu ihrer Vergebung eröffnet wird.

Christi Auferstehung sichert den endgültigen Triumph Gottes in einem kosmischen Drama, das von den Adventisten als der „Große Konflikt“ bzw. „Große Kampf“ gelehrt wird[179]. Dieser Konflikt beschreibt einen aus dem Buch der Offenbarung abgeleiteten Kampf zwischen Gott und Satan, der bereits vor der Schöpfung begann und in dem die Gläubigen mit Hilfe des von Christus gesandten Heiligen Geistes letztlich zusammen mit Christus triumphieren werden. Den sich über die Zeit nach der Auferstehung Christi erstreckenden Abschnitt dieses Kampfes hat Ellen Gould White in ihrem Buch „Der Große Konflikt“ teilweise recht eigenwillig, aber wohl auch spezifisch auf die STA bezogen interpretiert.

Die Frucht der Erlösung ist für die STA das Halten der Gesetzes, das als Ausdruck von Gottes Willen und seiner Liebe „bindend für die Menschen aller Zeiten“[180] ist. Kern dieses Gesetzes Gottes sind für die STA die zehn Gebote, daraus leitet sich auch ihre Sabbatlehre ab. Die Lehre vom Gesetzesgehorsam als Frucht des Glaubens erinnert an die römisch-katholische Lehre von den „guten Werken“[181]. Dies ist ein Anachronismus, da sich die STA, wie mir Pastor Gelke bestätigte, lange als „antikatholisch“ verstanden haben und ihre Splittergruppen bis heute gegen die römisch-katholische Kirche und den Papst als „Babel“ polemisieren. Vor allem aber  ist das adventistische Gesetzesverständnis mit dem protestantischen tertius usus legis vergleichen[182]. Die Auffassung, daß das Halten des Gesetzes, in dessen Erkenntnis es Unterschiede gibt, „nur“ eine Frucht des Glaubens sei, ermöglicht es den Adventisten in jüngerer Zeit, Christen aus verschiedenen Kirchen auch als Erlöste zu verstehen, wenngleich sie ohne den Sabbat zu halten nicht die gleiche Einsicht in das Gesetz besitzen wie Adventisten. Dies hat zwar etwas Elitäres, aber nichts Exklusives mehr[183].

Die STA teilen neben dem sola scriptura auch das solus Christus und sola gratia, sowie das sola fide der reformatorischen Kirchen. In ihrer Lehre des Gesetzesgehorsams als Frucht des Glaubens weisen sie eher Ähnlichkeiten zur römisch-katholischen Kirche auf, auch wenn beispielsweise die lutherischen Bekenntnisschriften das Halten der zehn Gebote und des Gesetzes im Sinne des in der Orthodoxie verwurzelten dritten Gebrauches des Gesetzes nicht ablehnen, sondern eher gutheißen[184], solange dadurch nicht versucht wird, sich Gnade zu verdienen. Als eine solche Möglichkeit sehen die Adventisten die Gebote nicht. Dennoch bietet gerade das spezifisch adventistische Halten des Gesetzes, beispielsweise mit ihrer Sabbatlehre, auch Konfliktpunkte im Verhältnis zu anderen Kirchen.


 

4.1.5. Ekklesiologie

Die adventistische Ekklesiologie läßt sich grob in zwei Bereiche einteilen: eine allgemeine Ekklesiologie, die für sie die Lehre von der Gemeinde Christi ist, und die spezifisch adventistische Lehre von den „Übrigen“, als die sich die STA verstehen und die im Zusammenhang mit der Lehre von der dreifachen Engelsbotschaft steht. Diese beiden Lehren möchte ich deshalb später[185] auch gemeinsam behandeln.

„Die Gemeinde ist die Gemeinschaft von Gläubigen, die Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser bekennen.“[186] Dieser Satz faßt die Ekklesiologie der STA nach meinem Empfinden am besten zusammen. Kirche ist Gemeinde.[187] Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen bzw. Glaubenden, dies deckt sich mit dem beispielsweise in CA 8 zu findenden reformatorischen Kirchenverständnis. Es stellt gleichzeitig die Kontinuität zu den Gläubigen in der Geschichte her. Bemerkenswert ist die nähere Bestimmung der Gläubigen als alle diejenigen, „die Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser bekennen“[188]. Das schließt aus, daß es sich nur um Adventgläubige handelt. Die STA lassen daher nicht nur sich selbst, sondern auch andere Kirchen als Organisationsformen der Gemeinde gelten. Diese Gemeinde als Gemeinschaft der Gläubigen entspricht nach meiner Auffassung der ecclesia invisibilis der reformatorischen Theologie. Daß Adventisten heute ihre Gemeinschaft auch als eine ecclesia visibilis verstehen können, wurde mir deutlich, als mir Pastor Gelke bestätigte, daß nach seiner Auffassung durchaus auch nicht alle formalen STA am Ende gerettet werden.

Die Gemeinde ist nach FB 13 im streng biblischen Sinne ein Leib mit vielen Gliedern, herausgerufen aus allen Menschen der Erde. „In Christus sind alle gleich; durch einen Geist zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander zusammengefügt.“[189] In diesem Sinne sehen sich die Adventisten auch „außerhalb des Ökumenischen Rates, doch ganz und gar nicht außerhalb eines biblisch begründeten Einheitsstrebens“[190].

In ihrer allgemeinen Ekklesiologie bewegen sich die STA auf reformatorischem Boden und weisen mit ihrem Verständnis von Kirche als Gemeinde deutlich freikirchliche Elemente auf.


 

 

 

 

4.1.6. Eschatologie

Die STA sind, wie schon ihr Name sagt, eine eschatologisch ausgerichtete Gemeinschaft. Sie hoffen auf die Eschata[191] und befürchten sie im Gegensatz zu vielen Weltuntergangspropheten nicht. Christi persönliches Kommen steht für sie im Zentrum der Eschatologie. Sie sehen sich in einer beständigen Naherwartung, lehnen aber im Gegensatz beispielsweise zu den Zeugen Jehovas jede Berechnung ab.[192] Die einzige Jahreszahl in ihren Glaubensüberzeugungen ist das im Zusammenhang mit der Heiligtumslehre stehende Jahr 1844[193], das eng mit ihrer Entstehung verbunden ist.

Insgesamt messen die Adventisten insbesondere der apokalyptischen Prophetie eine wesentlich größere Bedeutung bei als die meisten[194] Kirchen. Für sie ist daher die historische Zuverlässigkeit ein hohes Gut und eine Entstehung ex eventu nicht denkbar. Die apokalyptischen Bücher Daniel und Offenbarung sind für STA wichtige Anhaltspunkte für Gottes Plan in der Geschichte der Welt. Sie beschränken sich jedoch darauf, darin den Verlauf der Menschheitsgeschichte in „großen Umrissen“[195] erkennen zu wollen. Alles darüber hinaus Gehende lehnen sie ab.

Da der Mensch der Sünde wegen sterblich und allein Gott unsterblich ist, können die Erlösten ewiges Leben nur als Geschenk erhalten. Ein Fegefeuer lehnen die STA ebenso wie die Lutheraner[196] ab. Die Adventisten lehren statt dessen, daß sich die Verstorbenen bis zu Christi Wiederkehr in einem Zustand ohne Bewußtsein[197] befinden. Dann sollen die Gerechten auferstehen, dem Herrn im Himmel begegnen und die in Offenbarung 20,1-10 beschriebenen 1000 Jahre[198] mit ihm verbringen. In dieser Zeit wird das Gericht über „die gottlosen Toten“[199]gehalten, während der Satan mit seinen Engeln auf der Erde herrscht. Nach diesen 1000 Jahren werden Christus, die Gerechten und das neue Jerusalem vom Himmel herab kommen und von Satan mit seinen Engeln und den dann auferstandenen Ungerechten belagert werden, bis Gottes Feuer sie vernichtet und Erde und Universum endgültig reinigt. Auf der neuen Erde[200] wird schließlich Gott in einer vollkommenen Welt bei den Menschen wohnen und in Ewigkeit regieren.

Eschatologische Vorstellungen sind bei den STA stark ausgeprägt und ausgeformt. Ihre Vorstellungen lassen sich aus den biblischen Texten ableiten und sind mir, wenn ich ihr Schriftverständnis voraussetze, so auch nachvollziehbar. Auch sie befinden sich im Spannungsfeld zwischen Gleichgültigkeit und Übereifer in der Erwartung der Wiederkunft. Sie vertreten mit ihrer Hoffnung auf die Wiederkunft eine konstruktive Eschatologie und teilen dadurch mit vielen Protestanten den „gemeinsamen Glauben an Jesus als Erlöser, Rechtfertiger und Herrn der Geschichte“[201], der sich auch in seiner Wiederkunft als solcher erweisen wird.


 

4.1.7. Bewertung

Mittelpunkt des Glaubens der Gemeinschaft der STA ist Jesus Christus, sie ist somit zweifelsohne eine christliche Glaubensgemeinschaft. In wesentlichen Lehren lassen sich zwischen den STA und verschiedenen Kirchen Parallelen und Anknüpfungspunkte finden. Das ist insbesondere bei Kirchen der Fall, aus denen sie hervorgegangen sind, aber beispielsweise auch bei den lutherischen. Übrigens wird Luther von den Adventisten sehr geschätzt. Meist handelt es sich bei den Parallelen um solche zu protestantischen Kirchen. Im Bereich ihres Gesetzesverständnisses und dessen Halten als eine Frucht des Glaubens weisen sie aber auch Berührungspunkte mit der römisch-katholischen Kirche auf. Dies wird besonders dann erkennbar, wenn man es vor dem die Rechtfertigung allein aus Gnade betonenden lutherischen Hintergrund betrachtet.

Daneben läßt sich aber gerade im Gesetzesverständnis der STA und den daraus abgeleiteten Schlußfolgerungen für den Lebensstil oder der dem Abendmahl vorausgehenden Fußwaschung auch spezifisch Adventistisches finden, das im Umgang mit den meisten anderen christlichen Glaubensgemeinschaften unproblematisch ist bzw. ohne größere Probleme von diesen akzeptiert werden kann.

Andererseits lassen sich aber auch Anhaltspunkte für Sonderlehren[202] finden, die scheinbar untrennbar zu einer adventistischen Identität gehören und die im Verhältnis zu anderen Kirchen oft problematisch sind.


 

 

 

 

4.2. Sonderlehren, adventistische Identität und „die Anderen“

Die STA vertreten Sonderlehren, durch die sie sich gegen andere christliche Glaubensgemeinschaften, „die Anderen“, abgrenzen. Ein möglicher Verstehenshintergrund solcher Abgrenzung ist das Bedürfnis nach religiöser Identität. Dieses Element, auf das hin ich die Sonderlehren der STA neben dem der Abgrenzung an sich aus einem vor allem religionssoziologischen Blickwinkel untersuchen möchte, soll jedoch nicht als „Feigenblatt“ für diese Lehren und ihre ab- und vielleicht auch ausgrenzende Wirkung gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften dienen, sondern als Hilfsmittel, um diese zu verstehen und eventuell auch, um Möglichkeiten anzudeuten, wie diese Grenzen überwunden werden können.


 

4.2.1. Religiöse und konfessionelle Identität

Wir leben hier in Deutschland in einer säkularen Gesellschaft, in der Religion eine Privatsache ist und in der sich Glaubensgemeinschaften, von der historisch bedingten Sonderrolle der Juden einmal abgesehen, im wesentlichen aus der Öffentlichkeit heraushalten bzw. herausgehalten werden. Auch wenn gerade die Kirchen ihre schwindende öffentliche Bedeutung beklagen, so wirken sie doch in aller Regel nicht in die Parteipolitik hinein und wenn sie sich öffentlich zu Wort melden, geschieht dies mit ausgewogenen[203] Verlautbarungen. In dieser Gesellschaft, in der die „Konfessionslosen aus Steuergründen“ immer mehr zunehmen, ist eine zunehmende Reduktion religiöser und konfessioneller Identität zu beobachten. Dies wird vor einem ostdeutschen Hintergrund[204] und bei den sogenannten Volkskirchen besonders sichtbar, läßt sich jedoch zunehmend auch im Westen Deutschlands und bei Freikirchen bzw. kleineren religiösen Gemeinschaften erkennen. In diesem Prozeß verblaßt zuerst die konfessionelle Identität. Es spielt für die Gläubigen in der Praxis kaum noch eine Rolle, ob man katholisch oder evangelisch, geschweige denn reformiert oder lutherisch ist. Die eigene Konfession wird oft als Zufall gesehen und von vielen nur wahrgenommen, wenn durch die persönliche „Patchworkkonfession“[205] Konflikte mit Repräsentanten der in dieser Konfession verfaßten Kirche und deren Lehre auftreten. In einem solchen Fall besteht dann meist auch keine große Bindung zu dieser Konfession, sie wird ad libidum gewechselt oder aufgegeben. In einem solchen Klima ist dem Bedürfnis nach religiöser Identität oft schon Genüge getan, wenn man sich als Christ oder überhaupt als „gottgläubig“ bestimmt. Eine nähere Bestimmung wird dann nicht als notwendig angesehen. Eines solches Klima ist für die Ökumene bis zu einem bestimmten Punkt[206] förderlich, besonders dann, wenn diese zuvor durch ein übertriebenes Bedürfnis nach Abgrenzung behindert wurde.

Die STA, die sich nicht zuletzt vor diesem Hintergrund gerade in Deutschland immer stärker in ökumenischen Aktivitäten engagieren, sind jedoch eine relativ junge Glaubensgemeinschaft, die vor einem wesentlich anderen Hintergrund entstanden ist, dem der USA. Dort spielt das Religiöse eine wesentlich größere Rolle.[207] Im Ursprungsland der STA finden sich im Gegensatz zu Europa trotzdem keine „Mehrheitskirchen“, sondern eine unüberschaubare Anzahl von Glaubensgemeinschaften unterschiedlicher Größe. Besonders in der Zeit der Entstehung der STA bestand jedoch unter den Protestanten, unter denen auch viele Religionsflüchtlinge waren, die Befürchtung einer Katholisierung der USA durch eine große Anzahl katholischer Einwanderer besonders aus Irland, Italien und Süddeutschland. Das Bedürfnis nach Abgrenzung, dem Herausheben des eigenen Ichs, ist in den USA nach wie vor größer als anderswo. Es trat auch bei den Kirchen zu Tage, die sich 1843/44 gegen die Milleriten abgrenzten und diese aus ihrer Mitte ausschlossen. Diese Abgrenzung führte bei den Milleriten zu entsprechenden Gegenkräften und Reaktionen.

Glaubensgemeinschaften ermöglichen eine Identität durch Prozesse, in denen sie „nach innen“ und „nach außen“ Kompetenz gewinnen.[208] In einem deduktiven Ansatz geht Kompetenz im Bereich protestantischer Glaubensgemeinschaften, dem die STA historisch und in wesentlichen Teilen ihrer Lehre zuzuordnen sind, von der Rechtfertigungslehre aus. Diese ist in ihrem Kern unabänderlicher Bestandteil der Lehre der Glaubensgemeinschaften des Protestantismus[209], deren Quelle wiederum ist die Heilige Schrift. In anderen Bereichen der Lehre, die dann wieder die jeweilige innerprotestantische konfessionelle Identität bestimmen, unterscheiden sich die einzelnen Gemeinschaften jedoch. Diese Lehrunterschiede formen konfessionelle Identität. Sie sind jedoch oft auch durch Zeit- und Umfeldfaktoren bedingt, verschieden erkannte Wahrheiten. Aus der Veränderung dieser Faktoren folgt auch eine Veränderung der Wahrheit und somit eine Veränderung des daraus deduzierten Schlusses, hier der Identität. Da diese für die Gemeinschaft existentiell ist, darf sie dabei jedoch nicht verloren gehen. Bei den STA findet die Veränderung von Wahrheiten ihren Niederschlag in der „gegenwärtigen Wahrheit“, die die Begrenztheit der menschlichen Einsicht in göttliche Dinge anerkennt und es so auch ermöglicht, Fehlschlüsse einzugestehen und zu korrigieren.

Die Anerkennung der Veränderung von Wahrheit bzw. auch die Erkenntnis, daß Wahrheit aus der Lehre deduziert wird, geschieht in der Regel durch Mitglieder einer Gemeinschaft; somit ist die Kompetenz der Gemeinschaft „nach innen“ gefragt. Diese Mitglieder stehen allerdings in der Welt und werden somit auch von „außen“, durch Ereignisse und die Gesellschaft beeinflußt, so daß die Gemeinschaft auch in Lehrfragen ebenso in ihrer Kompetenz „nach außen“ gefordert ist. Da einmal aufgestellte Lehren meist im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Bestandteil der Identität einer Glaubensgemeinschaft geworden sind, ist es oft sehr schwierig, diese bei neuer Erkenntnis zu verändern, zumal diese Erkenntnis nur in den wenigsten Fällen von allen Mitgliedern geteilt wird. Diese neue Erkenntnis ist meist durch das Auftreten neuer Anfragen an die Gemeinschaft bedingt, die sowohl von außen als auch von innen kommen können. Wird dann die Lehre gegen den Widerstand der Mitglieder verändert, die diese Erkenntnisse nicht teilen, führt dies oft zu einem Verlust an gemeinsamer Identität aller Mitglieder und somit zur Spaltung der Gemeinschaft, wie sich an den Splittergruppen der STA beobachten läßt. Deshalb ist eine Änderung und Aufgabe von Lehren an sich fast immer unmöglich, auch wenn die Anfragen, auf die sie reagierten, so nicht mehr existieren. So findet sich beispielsweise in den lutherischen Bekenntnisschriften weiterhin die Verwerfung des Ablasses, obwohl diese Problematik heute so nicht mehr aktuell ist. Neue Erkenntnis ist eine Anfrage an eine Gemeinschaft und erfordert von dieser zur Erhaltung ihrer Identität als Reaktion eine neue Lehre. Da neue Erkenntnis als veränderte Erkenntnis von Wahrheit jedoch eine Veränderung der Lehre fordert, einzelne Lehren an sich jedoch ohne die Identität und somit den Bestand der Gemeinschaft zu gefährden nicht veränderbar sind, haben verschiedene Religionsgemeinschaften verschiedene Methoden entwickelt, ihre Lehre anzupassen. Zu diesen Methoden gehören die Neubewertung von Lehren[210], die Neuinterpretation von Lehren[211] oder die Ergänzung von Lehren. Gerade die letzte Methode zeigt auch, wie fließend der Übergang von an sich neuer Erkenntnis als neue Anfrage und neuer Erkenntnis als veränderte Anfrage ist. Bei der Neuinterpretation ist zudem zwischen einer offenen, bei der die neue Erkenntnis offen eingeräumt wird, und einer verdeckten zu unterscheiden, die schlicht behauptet, man habe schon immer so gelehrt und die sich besonders in autoritär geführten Gemeinschaften findet.

Gerade bei der Bewertung von Sonderlehren ist deshalb nicht nur nach den Lehren an sich, sondern auch nach den Anfragen und Erkenntnissen, die sie entstehen ließen, nach ihrer aktuellen Bewertung und Interpretation durch die Gemeinschaft und nach ihren Perspektiven zu fragen. Dies bedeutet für die STA, ihre Entstehung und Verwurzelung in den USA, ihre Herausforderung durch die Situation heute in Deutschland, ihr Bedürfnis nach Identität als Gemeinschaft und mögliche Perspektiven der Entwicklung ihrer Sonderlehren mit einzubeziehen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die STA als „Minderheitskirche“ bzw. „Minderheitsgemeinschaft“ und vor ihrem Entstehungshorizont ein starkes Bedürfnis nach konfessioneller Identität haben und sich allein mit einer religiösen Identität nicht zufrieden geben können.


 

 

 

 

4.2.2. Die Übrigen und die dreifache Engelsbotschaft

Die Lehre von den Übrigen bzw. der dreifachen Engelsbotschaft nach Off. 14,6-12 nimmt in den Glaubensgrundsätzen der STA mit FB 12 einen verhältnismäßig kleinen Raum ein. Sie stellt jedoch im Umgang mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften ein Problem dar, da die STA damit eine exklusive Rolle in der Heilsgeschichte begründet sahen, was von anderen so nicht akzeptiert werden konnte.

Die Lehre von den Übrigen geht davon aus, daß in der letzen Zeit vor der Wiederkunft Christi viele Christen von ihrem Glauben abfallen werden. In dieser Zeit ist gemäß den Schilderungen „eine Schar der Übrigen herausgerufen, an den Geboten festzuhalten und den Glauben an Jesus Christus zu bewahren“[212]. Ihre Aufgabe ist es, auf das Kommen des Gerichts, die Erlösung allein durch Christus und dessen Wiederkunft hinzuweisen. Die drei Engel in Offenbarung 14 werden als Sinnbild dieser Verkündigung gesehen. Sie geht nach adventistischer Lehre einher mit einem Gerichtsgeschehen im Himmel und einer irdischen Buß- und Erneuerungsbewegung und ist damit in Beziehung gesetzt zur Heiligtumslehre und zur Adventsgeschichte.

Gerade beim Konzept der Übrigen, deren Zahl 144 000 auch von den STA als symbolisch verstanden wird, sind beim Verständnis dieser Lehre Entwicklungen zu beobachten. So können sie heute sagen: „Adventisten glauben, dass zu Gottes treuen und gläubigen Übrigen, deren Identität allein Gott bekannt ist, Christen in vielen Kirchen auf der gesamten Erde gehören.“[213] Dennoch sehen sich die meisten STA weiter nicht als ein Teil der, sondern als die Gemeinde der Übrigen.[214] Ein Widerspruch, der wohl in inneradventistischer Pluralität begründet liegt und den ich auch nicht auflösen kann.

Dennoch habe ich den Eindruck, daß diese Lehre insbesondere in ihren trennenden Elementen an Bedeutung verliert. Selbst Adventisten, die weiter an den STA als der Gemeinde der Übrigen festhalten, können davon ausgehen „dass nicht nur Adventisten im Himmel sein werden, sondern auch solche, die eine echte Entscheidung für Jesus Christus getroffen haben und gemäß ihrem Erkenntnisstand ernst nehmen“[215]. Damit ist, auch wenn diese STA die Adventisten weiterhin als die Gemeinschaft sehen, „wo Menschen am konsequentesten ‚die Gebote halten und den Glauben an Jesus haben‘ (Off 14,12)“[216], nicht gesagt, daß die anderen unbedingt einen geringeren Erkenntnistand haben, sondern nur einen anderen. Adventisten sehen sich also von anderen Christen nicht mehr grundsätzlich getrennt, auch wenn ihre Glaubensgemeinschaft nach ihrer Meinung „so exakt dem Wort Gottes folgt“[217] wie „keine andere Gemeinde“[218] und von diesem „mit einem besonderen Auftrag für die letzte Zeit betraut worden ist“[219].

Durch die aktuelle Gewichtung und Interpretation der Lehre von den Übrigen verliert diese somit nach meiner Auffassung ihren trennenden Charakter und nähert sich in ihrer Bedeutung so einem für die adventistische Identität unaufgebbaren Maß. Wie weit die STA in Deutschland schon gegangen sind, zeigen die Diskussion um die ACK-Mitgliedschaft und die Abspaltung beispielsweise der MEFAG in diesem Prozeß. Auch die Position der Generalkonferenz wird beispielsweise an deren Vorgehen gegen John Osborne erkennbar.[220] Dies unterstreicht ebenfalls, daß die STA sich nicht korporativ als die Übrigen sehen, sondern auch bei ihren eigenen Mitgliedern differenzieren und so durchaus eine ecclesia visibiles von einer ecclesia invisibiles zu unterscheiden wissen.

Historisch ist die Lehre von den Übrigen in der Zeit nach der Ausgrenzung der Milleriten aus anderen Kirchen und vor dem Hintergrund der in den USA starken Verbindung von Religion und Politik entstanden, in der nicht wenige sich zwar als Christen bezeichnen, sich aber nicht bemühen, auch dementsprechend zu leben und deshalb von Früchten des Glaubens nichts erkennen lassen. Perspektivisch halte ich es für möglich, daß die adventistische Überzeugung eines besonderen Auftrags von anderen christlichen Glaubensgemeinschaften im Verständnis der Kirche als Leib Christi analog der besonderen Aufgabe bzw. dem besonderen Auftrag einzelner Glieder eines Leibes akzeptiert werden kann.

Der Bezug der dreifachen Engelsbotschaft aus Off. 14 auf die Adventsgeschichte ist in den Glaubensüberzeugungen der STA nur recht vage angedeutet. Ausführlicher findet er sich in den Schriften E. G. Whites[221], so in einem ihrer Hauptwerke „Der grosse Konflikt“. Darin wird die Botschaft des ersten Engels in Off 14,6f. mit der Erkenntnis Millers im Jahre 1818 und der darauf folgenden Verkündigung identifiziert und als erfüllt angesehen. Die Botschaft des zweiten Engels wurde mit dem Abnabelungsprozeß der STA von den anderen Kirchen verbunden, der 1843 begann. Diese zweite Engelsbotschaft wird als noch nicht erfüllt angesehen.[222] Babylon wird primär mit der römisch-katholischen Kirche gleichgesetzt, dies wird unter anderem mit dem Primat des Papstes als unbiblische Lehre[223] und einem weltlichen Macht- und Profitstreben begründet.[224] Babylon zugerechnet werden aber auch viele protestantische Kirchen, wegen ihrer Staatsnähe wird hier besonders auf Staats- und Landeskirchen gezielt[225]. Daneben wird die Kommerzialität vieler Kirchen verurteilt.[226] Es wird aber auch deutlich, daß die Identifikationen E. G. Whites zeitbedingt sind. So schreibt sie: „Es ist in der Welt üblich, irgendeinem Religionsbekenntnis anzugehören.“ Dies ist eine für ihre Argumentation wesentliche, aber heute gerade in Deutschland so nicht mehr zutreffende Aussage. Ebenso wie die diese Ansicht werden heute auch E. G. Whites Identifikationen selbst von den allermeisten, zumindest den deutschen Adventisten, als zeitbedingt und heute so nicht mehr zutreffend empfunden. Dies spiegelt sich auch im Dialog der STA mit verschiedenen Kirchen wider.[227] Die Glaubensüberzeugungen der STA interpretieren deshalb die Botschaft der drei Engel[228] wohl bewußt nicht und beziehen sie auch nicht auf bestimmte Ereignisse, Personen oder Organisationen. Einzig mit den Übrigen identifiziert man sich wie oben beschrieben selbst. Daß die drei Engel in Offenbarung 14 Sinnbild einer endzeitlichen Verkündigung sind, werden auch die verschiedenen Kirchen kaum abstreiten. Indem die Glaubensüberzeugungen also E. G. Whites Interpretation weder aufnehmen noch ablehnen, befinden sie sich in einem „Spagat“ zwischen der Möglichkeit des Dialogs mit anderen Christen einerseits und adventistischer Identität in der prinzipiellen Aufrechterhaltung der Lehre von der dreifachen Engelsbotschaft andererseits.

Da von den wenigen Ausnahmen und Splittergruppen abgesehen, die Lehre von der dreifachen Engelsbotschaft heute auch von STA nicht mehr als trennend von anderen Christen verstanden wird und da das, was sich davon in den Glaubensüberzeugungen findet, so durchaus aus der Bibel entnehmbar ist, sollte sie auch von anderen so verstanden werden.


 

4.2.3. Die Sabbatlehre

Die größte Rolle unter den adventistischen Sonderlehren spielt zweifellos die Sabbatlehre, die sich auch im Namen der STA findet. Allerdings nimmt auch sie mit FB 19 nur einen Punkt in den Glaubensüberzeugungen ein. Aus ihrem Gesetzesverständnis heraus, das den Sabbat als gute göttliche Schöpfung und sein Halten als Frucht des Glaubens sieht, und durch ihr Schriftverständnis verstehen die STA Exodus 20,8 wörtlich und deshalb den Samstag als den von Gott gebotenen Ruhetag. Die Sabbatfeier haben die STA von den Siebenten-Tags-Baptisten übernommen, die jedoch nicht die einzige sabbathaltende christliche Gemeinschaft vor ihnen waren.

Die Christen der ersten Jahrhunderte hielten noch bis ins 4. Jahrhundert den jüdischen Sabbat, auch wenn sie daneben bereits früh den Sonntag als Auferstehungstag als den Versammlungstag der Gemeinde feierten[229]. Die polemische Rückführung des Sonntags auf heidnische Einflüsse, die das Christentum aufgenommen habe, durch viele Adventisten[230] ist so nicht zulässig. Bereits vor dem Edikt Konstantins von 321 wurde der Sonntag von den Christen als ein Gottesdienst- und Versammlungstag gefeiert. Allerdings muß den STA zugestanden werden, daß das Dekret von 321 zunächst wohl wirklich nicht den christlichen Auferstehungstag, sondern den Tag der Sonne im Blick hatte. Dieser hatte seinen Ursprung für Konstantin allerdings weniger in dem auch an seinem Hofe verbreiteten Mithraskult, gegen den er später restriktiv vorging, sondern im Tag der Sonne der antiken Planetenwoche.[231] Daß dieser wöchentliche Feiertag mit dem christlichen Auferstehungs- oder Herrentag zusammenfiel, hat die Bedeutung dieses Tags jedoch über die des aus dem Judentum übernommenen Sabbats hinauswachsen und danach auch weitestgehend dessen Funktion übernehmen lassen; denn als „christlicher Sabbat wird er [, der Sonntag,] in den ersten Jh.en nirgends verstanden, seine Feier niemals mit dem 3. (4.) Gebot des Dekalogs begründet“[232]. Die den Sonntag haltenden Kirchen halten diesen im wesentlichen aus Tradition und weniger auf biblischer Grundlage. Ein Teil dieser Tradition ist es auch, daß man seit dem 4. Jh. begonnen hat, den Sonntag als christlichen Sabbat zu feiern. Dennoch feiern sie ihn aller adventistischer Polemik zum Trotz als christlichen Feiertag mit christlichen Traditionen und nicht etwa heidnischen, auch wenn diese Traditionen sicher auch durch nichtchristliche Elemente beeinflußt wurden. War nicht das Kreuz Christi die Hinrichtungsmethode der heidnischen römischen Staatsmacht und ist es heute nicht trotzdem ein christliches Symbol? Sollte dies nicht auch auf den Sonntag zutreffen, zumal dessen Ausgestaltung nach 321 unter dem Zeichen von Konstantins Bekehrung stand, die mehr als politisches Kalkül war? Die christliche Tradition wird im romanischen Sprachraum, der den Sonntag als Herrentag bezeichnet, oder in einigen slawischen Sprachen wie dem russischen, wo er der Auferstehungstag ist, zweifellos deutlicher als im anglo-germanischen Sprachraum, dem auch E. G. White und die Väter der Adventisten zugehörten und der weiterhin dem Tag der Sonne verhaftet ist.

Es hat aber immer wieder auch Christen gegeben, die es vorzogen, den Samstag neben dem Sonntag oder statt des Sonntags zu feiern.

STA können heute anerkennen, daß auch den Sonntag haltende Glaubensgemeinschaften das Sabbatgebot ernstnehmen und sich beispielsweise Lutheraner neben einer alten christlichen Tradition auch auf biblische Argumente berufen.[233] STA halten jedoch an ihrer Auffassung fest, daß sowohl das Alte als auch das Neue Testament das Halten des Samstags als Sabbat gebietet.[234] Auch wenn man diese Ansicht nicht teilt, so kann man zumindest anerkennen, daß die Schrift das Halten des Samstags als Sabbat nicht verbietet, solange man wie die Adventisten dies nicht als verdienstliches Werk betrachtet[235]. Auch ein ausdrückliches biblisches Gebot, den Auferstehungstag als Sabbat zu feiern, wird man nicht finden. Da STA zudem nicht behaupten, es würden nur Menschen errettet, die den Samstag als Sabbat halten, halte ich die Schlußfolgerung für angebracht, mit der „Akzeptanz, die Paulus den Judenchristen entgegenbrachte, die das Gesetz weiterhin hielten, [...] die Überzeugung der Adventisten zu respektieren“[236].

Dies bedeutet auch, sich als sonntagshaltende Gemeinschaften der Polemik gegen das Sabbathalten der STA zu enthalten. So halte ich es beispielsweise theologisch durchaus für „haltbar“[237], den siebenten Tag als „ein Sinnbild unserer Erlösung durch Christus“[238] zu feiern. Dies zu begründen ist meiner Meinung nach nicht nur mit Heb 4,1-11 möglich. Ich halte es für akzeptabel, den siebenten Tag als Vollendung der Schöpfung zu verstehen. Sieht man dann die Erlösung durch Christus jetzt und in Perspektive auf den jüngsten Tag als Vollendung der Welt und setzt dieses beides in Beziehung zu einander, so sehe ich das Verständnis des siebenten Tags als Sinnbild der Erlösung durchaus auch so begründbar. Außerdem ist es durchaus nicht offensichtlich, daß Heb 4 etwas anderes meint. Zu berücksichtigen ist auch, daß die Theologie der ersten STA maßgeblich durch Nichttheologen geformt wurde.

Das Halten des Siebenten-Tags-Sabbats ist zudem ein unaufgebbarer Kern adventistischer Identität. Es ist eng mit ihrem Verständnis als apokalyptische Gemeinschaft verbunden. Es diente seit der Anfangszeit in den USA auch der Abgrenzung gegen verweltlichte kirchliche Gemeinschaften und führte und führt noch bis heute zu vielen Konflikten mit der Gesellschaft. Dies ist vielleicht auch ein Grund dafür, weshalb STA überwiegend dem Mittelstand angehören[239], da beispielsweise Selbständige eher frei bestimmen können, ob sie am Samstag arbeiten oder nicht. Die Konflikte sind jedoch geringer geworden, seit in vielen Ländern, wie auch in Deutschland, der Samstag ein in der Regel arbeitsfreier Wochentag geworden ist. Dies eröffnet auch Perspektiven für gemeinsame Veranstaltungen von Adventisten und anderen Glaubensgemeinschaften, da Adventisten normalerweise kein Problem mit einem zusätzlichen Gottesdienst am Sonntag haben und auch für andere ein zusätzlicher Gottesdienst am Samstag eher unproblematisch ist.[240]

Die adventistische Sabbatlehre läßt sich in ihrem heutigen Verständnis durchaus als Element einer Heterodoxie begreifen und kann sich durchaus als fruchtbar erweisen.[241] Insbesondere aus der hier nicht erörterten Form des adventistischen Sabbathaltens und der Diskussion um diesen Tag kann die adventistische Sicht auch wichtige Impulse für die aktuelle Diskussion um den Sonntag liefern. Sie kann beispielsweise helfen, das Augenmerk neben der kulturellen und sozialen Bedeutung des Sonntags auch wieder stärker auf den religiösen Sinn dieses heute ebenfalls mit dem Sabbatgebot begründeten Tags zu legen.[242]


 

 

 

 

Exkurs 3: Sabbathaltende, christliche Gemeinschaften

In Äthiopien wird der Sabbat bis in die Neuzeit hinein neben dem Sonntag gefeiert, den er zeitweise sogar verdrängt hatte[243]. Daneben tritt das Halten des Sabbats bei den verschiedensten sabbatianischen Gruppen auf. Bei diesen findet sich zum einen ein eher judenchristlich geprägter Typ, zu dem neben den Judenchristen der Antike und denen der Neuzeit in den USA und Israel auch die hochmittelalterliche Sekte der Passagier, die russischen Subbotniki[244] (vor allem im 15. bis 18.Jahrhundert) gehören, aber auch der siebenbürgische Sabbatianismus, der im 16. Jahrhundert begann und sich in Resten bis ins 20. hielt. Dieser Typ wird gekennzeichnet durch eine weitgehende Ablehnung der Gottheit Jesu und ein Festhalten an der Tora, die von diesen Gruppen auch nie aufgehoben wurde.

Daneben findet sich ein eher apokalyptischer Typ, der den Sabbat als „Heilszeichen einer adventlichen Gemeinschaft“[245] hält. Zu diesem Typ lassen sich der mährische Sabbatianismus des 16. Jahrhunderts und die sabbatianischen englischen Baptisten seit dem 17. Jahrhunderts zählen. Aus letzteren gingen schließlich jene amerikanischen Siebenten-Tags-Baptisten hervor, von denen die STA das Halten des Samstags als Sabbat übernahmen. Obwohl auch sie dies unter anderem mit dem Gesetz begründen, das, wenngleich wir durch Gnade nicht mehr unter ihm stehen, dennoch nicht aufgehoben ist[246], sind die STA als auf den Advent hin orientierte Gemeinschaft zweifellos nicht nur historisch dem apokalyptischen Typ zuzuordnen.

 

4.2.4. „Himmlisches Heiligtum“ und „Untersuchungsgericht“

Eine adventistische Lehre, die in ihrer Kombination von adventistischer Geschichte und wörtlichem Schriftverständnis noch explosiver ist als die Sabbatlehre, ist die Lehre vom Himmlischen Heiligtum und dem dort stattfindenden Untersuchungsgericht Christi sowie insbesondere die damit verbundene Jahreszahl 1844. Dies ist auch der einzige Punkt, in dem bei den gemeinsamen Gesprächen keine Akzeptanz durch die Lutheraner erreicht werden konnte.[247]

Die Lehre vom Himmlischen Heiligtum[248] findet sich ausschließlich in FB 23. Sie sieht das in Heb 8,2 beschriebene, von Gott, nicht von Menschen errichtete wahre Heiligtum und die wahre Stiftshütte mit Heb 8,5 als ein himmlisches Heiligtum. Da das irdische Heiligtum jedoch danach ein Abbild des Himmlischen ist, stellen sie sich dieses im Sinne einer Rückprojektion analog der Stiftshütte vor. In diesem Heiligtum wirkt im wörtlichen Verständnis des Hebräerbriefes[249] Christus seit seiner Himmelfahrt als der wahre Hohepriester. Bis zu diesem Punkt kann die adventistische Lehre auch von anderen Christen akzeptiert werden, da sie gut aus der Bibel ableitbar ist und bei einem wörtlichen Verständnis kaum menschliche Spekulation enthält. Die Heiligtumslehre an sich stellt also kein wesentliches Problem für andere christliche Glaubensgemeinschaften dar. Anders sieht es mit ihrer Orientierung auf das „Untersuchungsgericht“ und mit diesem selbst aus, das wesentlich durch die Adventsgeschichte geprägt ist. Der Dienst Christi wird danach in zwei Phasen gesehen. 1844, im Jahr der von Miller vergeblich erwarteten Wiederkehr Christi, begann Christus demzufolge die letzte Phase seines Versöhnungsdienstes im Heiligtum, der insgesamt analog dem jüdischen Jahresfestkreis gesehen wird. Diese letzte Phase wird als endgültiger Versöhnungstag analog Lev. 16 verstanden, durch den die Sünde endgültig beseitigt wird. Das Opfer Christi ist jedoch am Kreuz schon vorweggenommen, so daß die Beseitigung der Sünde im Sinne eines Untersuchungsgerichts gesehen wird. In diesem Untersuchungsgericht wird erforscht, welche Menschen im Glauben an Christus gestorben sind. Es wird aber auch geprüft, „wer von den Lebenden Gemeinschaft mit Christus hat, an den Geboten Gottes festhält und den Glauben an Jesus bewahrt“[250]. Auch wenn betont wird, daß alle, die an Christus glauben, gerettet werden, erhält dieser doch die Rolle eines Untersuchungsrichters oder mehr noch Staatsanwaltes, die ich im Neuen Testament so nicht finden kann. Nach adventistischer Lehre ist die Vollendung und der Abschluß dieses Versöhnungsdienstes die Wiederkunft Christi auf Erden. Die Vorstellung eines bereits vor der Wiederkunft gesprochenen Urteils, das dann nur noch verkündet wird, läßt sich wegen der nicht einheitlichen Aussagen des NT[251] gerade noch vertreten. Auch wenn ich dabei die Analogie zum Versöhnungstag in Lev 16 und zum Jahreskreis nicht ganz nachvollziehen kann, so scheint es mir doch nicht ganz jeder Logik zu entbehren, auch den Tempeldienst in einem himmlischen Heiligtum als Vorbild des irdischen und diesem etwa analog zu sehen. Bis hierhin halte ich die adventistische Lehre noch mit viel gutem Willen als Element einer Heterodoxie akzeptierbar.

Die Jahreszahl 1844 aus der Heiligen Schrift herauszulesen halte ich jedoch für exegetisch unzulässig, auch wenn sie wie bei Miller ebenso von den STA mit Dan 7 begründet wird. Bei Miller liegt wohl auch der eigentliche Grund für diese Jahreszahl. Die STA gingen aus der Millerbewegung hervor, welche ihre große Enttäuschung über das Ausbleiben der Endzeit 1844 mit Hilfe der Heiligtumslehre zu überwinden suchte, indem sie dem Jahr 1844 durch Uminterpretation eine neue Bedeutung gab, die auf der Erde an sich nicht nachprüfbar ist.

Auch die Lehre vom Untersuchungsgericht und insbesondere die Verbindung mit der Jahreszahl 1844 wird aber unter heutigen STA in Deutschland nicht unkritisch gesehen. Pastor Gelke erzählte mir, daß das Untersuchungsgericht in Verbindung mit der Jahreszahl 1844 nichts sei, worüber er predigen würde. Er räumte ein, daß dieses Jahr, selbst wenn man es aus Dan 7 herleite, menschliche Spekulation bleibe. Diese veränderte Wertung wird dadurch bestätigt, daß nur noch 12 Prozent junger Adventisten die Akzeptanz der Heiligtumslehre in Bezug auf das Jahr 1844 als wichtige adventistisches Lehre sehen. Sie besitzt somit gegenüber anderen die geringste Wertigkeit.[252]

Trotzdem, noch ist das Jahr 1844 der Bestandteil adventistischer Lehre, der von den verschiedenen Kirchen keinesfalls akzeptiert werden kann. Sie müssen wie die Lutheraner, ablehnen, daß Christus als „Hohepriester zu einem bestimmten Zeitpunkt der neueren Geschichte in eine neue Phase seines Dienstes eingetreten sei“[253]. Das Jahr 1844 ist als Lehrbestandteil aber auch wichtiger Bestandteil adventistischer Identität, bindet es die STA doch an ihre Entstehungsgeschichte zurück. Es stellt die Verbindung zu den Milleriten als den „Uradventisten“ her. Andererseits läßt z.B. die Haltung von Pastor Gelke durchaus hoffen, daß die STA es dennoch schaffen, sich von dieser Jahreszahl, die sich im Umgang mit anderen Christen als Ballast erweist[254], als Bestandteil ihrer Lehre zu verabschieden und sie „nur“ noch als wesentlichen Bestandteil ihrer Geschichte zu begreifen. Da die Glaubensüberzeugungen der STA veränderbar sind, besteht in diesem Zusammenhang durchaus Hoffnung.

Aber auch andere christliche Religionsgemeinschaften müssen überlegen, wie sie mit dem „Ballast 1844“ in Bezug auf die STA verfahren und wie sie diesen im Verhältnis zu den vielen gemeinsamen, bzw. akzeptablen Lehren bewerten[255].


 

 

 

 

4.2.5. Bewertung

Die adventistischen Sonderlehren sind ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität. Bei genauerer Betrachtung erweisen sich die meisten als biblisch begründbar. Auch wenn die Sonderlehren der Abgrenzung von anderen Glaubensgemeinschaften dienen, werden sie von den STA in der Regel nicht mehr in einer trennenden Schärfe und Funktion gesehen, so daß sie in weiten Teilen als Elemente einer christlichen Heterodoxie akzeptiert werden können. Insbesondere die adventistische Lehre vom Untersuchungsgericht stellt in der Verbindung mit ihrem Bezug auf das durch die Adventgeschichte vorgegebene Jahr 1844 weiterhin ein ungelöstes Problem dar.


 

5. Eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft neben den Kirchen? – Auf der Suche nach einer adäquaten Bezeichnung

Nach der Untersuchung von Geschichte und Lehre der STA gilt es nun festzustellen, wie die STA dementsprechend zu bezeichnen sind. Die Entscheidungen, die ich dabei treffe, sind persönlicher Art. Sie basieren auf meinem Kenntnisstand zum jetzigen Zeitpunkt und meiner Einschätzung. Sie sind als Vorschläge und Anregung zu verstehen.

Ich möchte im folgenden zuerst nach einem Begriff suchen, der den STA in ihrer heutigen Situation zumindest annähernd gerecht wird. Ich werde dabei nicht alle in Frage kommenden Begriffe erörtern, sondern nur die, die mir relevant erscheinen bzw. aus historischen Gründen meiner Meinung nach einer Erörterung bedürfen. Ich werde dabei die Anwendbarkeit dieser Begriffe für die Adventisten mit ihrer Lehre und deren aktueller Interpretation sowie insbesondere ihrer heutigen Stellung in der Ökumene untersuchen.

Anschließend werde ich die Tauglichkeit verschiedener möglicher Attribute in Bezug auf die STA untersuchen. Dabei werde ich mich ebenfalls auf Attribute beschränken, die mir relevant erscheinen oder durch das Thema vorgegeben sind. Auch hier möchte ich nach den selben Kriterien untersuchen, inwiefern bestimmte Attribute auf die STA anwendbar sind.

Ich verstehe dabei die mit dem Thema dieser Arbeit verbundene Fragestellung „Eine evangelische Freikirche oder eine Gemeinschaft neben den Kirchen?“ nicht als Alternative, die ich zu entscheiden habe, sondern ich sehe diese beiden Bezeichnungen als Beschreibung eines Raumes, in welchem ich eine den STA angemessene Bezeichnung suche. Bei der Definition der einzelnen Begriffe und Attribute werde ich mich meist auf eine Definition festlegen, ohne alle anderen möglichen Definitionen zu erörtern, da deren Zahl unüberschaubar ist und dies sonst den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Die Unterscheidung zwischen Begriff und Attribut ist grammatikalischer Natur und soll einer leichteren Bezeichnungsfindung dienen, da so ein Begriff mit mehreren Attributen näher bestimmbar ist. Dadurch ist auch die höhere Wertigkeit beschrieben, die ich dem einen Begriff im Verhältnis zu den vielen möglichen Attributen beimesse. Dies wird nach meiner Meinung auch durch innerbegriffliche Differenzierungen, wie der Freikirche als einer Form von Kirche nicht aufgehoben.


 

 

 

 

5.1. Begriff – Was sind die STA?

5.1.1. Gemeinschaft neben den Kirchen

Gemeinschaften neben den Kirchen erhalten eine solche Bezeichnung meist durch andere christliche Gemeinschaften, auf die sie sich beziehen oder bezogen werden. Diese Gemeinschaften wiederum verstehen sich selbst als Kirche bzw. werden auch von außen als solche verstanden. Nur wenige christliche Gemeinschaften lehnen, wie die STA vor ihrer offiziellen Gründung 1863, für sich selbst ein Verständnis als Kirche ab. Den meisten „Gemeinschaften neben den Kirchen“ wird die Bezeichnung Kirche von meist größeren oder zumindest mächtigeren Glaubensgemeinschaften abgesprochen. Dieses Absprechen des Status Kirche beinhaltet eine Ausgrenzung, auf welche die Ausgegrenzten meist mit Verurteilung der Ausgrenzenden, einer Ignorierung dieser oder eher seltener mit einer Bemühung um die Ausgrenzenden reagieren. Letzteres ist, gebremst durch das Bemühen um die Erhaltung eigener Identität, bei den STA zu beobachten.

Alle Bezeichnungen, die beinhalten, daß eine Gemeinschaft sich neben, also getrennt von den Kirchen befindet, bedeuten Ausgrenzung - egal ob dies vom Ausgrenzenden oder Ausgegrenzten gewollt wird oder nicht.

5.1.1.1. Sekte

Der Begriff Sekte wird entweder von dem lateinischen Verb sequi, jemandem nachfolgen, oder dem Verb secare, abschneiden, abtrennen, abgeleitet. Während das erste etymologisch wohl zutreffender ist, hat das zweite den Begriff stärker geprägt. Dem lateinischen secta entspricht jedenfalls das griechische heiresis, von dem der Begriff Häresie stammt, der für Gruppen und Lehren Verwendung findet, welche die oder eine Kirche zu spalten versuchten. Sowohl der Begriff Sekte als auch die Bezeichnung Häresie sind aber oft auch polemisch gegen verschiedenste Reformbewegungen angewandt worden. Der Begriff Sekte ist insbesondere durch die „Ketzerverfolgungen“ kirchengeschichtlich stark belastet worden. Auch im Alltag ist er nicht nur negativ besetzt, sondern löst oft sogar Panik aus und verhindert jede sachliche Diskussion. Dennoch wird er nach wie vor benutzt[256]. Wollte man der Tradition folgen, so wäre jede Gemeinschaft, die sich von der in einem Staat herrschenden und anerkannten Kirche trennt, eine Sekte.[257] Diese verrechtlichte Definition brach jedoch für Deutschland spätestens mit der Weimarer Verfassung und der darin garantierten Religionsfreiheit zusammen. Heute bestimmen soziologische und theologische Kriterien die Definitionen[258] des Sektenbegriffes.

Das im Auftrag des Kirchenamtes der VELKD herausgegebene Handbuch religiöser Gemeinschaften und Weltanschauungsgemeinschaften definiert Sekten heute theologisch als „Gemeinschaften, die mit christlichen Überlieferungen wesentliche außerbiblische Wahrheits- und Offenbarungsquellen verbinden und in der Regel ökumenische Beziehungen ablehnen“[259]. Hier werden die Adventisten auch seit der 4. Auflage dieses Handbuches nicht mehr eingeordnet. Diese Definition ist auf die STA auch tatsächlich nicht zutreffend, da für ihre Lehre allein die Bibel Grundlage ist, auch wenn ihre Schlußfolgerungen daraus teilweise äußerst zweifelhaft sind[260]. Auch von einer Ablehnung ökumenischer Beziehungen kann bei den STA nicht mehr gesprochen werden, obwohl sie auf eine Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat der Kirchen weiter verzichten.

Daneben gibt es noch andere Definitionen für den Begriff Sekte[261], die neben den in der bereits erörterten Definition schon genannten Merkmalen oft auch als theologisches Kriterium eine „Vernachlässigung oder Verfälschung der biblischen Christologie“[262] oder soziologisch die besondere Unterordnung unter eine Organisation bzw. Institution als Kennzeichen für eine Sekte nennen. Da die STA die grundlegenden christologischen Aussagen der meisten christlichen Glaubensgemeinschaften teilen und sie demokratisch[263] organisiert sind, treffen auf sie all diese Definitionen nicht zu. Auch Menschen, die als neue Apostel oder Propheten bezeichnet werden, gibt es bei den STA nicht, denn obwohl man E. G. White die Gabe der Weissagung zuschreibt, erkennt man doch ihre Fehlbarkeit an und verleiht ihr keine derartigen Titel. Einzig zwei der Charakteristika Wilhelm Haacks[264] könnten die STA treffen: ein „Geschichtsmodell von der guten alten und der schlechten neuen Zeit“[265] und einen „Glauben an die Berechenbarkeit der Pläne Gottes, insbesondere der Wiederkunft Christi“[266]. Dennoch halte ich es nicht für zulässig, die STA heute als Sekte zu bezeichnen, da ihre Verwerfung anderer Glaubensgemeinschaften heute so nicht mehr zum Allgemeingut ihrer Glaubensgemeinschaft gehört und in wesentlichen Zügen historisch bedingt ist. Die STA sehen die Kirchengeschichte auch nicht in einen ununterbrochenen Abstieg, sondern kennen in der Geschichte gerade mit den Reformatoren auch bessere Zeiten neben den schlechten. Ihre Ablehnung der Verbindung von Staatsmacht und Religion trägt eher freikirchliche Züge. Adventisten lehnen auch, bedingt durch die große Enttäuschung von 1844, jede Berechnung der Parusie ab. Daß sich die Zahl 1844 trotzdem in ihren Glaubensüberzeugungen findet, ist nach meiner Auffassung primär ihrer Geschichte und ihrem Bedürfnis nach Identität in geschichtlicher Kontinuität geschuldet, zumal Adventisten heute durchaus bereit sind einzuräumen, daß es sich dabei um einen Irrtum handeln könnte und auch wenn ihnen die Zahl plausibel erscheint, sie doch keinesfalls so sicher sind.

Die STA lassen sich aufgrund ihrer Lehre, die keinen exklusiven Zugang zum Heil für Adventisten kennt und sehr weitgehend mit der verschiedener Kirchen übereinstimmt, und auch wegen ihrer ökumenischen Beziehungen somit nicht als Sekte bezeichnen.[267]


 

5.1.1.2. Sondergemeinschaft

Der Begriff Sondergemeinschaft wird heute im wesentlichen in zwei Bedeutungen benutzt. Zum einen ist er gerade in der Religionswissenschaft so etwas wie ein Nachfolger des Begriffes Sekte geworden, welcher wegen seiner Geschichte und seines von vornherein wertenden Charakters vermieden wird[268]. In diesem Verständnis möchte ich den Begriff Sondergemeinschaft jedoch nicht erörtern, da er so weitestgehend dem oben bereits erörterten Begriff Sekte entspricht.

In einem anderen Verständnis wird der Begriff Sondergemeinschaft beispielsweise vom Handbuch religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungsgemeinschaften verstanden: „Gemeinschaften, die teilweise Beziehungen zu den Kirchen haben, aber Sonderlehren vertreten, die in einigen Fällen auch sektiererische Züge tragen; bei einigen dieser Gemeinschaften sind die Mitglieder zugleich Glieder der Landeskirche“[269]. Ein ähnliches Verständnis wird auch von anderen zum Ausdruck gebracht. Es wird also ein Konzept vertreten, das Sondergemeinschaften zwischen den Sekten und den Kirchen sieht. Sie sind demzufolge „Nicht-Mehr-Sekten und Noch-Nicht-Kirchen“. Dies macht das Dilemma dieses Begriffs deutlich: er vermittelt den Eindruck eine Art „Sammelsurium“ der christlichen Konfessionskunde zu sein, da er schlicht die Gemeinschaften umfaßt, die in keine der beiden anderen Hauptkategorien Sekte und Kirche passen. So verzeichnet denn auch das im Auftrag der VELKD herausgegebene Handbuch unter diesem Begriff einerseits Gemeinschaften, die sich von einer Sekte zu einer Kirche entwickeln bzw. entwickelt haben, wie die Weltweite Kirche Gottes, und andererseits auch Gemeinschaften, deren Mitglieder meist auch Mitglieder einer etablierten Kirche sind, wie die Lorberianer.

Der Begriff ist also ein unscharfer, der sich besonders dann anbietet, wenn man einer klaren Entscheidung Sekte oder Kirche entgehen will. Ich habe wohl deshalb auch keine klare und anerkannte Definition dieses Begriffes gefunden. Auch die Definition des Handbuches zeigt eher Verlegenheit als Klarheit. Wie ist beispielsweise das „teilweise“ in Bezug auf die Beziehungen zu den Kirchen zu verstehen? Handelt es sich darum, daß manche der Gemeinschaften Beziehungen zu den Kirchen ablehnen- dann wären diese Sekten-, und andere diese unterhalten- dann spräche zumindest dies dafür, daß es sich bei ihnen auch um Kirchen handeln könnte? „Teilweise“ kann jedoch auch zu dem Wort Beziehungen gehören und Beziehungen unterschiedlichen Umfangs meinen; dann wäre das jedoch eine unglückliche Formulierung und als Kriterium verhältnismäßig unbrauchbar. Dies wird im Zusammenhang deutlich, denn in der Definition des Handbuches für Freikirchen spricht man nur von „Kirchen und Gemeinschaften [...] zu denen ökumenische Beziehungen bestehen oder möglich sind“[270]. Bestehen also ökumenische Beziehungen oder sind diese möglich, so müßte es sich um Freikirchen handeln. Sinnvoll halte ich den Begriff Sondergemeinschaft allein für Gemeinschaften, bei denen Sonderlehren vertreten werden und die Mitgliedschaft sowohl in der Gemeinschaft als auch in einer Kirche besteht, da diese Gemeinschaften sich einerseits der Doppelmitgliedschaft wegen nicht als Kirche verstehen und auch nicht verstanden werden können und andererseits in bezug auf diese Kirche durch ihre Sonderlehren eine besondere Position haben. Für Gemeinschaften, auf die dies nicht zutrifft, halte ich es für besser, sich entweder für die Zuordnung zu den Kirchen zu entscheiden, oder den Begriff Sondergemeinschaft im Sinne von Sekte zu verstehen und sie diesen zuzuordnen.

Dennoch möchte ich kurz die Anwendbarkeit des Begriffs Sondergemeinschaft, wie er durch das Handbuch beschrieben wird, auf die STA überprüfen: Die STA unterhalten seit jüngerer Zeit, auch wenn sie nicht Mitglied des Weltkirchenrates sind, durch verschiedene Mitgliedschaften, Gastmitgliedschaften, Konsultationen und praktische Zusammenarbeit eine größere Anzahl ökumenischer Beziehungen. Auch wenn sie sich mit Rücksicht auf konservativere Mitglieder und die Gefahr des Auseinanderbrechens durch den Verlust von Identität oft nicht zu Vollmitgliedschaften durchringen können, so habe ich doch den Eindruck, daß sie an Ökumene und insbesondere an praktischer Zusammenarbeit sehr interessiert sind. Die STA vertreten Sonderlehren, die historisch bedingt sind und die sich in der Regel nachvollziehbar und akzeptabel biblisch begründen lassen. Noch vorhandenen wirklich sektiererischen Elementen, wie der Jahreszahl 1844 als Beginn des himmlischen Untersuchungsgerichtes, wird nach meiner Einsicht zumindest in Deutschland immer weniger Bedeutung beigemessen. Nach meiner Einschätzung sind die STA bemüht, auch mit den letzten noch vorhandenen sektiererischen Tendenzen in ihrer Lehre so umzugehen, daß sie nicht mehr diesen trennenden Charakter haben. Die Frage einer Doppelmitgliedschaft in einer Landeskirche stellt sich für die STA nicht. Ich halte es daher auch unter Anwendung der Charakterisierung des Handbuches religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen nicht für angebracht, die STA analog zu diesem als Sondergemeinschaft einzuschätzen, zumal dem nach meiner Auffassung einzigem klar sektiererischen Element in den Glaubensüberzeugungen der STA, dem Bezug endzeitlichen Geschehens auf das historisch bedingte Jahr 1844 auch durch Adventisten selbst immer weniger Bedeutung beigemessen wird. Zwar befinden sich die STA damit immer noch nah an einem so verstandenen Begriff von Sondergemeinschaft; ihnen diesen jedoch einzig aufgrund der Jahreszahl zuzuschreiben, hielte ich jedoch auch unter Berücksichtigung der Bemühungen, welche die Adventisten in den letzten Jahren in bezug auf die Ökumene und in Richtung einer Akzeptanz als Kirche unternommen haben[271], für unangebracht und für eine weitere Entwicklung auf die Kirchen zu eher schädlich.


 

 

 

5.1.2. Kirche

5.1.2.1. Kirche allgemein

Was ist Kirche? Kirche ist aus christlicher Sicht primär ein theologisch bestimmter Begriff: Sichtbare Kirche ist ein „corpus permixtum“[272] aus Gläubigen und Nichtgläubigen und konstituiert sich in verschiedenen Kirchen. Die Gemeinschaft der Gläubigen bildet die unsichtbare Kirche, die sich in allen sichtbaren Kirchen findet, jedoch nicht mit diesen deckungsgleich ist.

Kirche bestimmt sich nach CA 7 durch die reine Predigt des Evangeliums und durch das evangeliumsgemäße Reichen der Sakramente. Dies ist eine konfessionell geprägte Sichtweise, die den STA jedoch den Status einer Kirche zuerkennen kann.[273] Diese Bestimmung ist jedoch auf die Lutheraner beschränkt und ermöglicht an sich keine allgemeinen Aussagen. Dafür bedürfte es einer überkonfessionellen Definition. Eine solche findet sich in der Basisformel des Ökumenischen Rates von 1948: „Kirchen sind solche Gemeinschaften, die den Herrn Jesus Christus, gemäß der Heiligen Schrift, als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“[274] Dies bedeutet einerseits das Teilen wesentlicher Punkte der altkirchlichen Bekenntnisse und andererseits Teilhabe am gemeinsamen Dienst. Die STA stimmen den altkirchlichen Bekenntnissen inhaltlich voll zu[275], auch wenn sie sie nicht aktiv gebrauchen[276]. Daß die STA an der Teilhabe an einem gemeinsamen Dienst interessiert sind, zeigt ihr besonderes Interesse an praktischer Zusammenarbeit, auch wenn sie die Mitgliedschaft beispielsweise im ÖRK ablehnen.

Die STA sind also auch nach dieser überkonfessionellen Definition Kirche und könnten so von verschiedenen ökumenischen Gremien, wenn sie es wollten, aufgenommen werden. Da sie sich auch bemühen, nach diesem Verständnis Kirche zu sein, ohne dabei ihre konfessionelle Identität aufzugeben, sollte man ihnen dies nicht weiter verweigern.[277] Dabei gilt es zu bedenken, daß der Begriff Kirche durchaus nicht überall so eng gefaßt und verstanden wird wie in Deutschland und es deshalb auch angeraten erscheint, in einer weltweiten Ökumene auch eine weltweite Definition, die Basisformel des ÖRK, nach der die STA Kirche sind, zu akzeptieren.


 

5.1.2.2. Freikirche

Da, wie oben herausgearbeitet, es sich bei den STA um eine Kirche handelt, stellt sich nun die Frage was für eine Art von Kirche sie sind. Eine gängige Einteilung ist dabei zwischen vom Staat besonders privilegierten Kirchen, Landes- und Staatskirchen, und Freikirchen zu unterscheiden. Da dieses Merkmal jedoch nicht ausreicht und in Deutschland durch die Zuerkennung des Status‘ einer Körperschaft des öffentlichen Rechts für Freikirchen und den damit verbundenen Privilegien auch verschwimmt, bedarf es weiterer Merkmale. Diese beziehen auch mit ein, daß es sich bei den vom Staat besonders privilegierten Staats- oder Landeskirchen in der Regel im Gegensatz zu den Freikirchen um Territorialkirchen handelt.

Da die Adventisten weder eine vom Staat besonders privilegierte noch eine Territorialkirche sind, liegt es nahe, daß sie eine Freikirche sind. Deshalb sollen nun auch andere Kriterien überprüft werden:

Freikirchen sind ihrem Selbstverständnis nach meist reformatorische Kirchen, die aus Mitgliedern anderer Kirchen entstanden, die, nachdem sie versucht hatten, die Ursprungskirche zu verändern, von dieser ausgeschlossen worden sind oder diese verlassen haben. Ein wichtiger Ausgangspunkt dieser Reformbemühungen ist fast immer die Heilige Schrift. So sehen sich die verschiedenen Freikirchen heute in unterschiedlichem Maße auch mit den aus der Reformation hervorgegangenen Staats- und Landeskirchen verbunden und mit diesen gemeinsam dem sola scriptura Prinzip verpflichtet. Dies triff auch auf die STA zu.[278]

Freikirchen legen auch besonderen Wert auf Freiheit. Dies bedeutet seit dem Aufkommen des Begriffs Freikirche Mitte des 19. Jahrhunderts in Schottland und der Schweiz Freiheit von staatlicher Bevormundung. Die STA haben sich seit ihrer Entstehung in den USA, dem Land des Freikirchentums, in dem es außer Steuervergünstigungen keine Privilegierung einzelner Kirchen gibt, immer gegen die Verbindung von Staatsgewalt und Kirche gewandt. Dies wird beispielsweise in den Schriften E.G. Whites deutlich, in denen sie regelrecht polemisch gegen diese Verbindung agitiert.

Aus dem freikirchlichen Bedürfnis nach Unabhängigkeit vom Staat resultiert auch ihr Eintreten für Glaubens- und Religionsfreiheit, das auch historische Wurzeln hat. Da Freikirchen in der Regel Minderheitskirchen sind und waren, werden sie bis heute in verschiedenen Ländern verfolgt. Auch Freikirchen, die heute nicht mehr verfolgt werden, solidarisieren sich daher oft mit aus Glaubensgründen Verfolgten. Auch die STA setzen sich aktiv für Glaubensfreiheit ein.[279]

Frei bedeutet für die Freikirchen aber wesentlich auch Freiwilligkeit. Dies bedeutet, daß man zumindest in der Theorie aus freien Stücken, durch eine eigene freie Entscheidung, Mitglied einer Freikirche wird. Somit stehen Glaube, Glaubensbekenntnis, Taufe und Mitgliedschaft in einem engen Zusammenhang. Da aber auch Freikirchen anerkennen müssen, daß der Glaube nur in Gemeinschaft wächst und erhalten wird, sehen sie diesen Glauben zwar als etwas Persönliches, das aber nicht privat, sondern Angelegenheit der gesamten Gemeinde ist. Dies bedeutet in der Praxis zum einen, daß die Gemeindezucht in Freikirchen aktiv praktiziert wird, zum anderen aber auch, daß Kinder freikirchlicher Eltern in diese Freikirche hineinwachsen und die Entscheidung zur Mitgliedschaft dann naheliegend und damit doch nicht mehr so frei ist. Ausdruck des Freiwilligkeitsprinzips ist in vielen Freikirchen die Erwachsenen- bzw. Glaubenstaufe. Diese vertreten auch die STA. Auch die aus dem freikirchlichen Verständnis von Freiwilligkeit resultierende aktive Anwendung der Gemeindezucht findet sich bei ihnen.

Vom Ansatz der Mitgliedschaft in einer Freikirche als Ergebnis einer freien Glaubensentscheidung her ist auch die Missions- und Evangelisationsarbeit ein wichtiges Merkmal von Freikirchen. Auch die STA verstehen sich als missionierende Kirche. [280].

Freikirchen werden gelegentlich auch als „Laienkirchen“ bezeichnet.[281] Dies verweist auf das starke Laienelement in ihnen. Auch Pfarrer oder andere Geistliche werden im Sinne eines Priestertums aller Gläubigen nicht als wesensmäßig von den Gemeindegliedern unterschieden gesehen, sondern immer nur als Funktionsträger der Gemeinde. Bedenkt man, daß die STA aus einer Laienbewegung entstanden sind und auch heute Geistliche als besondere Funktionsträger der Gemeinde gesehen werden -  ein Amt wird in den Glaubensüberzeugungen nicht erwähnt - erfüllen die STA auch dieses Merkmal einer Freikirche.

Da die STA alle mir bekannten Merkmale einer Freikirche erfüllen und sich in jüngerer Zeit auch selbst so verstehen, sehe ich den Begriff Freikirche als eine den STA angemessene Bezeichnung.


 

 

 

5.2. Attribute – Wie und wo sind die STA?

5.2.1. Protestantisch

Die Gemeinschaft der STA in Deutschland fügt seit einiger Zeit ihrem Namen den Zusatz „protestantische Freikirche“ an. Dies wirft die Frage auf, ob und wenn ja in welchem Verständnis die STA protestantisch sind.

Der Ausdruck protestantisch hat seine Wurzel im lateinischen protestari, Zeugnis ablegen. Von dieser Bedeutung ausgehend ist er seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland und England in unterschiedlicher und doch nahe beieinanderliegender Weise zu einem Attribut für Kirchen geworden.

In Deutschland läßt sich die Bezeichnung mit der Protestation reformatorischer Fürsten und Städte gegen Mehrheitsentscheidungen auf dem zweiten Reichstag zu Speyer 1529 verbinden. Der Begriff „Protestanten“ wird als Selbstbezeichnung der Kirchen der Reformation jedoch erst seit etwa 1700 verwendet. Er ist in Anlehnung an 1529 Ausdruck für die kritische Abgrenzung der reformatorischen Kirchen einerseits und andererseits für ihren positiven Gestaltungswillen andererseits.[282]

In England wird protestantisch bzw. protestant bereits seit dem 16. Jahrhundert weiter gefaßt und nicht nur auf die Kirchen der Reformation, sondern für alle nichtkatholischen Glaubensgemeinschaften angewandt.

In letzterem Sinne sind die STA auf jeden Fall protestantisch. Dem engeren deutschen Verständnis nähern sie sich zumindest an. Zwar sind sie selbst keine Kirche der Reformation, sie gingen jedoch aus solchen hervor. Eine kritische Abgrenzung gegen Lehren anderer Kirchen oder die Verbindung von Staat und Kirche läßt sich bei ihnen feststellen, einen positiven Gestaltungswillen haben sie jedoch erst in jüngerer Zeit mit ihrer Annäherung an die Ökumene erkennen lassen.

Auch wenn sie nicht direkt eine Kirche der Reformation sind, können die STA als nichtkatholische Kirche, die heute die kritische Abgrenzung gegen falsche Lehren und Praktiken einerseits und andererseits den konstruktiven Gestaltungswillen der reformatorischen Kirchen teilen, als protestantisch bezeichnet werden. Die Selbstbezeichnung protestantische Freikirche kann ihnen somit zugestanden werden, bedeutet aber auch eine Verpflichtung zu konstruktiver Gestaltung gerade im ökumenischen Kontext.


 

5.2.2. Evangelisch

Auch „evangelisch“ dient zur Charakterisierung nichtkatholischer christlicher Gemeinschaften. Die Bezeichnung evangelisch, die schon seit Ende des 16.Jh. auf Reichstagen in Gebrauch war, konnte seit der Annerkennung der Reformierten als augsburgische Konfessionsverwandte im Westfälischen Frieden 1648 zur gemeinsamen Bezeichnung beider Konfessionen verwendet werden. Seine Bestätigung fand dies in der Gründung des Corpus Evangeliorum 1653. Evangelisch bezeichnet in diesem Sinne die beiden großen aus der deutschen Reformation hervorgegangenen Konfessionen und beinhaltet in späterer Zeit auch die aus diesen hervorgegangenen Unionen. In diesem Sinne sind die STA klar nicht evangelisch.

Evangelisch ist aber auch ein Normbegriff, der auf die Evangeliumsgemäßheit einer Glaubensgemeinschaft und deren Lehre abzielt. Dies berührt das Prinzip sola scriptura vieler reformatorischer Kirchen, es legt aber ein besonderes Gewicht auf das Neue Testament. Die STA sind eine Kirche, die sich um Schriftgemäßheit bemüht. Dies bedeutet gerade für die STA mit ihrem Gesetzesverständnis aber der ganzen Schrift und besonders auch dem Alten Testament gemäß zu leben. Gerade aufgrund des Gesetzesverständnisses, aber auch wegen des Bezuges der Lehre der STA auf das mit Hilfe alttestamentlicher Angaben ermittelte Jahr 1844, sehe ich die Bezeichnung evangelisch als den STA nicht angemessen an.

Dies trifft auch in etwa das Selbstverständnis der Adventisten, die sich selbst offenbar nicht als evangelisch sehen.[283] Die STA scheinen evangelisch vor allem im ersten Sinne als auf die aus der Reformation hervorgegangenen Landeskirchen bezogen zu sehen. Zurückhaltung im Gebrauch von „evangelisch“ in Bezug auf die Adventisten ist deshalb gerechtfertigt.


 

 

 

5.2.3. Evangelikal

Als evangelikal[284] bezeichnet man eine Strömung im protestantischen Raum, deren Wurzeln neben den Erweckungsbewegungen und dem deutschen Pietismus auch im englischen Methodismus liegen. Heute finden sich evangelikale Gläubige besonders in Freikirchen, aber auch innerhalb bestimmter landeskirchlicher Gruppen, wie der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Da es sich beim Evangelikalismus jedoch um eine breite Strömung handelt, ist es schwierig, ihn abzugrenzen. Dennoch gibt es einige Merkmale, die als Anhaltspunkt dafür dienen können, ob es sich um eine evangelikale Gemeinschaft handelt. Das Wort evangelikal kommt vom englischen evangelical und verweist somit in den angloamerikanischen Bereich. Gerade in den USA besitzen Evangelikale einen großen Einfluß. Die USA sind auch der Ort, an dem aus einer Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts und auch unter Einfluß von Methodisten die STA entstanden. Ein wesentliches Merkmal evangelikaler Gemeinschaften ist ihre ein recht wörtliches Verständnis voraussetzende Bibelauffassung. Die Bibel gilt als an sich unfehlbar und ihr kommt deshalb unbedingte Autorität in allen Glaubens- und Lebensfragen zu. Daß die STA ein solche Verständnis teilen, legt FB1 nahe.

Für Evangelikale ist zudem eine persönliche Beziehung zu Gott und damit zu Jesus wichtig, die ihren Anfang in einer Bekehrung an einem bestimmten Punkt der persönlichen Biographie hat. Mit seiner Bekehrung stellt sich der Gläubige unter die Autorität Gottes. Auch wenn ich bei STA nicht die Betonung einer Bekehrung an einem bestimmten Punkt der Biographie erlebt habe, so betonen sie doch mit der Praxis der Glaubenstaufe die bewußte persönliche Entscheidung für den Glauben.

Zu der Unterordnung des Lebens unter Gott gehört im Evangelikalismus auch die Heiligung des täglichen Lebens durch Gott wohlgefälliges Verhalten. Die Ideale dieser Heiligung, zu der unbedingt auch Gebet und Bibellese gehören, werden durch eigene und teilweise eigenwillige Auslegung der Bibel gewonnen. Auch wenn Evangelikale sich bewußt sind, daß sich eine solche Heiligung wohl nur annäherungsweise erreichen läßt, besteht die große Gefahr der Vergesetzlichung. Auch bei den STA findet sich mit dem adventistischen Lebensstil und dem Halten des alttestamentlichen Gesetztes als Ziel eine Heiligung des Lebens.

Wie die Adventisten so sind auch evangelikale Gemeinschaften allgemein stark missionarisch und in Bereich der Evangelisation engagiert. Auch dem Merkmal der Betonung der Gemeinde als reine und heilige Gemeinschaft der Gläubigen[285], die sich gegenseitig im Glauben stärken und auch durch Gemeindezucht korrigieren, trifft als Merkmal des Evangelikalismus auch auf die STA zu.

Auch in einem anderen Punkt ordnen sich die STA in die evangelikale Bewegung ein. In ihrer Naherwartung teilen sie die Vorstellung vieler Evangelikaler von einem bevorstehenden Ende der Welt. Daraus ergibt sich auch eine „Weltskepsis“ des Evangelikalismus, die sich auch in der adventistischen Ablehnung einer Verbindung von Staat und Kirche widerspiegelt. Auch die Zurückhaltung bis Ablehnung vieler Evangelikaler in bezug auf die organisierte Ökumene teilen die STA.

Da die STA somit die wesentlichen Ansichten des Evangelikalismus teilen, ist es gerechtfertigt, sie als eine evangelikale Gemeinschaft zu bezeichnen.


 

5.2.4. Fundamentalistisch

Ein Vorwurf, der oft gegen evangelikale Gruppen erhoben wird, ist der des Fundamentalismus.[286] Der polemische Umgang mit diesem Begriff ist allerdings nicht immer gerechtfertigt. Fundamentalismus ist im Gegensatz zu Evangelikalismus keine Theologie, sondern eine Methode, die den Umgang mit Traditionen und der Welt bestimmt. Der Begriff Fundamentalismus verweist auf ein bestimmtes Fundament, an dem bedingungslos festgehalten wird. Dieses Fundament besteht oft aus einer programmatischen Schrift, aus der in oft willkürlicher wörtlicher Auslegung Lehren gewonnen werden, die dann ebenfalls Teil des Fundaments sind. Evangelikale stehen durch ihr oft wörtliches Verständnis und durch die hohe Autorität, die sie der Bibel beimessen, in der Gefahr des Fundamentalismus. Auch die STA stehen in der Gefahr des Fundamentalismus, doch läßt sich die Gemeinde als solche als fundamentalistisch bezeichnen?

Ein Kennzeichen des protestantischen Fundamentalismus ist eine Gesetzlichkeit, die sich in einer aufwendigen Kasuistik oft der Bibel als Steinbruch bedient und Bibelsprüche aus dem Zusammenhang reißt. Zwar haben die STA ein besonderes Gesetzesverständnis, aber sie gehen nach meiner Erfahrung pragmatisch mit ihm um. Dennoch gibt es gerade auch bei den Adventisten Menschen, die die Bibel als Steinbruch gebrauchen. Dies ist jedoch nicht die Ansicht aller, sondern nur weniger.

Fundamentalistische Gruppen betonen oft die Unveränderbarkeit ihrer Lehre und ihres Moralkodexes. Dies trifft auf die STA insgesamt nicht zu, die, auch wenn dies zu Spaltungen führt, die Veränderbarkeit beispielsweise ihrer Glaubensüberzeugungen betonen. Auch ihr Moralkodex ist, wie die Diskussion um die Scheidung beweist, veränderbar.

Eines der wesentlichsten Merkmale fundamentalistischer Gruppen ist die Vereinfachung der Welt, die in ein Schwarzweißschema gepreßt wird. Alles, was sich nicht auf dem selben Fundament befindet, wird verworfen. Die meisten STA kennen Grauzonen, sie akzeptieren unterschiedliche Einsichten und nichtadventistische Christen, sie scheinen also keine Fundamentalisten zu sein.

Zusammengefaßt läßt sich die Situation der STA nach meiner Einsicht so beschreiben: Die STA sind keine fundamentalistische Glaubensgemeinschaft, auch wenn sie sicher fundamentalistische Mitglieder haben. Als fundamentalistisch können jedoch viele ihrer Splittergruppen gelten, die sich oft gerade deswegen von ihnen getrennt haben.


 

 

 

5.2.5. Am Rande des kirchlichen Spektrums

Diese von mir selbst gewählte Bezeichnung beschreibt nach meiner Meinung gut die Stellung der STA in der Ökumene und somit auch gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften. Die Adventisten sind nach ihrer Entstehung anfangs eine Sekte gewesen, da sie ihre Sonderlehren in einer Weise interpretierten, die wesentliche außerbiblische Elemente enthielt, und ökumenische Beziehungen ablehnten. Dennoch haben sie die Grundprinzipien protestantischer Kirchen nie aufgegeben. Sie bemühen sich in jüngerer Zeit verstärkt um ökumenische Kontakte. Auch wenn sie in einem noch stärkeren Maße als die römisch-katholische Kirche skeptisch und zurückhaltend gegenüber der Mitgliedschaft in ökumenischen Gremien eingestellt sind, bemühen sie sich doch vielerorts um praktische Zusammenarbeit. Die STA versuchen ökumenische Zusammenarbeit ohne dabei ihre eigene Identität aufzugeben. Sie vertreten Sonderlehren, welche die Kooperation mit ihnen erschweren, aber durch die aktuelle Interpretation dieser Lehren nicht unmöglich machen. Die STA sind Kirche, aber sie befinden sich gerade mit ihren Sonderlehren und ihrer Zurückhaltung der organisierten Ökumene gegenüber, aber auch in ihrer geschichtlichen Entwicklung immer noch am Rande des kirchlichen Spektrums.


 

6. Schlußfolgerungen

Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten sind eine evangelikale, protestantische Freikirche am Rande des kirchlichen Spektrums. Sie sollte gemäß dem Ergebnis ihrer Gespräche mit den Lutheranern[287] als Kirche akzeptiert und auch an den entsprechenden Maßstäben gemessen werden. Dies bedeutet, gegenseitige Berührungsängste zu überwinden und sich auch gegenseitig einzuladen. Dies heißt für die Adventisten, daß sie in einer besonderen Herausforderung beim Umgang mit Fundamentalisten unter ihren Mitgliedern stehen, die den eingeschlagenen ökumenischen Kurs nicht mittragen. Es fordert aber auch andere Kirchen heraus, Sonderlehren der STA nicht von vornherein zu verwerfen, sondern als Heterodoxie und Bereicherung des christlichen Spektrums zu verstehen. Es stellt sie aber ebenso vor die Aufgabe, die Adventisten zu unterstützen, die sich für die Beseitigung von anderen Kirchen nicht akzeptierbarer Elemente der Sonderlehren einsetzen, wie den Bezug des Untersuchungsgerichts auf das Jahr 1844. Diese Unterstützung kann man nach meiner Meinung am besten gewähren, in dem man die STA akzeptiert und versucht, im kleinen wie im großen die Adventisten in den ökumenischen Prozeß mit einzubeziehen und sie einzuladen. Dies kann auf Gemeindeebene geschehen aber auch auf der von Kirchenversammlungen. Im Bereich der theologischen Fakultäten kann dies beispielsweise bedeuten, in einen Austausch mit der Theologischen Hochschule der STA in Friedensau einzutreten, oder deren Absolventen Promotionen zu ermöglichen, da die Hochschule selbst kein Promotionsrecht hat. Ökumene bedeutet gemeinsame Haushalterschaft und diese funktioniert um so besser, je besser man sich kennt. Ich denke die STA sind es wert, sie besser kennen zu lernen und als Teil dieser Haushalterschaft zu akzeptieren.



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[1] Anm.: vgl. Hauth, Neben.

[2] Rössler, S. 21.

[3] Anm.: vgl. Das Handbuch religiöse Gemeinschaften, Berliner Dialog, Quellen S. 98.

[4] Anm.: vgl. Obst, Apostel, S. 351-408.

[5] Anm.: vgl. z.B. Eggenberger, S. 9.

[6] Anm.: Seit Steininger findet sich eine Zuordnung zu den Sondergemeinschaften oder gar Sekten weitestgehend nur noch dort, wo dies eine Tradition hat.

[7] Anm.: Darauf, die konkreten Lebensdaten einzelner Persönlichkeiten anzugeben, werde ich beispielsweise  verzichten.

[8] Obst, Apostel, S. 378.

[9] Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 128.

[10] Anm.: Natürlich schließt das auch deren Beziehungen insbesondere zur Generalkonferenz mit ein.

[11] Anm.: Ich verwende den Begriff Adventisten in der Regel nur für die STA oder für Gruppen aus denen diese sich 1863 bildeten. Wo dies so nicht möglich ist z.B. in der Beschreibung anderer aus der Millerbewegung, deren Mitglieder ich meist als Milleriten bezeichne, hervorgegangener Gruppen, dürfte deutlich erkennbar sein, wer gemeint ist.

[12] Ein weiteres Kriterium, dem zugegebenermaßen etwas willkürliches anhaftet, ist die Verfügbarkeit in Leipzig. Da Fernleihen in der Regel eine Bestellzeit von etwa sechs Wochen haben, somit eine sachgemäße Berücksichtigung zum Abgabetermin schwierig werden würde und zudem in der Leipziger Universitätsbibliothek, dem Internet und meinem eigenen Bücherschrank bereits eine größere Anzahl an Veröffentlichungen verfügbar sind, werde ich mich auf diese beschränken.

[13] Anm.: vgl. Rössler, S.164f.

[14] Anm.: engl. Great Awakening oder Great Revival.

[15] Anm.: engl. Second Great Awakening bzw. Revival.

[16] Anm. Die Angaben in diesem Abschnitt stammen, soweit nicht anders angegeben, aus Handbuch, S. 226-228.

[17] Anm.: die folgenden Angaben nach White, Konflikt (o.J.), S. 776-778.

[18] Anm.: vgl. Handbuch, S.227, andere Quellen sprechen sogar von bis zu 2000 Geistlichen: vgl. Kurze Geschichte, Quellen S. 84.

[19] Anm.: vgl. Heyer, Äthiopien, S. 768.

[20] Anm.: vgl. Mt 25.

[21] Anm.: Unter dieser Bezeichnung spielt dieses Datum in der Tradition der Adventisten auch heute noch eine Rolle.

[22] Anm.: Die folgenden Angaben beziehen sich auf Obst, Apostel, S. 360.

[23] Obst, Apostel S. 360; Anm.: Aus der Tradition der Gemeinschaften, die aus dieser Konferenz hervorgingen, entstanden später auch die Zeugen Jehovas.

[24] Anm.: Ähnlich spekulierte beispielsweise auch Jan Amos Comenius vgl. Comenius.

[25] Anm.: zur Problematik der Heiligtumslehre vgl. auch Abschnitt 4.2.4.

[26] Anm.: vgl. Eggenberger, S. 61.

[27] Anm.: zur Sabbatlehre vgl. auch 4.2.3.

[28] Anm.: Titel nach Hauth, Neben, S. 175 vgl. auch Handbuch, S. 229, Der engl. Originaltitel ist mir unbekannt.

[29] Anm.: vgl. 4.2.2.

[30] Anm.: vgl. Glaubensüberzeugungen der STA (FB) 17. Weissagung,

Ich werde die Glaubensüberzeugungen, die sich in Quellen S. 77-82 finden, entsprechend dem Bericht über die Konsultationen zwischen Lutheranern und Adventisten nach dem englischen Titel „Fundamental Beliefs“ als FB zitieren und entsprechend auf sie verweisen, so daß hier die Quelle FB 17 wäre. Die englische Fassung findet sich: Quellen S. 90-94.

[31] Anm.: Adventisten sehen sie heute vergleichbar beispielsweise mit Luther, Calvin oder Wesley, betonen dabei jedoch besonders, daß sie nicht die Gründerin der STA ist.

[32] FB 17.

[33] Anm.: zu den Biografischen Daten vgl. Obst, Apostel, S. 363-381.

[34] Anm. Eine offizielle Funktion hatte sie, wie STA immer wieder betonen, nie inne.

[35] Anm.: In den meisten Ländern führen die STA schon seit vielen Jahren die Bezeichnung Kirche.

[36] Obst, Apostel, S. 373.

[37] Hutten, Seher, S. 57, vgl. auch Obst, Apostel, S. 378.

[38] Hutten, Seher, S. 65.

[39] Anm.: vgl. Obst, Apostel, S. 398-402.

[40] Anm.: vgl. Obst, Apostel, S 402.

[41] Anm.: Steininger, S. 191f.

[42] Anm.: vgl. FB 17.

[43] Anm.: Im Englischen heißt es nach wie vor prophecy.

[44] Anm.: vgl. Hutten, Seher, S. 57.

[45] Hauth, Neben, S. 174.

[46] Anm.: vgl. Hauth, Neben, S. 179.

[47] Auf einen Blick, S. 18.

[48] Auf einen Blick, S. 20 im Widerspruch dazu Obst, Apostel, S. 398-402.

[49] Anm.: vgl. Glaubensgrundsätze Reformationsbewegung, 16. Die Gabe der Prophezeiung, Quellen S. 96, Dort wird ihren Schriften auch ohne ihre direkte Erwähnung eine wesentlich höhere Stellung eingeräumt.

[50] Anm.: vgl. Klöckner, Religionen, II - 2.2.2.10, S. 44 (1997) und Hutten, Seher, S. 55-58.

[51] Anm.: Ich habe ein Exemplar benutzt, daß ich von der Gemeinschaft der STA Reformationsbewegung erhalten habe. Pastor Gelke versicherte mir jedoch, daß ich mich trotzdem auf diese Ausgaben verlassen könne. vgl. White, Konflikt (o.J.)

[52] Anm.: vgl. Schmidt, S. 458.

[53] Anm.: vgl. Joest, Bd. 1, S. 299.

[54] Anm.: Das unterschiedlich häufige Auftreten von Charismen in verschiedenen Kirchen läßt sich möglicherweise ja auch mit der unterschiedlichen Wahrnehmung und Wertschätzung dieser erklären.

[55] Anm.: vgl. Rössler, S. 21.

[56] Anm.: vgl. Hutten, Seher, S. 49

[57] Anm.: übersetzt „Die gegenwärtige Wahrheit“, Die Zeitschrift erschien einer adventistischen Darstellung zufolge bereits 1848. vgl. dazu Kurze Geschichte, Quellen S. 84, anders jedoch Auf einen Blick, S. 22.

[58] Anm.: vgl. Hauth, Neben, S. 176f.

[59] Anm.: vgl. Kurze Geschichte, Quellen S. 84.

[59] Anm.: vgl. Schmidt, S. 458.

[60] Anm.: Diese Skepsis gegenüber fest organisierten Kirchen spiegelt sich auch in der deutschen Bezeichnung „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten“ wieder, die, wie mir Pastor Gelke erzählte, im Land der Reformation in bewußter Abgrenzung gegen die großen organisatorisch verfestigten, reformatorischen (Landes-) Kirchen gewählt worden war.

[61] Anm.: vgl. Obst, Apostel, S. 369.

[62] Anm.: engl. „Seventh-day Adventist Church“ vgl. u.a. Kurze Geschichte, Quellen S. 84, oder Hutten, Seher, S. 49.

[63] Anm.: engl. conference.

[64] Anm.: vgl. Hutten, Seher, S. 49.

[65] Anm.: vgl. Mt 24,14 und 28,19.

[66] Anm.: vgl. Kurze Geschichte, Quellen S. 84; Schmidt, S. 458; Hutten, Seher, S. 53; Obst, Apostel, S. 374 anders Hauth, Neben, S. 177.

[67] Anm.: vgl. Obst, Apostel, S. 374.

[68] Anm.: deutsch: Stimme der Prophezeiung.

[69] Anm.: Obst, Apostel S. 376 und Religionen, STA S. 3 sehen 1876 als Beginn der STA in Deutschland, Handbuch, S. 230f. sieht die Gründung der STA-Gemeinde in Solingen als Beginn der STA in Deutschland während Eggenberger, S. 137 und Kurze Geschichte, Quellen S. 84 die Gründung der Adventgemeinde in Vohwinkel auf 1875 datieren und damit den Beginn der STA in Deutschland ansetzen.

[70] Obst, Apostel, S. 376 vgl. auch Handbuch, S. 231.

[71] Anm.: vgl. Kurze Geschichte, Quellen S. 84.

[72] Anm.: zu ihm siehe auch Exkurs 1.

[73] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 3.

[74] Anm.: zur Organisationsstruktur siehe 3.7.

[75] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 3

[76] Anm.: Diese Zahl folgt Kleine Geschichte, Quellen S. 84, ähnlich Religionen, STA S. 4, anders Handbuch, S. 231, wo von 3000 Mitgliedern gesprochen wird, dabei sind wahrscheinlich die ungetauften Kinder mitgerechnet.

[77] Anm.: zu den STA in der Zeit des ersten Weltkrieges vgl. Steininger, S. 117-122.

[78] Anm.: vgl. Handbuch, S. 231 und 3.5.

[79] Anm.: vgl. Steininger, S. 123f.

[80] Anm.: vgl. Obst, Adventbewegung, S. 990.

[81] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 4.

[82] Anm.: zur Zeit des Nationalsozialismus vgl. Steininger, S. 125-130.

[83] Anm.: vgl. Tröger, Kirchenlexikon, S.85, was auch durch Obst, Adventbewegung, S. 990 gestützt wird, anders Religionen, STA S. 4, das von Steininger, S. 125f. erwähnte 12tägigeVerbot rechtfertigt kaum die Aussage, sie seien in der NS-Zeit verboten gewesen.

[84] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 4, anders Handbuch, S. 231, das schreibt, die Zahl sei „nie über 40 000 hinausgegangen“, sich jedoch auch schon bei der Mitgliederzahl für 1900 nicht als sonderlich zuverlässig erwiesen hat.

[85] Anm.: vgl. Tibusek, S. 452.

[86] Anm.: Es gibt gerade hier Unterschiede zwischen Ost- und West, die oft auch von den anderen Kirchen dort abhängen und zwischen verschieden Frömmigkeitsstrukturen bzw. Altersgruppen.

[87] Anm.: vgl. dazu Leitbild, Quellen S. 87-89; Geschichte der Hochschule, Quellen, S. 89f.; Adventecho 11/1999, Quellen S. 43-52; APD - Blick zurück, Quellen S. 19f.

[88] Geschichte der Hochschule, Quellen, S. 89.

[89] Anm.: vgl. Organisationsstruktur, Quellen S. 85f. und Organigramm, Quellen 86f.

[90] Anm.: vgl. Organisationsstruktur, Quellen S. 85f.

[91] Anm.: Gerade auf den letzten Vollversammlungen konnten sich so beispielsweise die eher progressiven Europäer und Nordamerikaner nicht vollständig mit ihren Vorschlägen zur Frauenordination und zur Scheidung durchsetzen.

[92] Anm.: Dennoch heiraten Adventisten meist Adventisten, schon deshalb, weil sie meist mit solchen zusammen sind und es dadurch leichter ist, so „sein Glück zu finden“.

[93] Anm.: vgl. u.a. Gramkow, Wilma, Ich dachte, mir könnte das nie passieren - Scheidungserinnerungen..., Adventecho 06/1998, Quellen S. 41-43.

[94] Anm.: vgl. Diez, Eli, Gemeindezucht und Ausschluß - Warum? Wozu?, Adventecho 12/1997, Quellen S. 65.

[95] ebd.

[96] Anm.: vgl. 3.9.

[97] FB 14.

[98] Anm.: vgl. FB 15.

[99] Anm.: vgl. FB 11.

[100] FB 15.

[101] Anm.: Dieser Abschnitt soll vor allem einen Überblick über die Entwicklung und Situation der STA im Bezug zur organisierten bzw. zur praktischen Ökumene geben. Fragen der Lehre, die darüber hinausgehen, wie beispielsweise nach einem möglichen Ausschließlichkeitsanspruch werden unter 4.2.2. behandelt.

[102] Anm.: vgl. 3.2.

[103] Auf einen Blick, S. 58.

[104] Auf einen Blick, S. 57.

[105] Auf einen Blick, S. 58f.

[106] Auf einen Blick, S. 59.

[107] Auf einen Blick, S. 59.

[108] Anm.: vgl. Schmidt, S. 461.

[109] Anm.: vgl. 3.1. und 3.2.

[110] Anm.: vgl. 3.4.

[111] Anm.: 1980 ca. 3,2 Millionen und 2000 ca. 9,5 Millionen Mitglieder.

[112] Auf einen Blick, S. 60.

[113] Auf einen Blick, S. 57.

[114] Hutten, Seher, S. 64.

[115] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 128-140.

[116] Anm.: vgl. Syrisch-orthodoxer Bischof für Kooperation mit Adventisten, APD 29.07.1998, Quellen S. 14f.

[117] Anm.: vgl. Unterredung mit Oberhaupt der Maroniten, APD 18.08.1999, Quellen S. 12.

[118] Anm.: vgl. Weltweite evangelische Allianz und Adventisten im Dialog, APD 27.11.2000, Quellen S. 5f.

[119] Anm.: vgl. Reformierte und Adventisten im Dialog, APD 26.04.2001, Quellen S. 2f. und Adventisten und Reformierte im Gespräch, APD 26.03.2001, Quellen S.3.

[120] Anm.: vgl. Siebenten-Tags-Adventisten und römischer Katholizismus, APD 25.06.1997, Quellen S. 18f. und "Adventisten keine Sekte" - Gemeinsame Erklärung von Adventisten und Katholiken in Polen unterzeichnet, APD 20.02.2000, Quellen S. 9f.

[121] Anm.: vgl. Tibusek, S. 451.

[122] Anm.: Ein genaues Jahr habe ich leider nicht gefunden, es dürfte aber etwa 1973 sein.

[123] Anm.: vgl. auch Handbuch, S. 242.

[124] Anm.: vgl. Handbuch, S. 241f.

[125] Anm.: Ich habe mich hierüber intensiv mit Pastor Gelke unterhalten.

[126] Anm.: vgl. Leipziger Adventisten beteiligen sich am Kirchentag, APD 25.06.1997, Quellen S. 17; Adventisten distanzieren sich von Flugblattverteilern beim Kirchentag, APD 25.06.1997, Quellen S. 17f. sowie 3.9.; Materialdienst, 1993 S. 142; Diez, Eli, Nur keinen Streit vermeiden, Adventecho 04/1997, Quellen S. 65.

[127] Anm.: vgl. 3.5.

[128] Klöckner, Religionen, II - 2.2.2.10 S. 47 (1997).

[129] Anm.: vgl. Adventisten distanzieren sich von Flugblattverteilern beim Kirchentag, APD 25.06.1997, Quellen S. 17f.

[130] Anm.: vgl. Adventisten distanzieren sich von Flugblattaktion, APD 23.09.1997, Quellen S.16f.

[131] Anm.: vgl. Hutten, Seher S. 66-71; Eggenberger S. 137f.; Klingeberg, Friedhelm, Die Stimme der Übrigen? Adventecho 02/1998, Quellen S. 53; Hartlapp, Johannes, Warum sie uns verlassen haben, Adventecho 02/1998, Quellen S. 57-60 und Mulitze, Gerhard, Ich fand den Weg zurück, Adventecho 02/1998, Quellen S. 53f.

[132] Anm.: Homepage: www.sta-ref.de .

[133] Anm.: vgl. Materialdienst, 1997 S. 256.

[134] Anm.: Diesen hatten sie früher in Hofheim/Taunus.

[135] Anm.: Ich verwende hier diese Selbstbezeichnung ohne Wertung zur deutlicheren Abgrenzung gegen die Splittergruppen.

[136] Anm.: vgl. Adventisten distanzieren sich von Flugblattaktion, APD 23.09.1997, Quellen S.16f.

[137] Anm.: Homepage: www.imdstar.de über sie läuft zur Zeit das Promotionsverfahren von Herrmann Ruttmann am Fachbereich Religionswissenschaft der Philipps-Universität-Marburg.

[138] Anm.: Homepage: www.mefag.com .

[139] Anm.: vgl. Materialdienst, 1993 S.137-158 und S.240.

[140] Anm.: vgl. Osborne, John, Ich bitte euch um Vergebung..., Adventecho 12/2000, Quellen S. 27f.

[141] Anm.: Homepage: www.wco.org/de .

[142] Engel, S. 84.

[143] Anm.: vgl. Johnsson, William G., Gegenwärtige Wahrheit, Adventecho 12/1998, Quellen S. 36-38.

[144] Anm.: Quellen S. 77-82.

[145] Anm.: Quellen S. 128-140.

[146] Anm.: vgl. FB 1.

[147] FB 1.

[148] Anm.: Selbst wenn Miller später Prediger wurde, so hatte doch auch er die wesentlichen Kenntnisse seines Bibelstudiums davor als Laie ohne größerer theologische Kenntnisse gewonnen. Auch die anderen Väter der STA hatten keine theologische Ausbildung.

[149] FB 2.

[150] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 137, Es wurde mir auch durch Pastor Gelke bestätigt, der allerdings einräumte, daß sich gelegentlich auch der sogenannte „Rösselsprung“, das steinbruchartige Herausreißen einzelner Bibelstellen aus dem Zusammenhang findet. Nach meiner Meinung bleiben STA jedoch trotz dieses Maßstabes immer auch ihren eigenen besonders durch E. G. White geprägten Traditionen verhaftet.

[151] Anm.: vgl. FB 3.

[152] Anm.: vgl. FB 6.

[153] FB 4.

[154] Anm.: vgl. FB 5.

[155] Anm.: vgl. auch CA XV; Vorspruch des 2.Teils der CA (Bekenntnisschriften, S. 84.); CAXXII f.

[156] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 138.

[157] FB 6.

[158] Anm.: vgl. Auf einen Blick, S. 98-103.

[159] FB 7.

[160] Anm.: vgl. Nelson, Dwight K., Die Rückkehr der Übrigen, Adventecho 12/00, Quellen S. 22-24 und. Folkenberg, Robert S., Ein faszinierendes Erbe, Adventecho 12/1998, Quellen S. 36f.

[161] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 137.

[162] Anm.: mit Ausnahme von Christus.

[163] Anm.: Ausnahme siehe: Auf einen Blick, S. 97.

[164] Anm.: vgl. FB 20.

[165] Anm.: vgl. 4.1.5.

[166] Anm.: vgl. FB 21.

[167] Anm.: Diese Einstellung teilen die STA beispielsweise mit der in den norwegischen oder auch verschiedenen amerikanischen Kirchen ausgeprägten Enthaltsamkeitsbewegung. Alkholhaltige Arzneimittel sind deshalb im Gegensatz zu Moslems als wohldosierte Medizin unproblematisch und selbst Weinbrandbohnen dürften dem Wortlaut von FB 21 nach erlaubt sein.

[168] Anm.: Eier und Milchprodukte sind zugelassen.

[169] Anm.: zum adventistischen Gesetzesverständnis siehe 4.1.4.

[170] Anm.: Damit akzeptieren sie auch Apg 10,10-20.

[171] Anm.: Auch die Brüder Kellog, Gründer der weltweit bekannten „Müslifirma“ Kellog‘s waren Adventisten.

[172] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 6.

[173] Anm.: vgl. auch Steiniger, S. 191f.

[174] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 4.

[175] FB 18.

[176] Anm.: vgl. auch Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 130 und FB 18.

[177] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 131f.

[178] Anm.: vgl. FB 4 und FB 25.

[179] Anm.: vgl. FB 8.

[180] FB 18

[181] Anm.: vgl. Gemeinsame Erklärung 37f., Quellen S. 145f.

[182] vgl. CA VI.

[183] Anm.: vgl. 4.1.4.

[184] Anm.: vgl. FC VI, CA XX und Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 131-133.

[185] Anm.: vgl. 4.2.2.

[186] FB 11.

[187] Anm.: Diese Auffassung teilen die STA mit vielen Freikirchen, was sich beispielsweise auch im Phänomen der amerikanischen Megakirchen widerspiegelt. Das Wort Kirche selbst wird in den „Glaubensüberzeugungen“ der STA nicht einmal erwähnt.

[188] FB 11.

[189] FB 13.

[190] Auf einen Blick, S. 58.

[191] Anm.: vgl. FB 24.

[192] Anm.: vgl. Adventisten: „Das Jahr 2000 hat keine religiöse Bedeutung“, APD 21.10.1999, Quellen S. 11.

[193] Anm.: vgl. dazu 4.2.4.

[194] Anm.: Ich schränke hier etwas ein, da ich mir nicht anmaßen möchte, einen Überblick über alle Kirchen zu haben.

[195] Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 138.

[196] Anm.: vgl. Schmalkaldische Artikel, II. Teil, Art. 2 - Bekenntnisschriften, S. 416-426.

[197] Anm.: vgl. FB 25.

[198] Anm.: Ein irdisches Tausendjähriges Reich ebenso wie eine Hölle mit ewigen Qualen lehnen die Adventisten ab. vgl. Auf einen Blick, S. 86-88 und 113-115.

[199] Anm.: vgl. FB 26.

[200] Anm.: vgl. FB 27.

[201] Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 139.

[202] Anm.: Dieser Begriff wird auch von Adventisten selbst benutzt.

[203] Anm.: Diese sind nach meinem Verständnis oft zu ausgewogenen, beziehen nur unzureichend Position und bleiben deshalb unklar und vielen unverständlich.

[204] Die folgende Darstellung ist eine Zuspitzung bestehender Verhältnisse.

[205] Anm.: So man in aller Veränderung überhaupt noch die Möglichkeit, etwas zu bekennen, sieht.

[206] Anm.: Sobald die Glaubensgemeinschaften jedoch kein ausreichendes Selbstverständnis mehr haben, wirkt sich dies nach meiner Meinung allerdings wieder negativ auf die Ökumene aus, da die Gemeinschaften dann an innerer Stabilität verlieren und auch Positionierungen zu ökumenischen Themen schwieriger werden.

[207] Anm.: Erinnert sei nur an die politische Bedeutung der „religiösen Rechten“ oder den Clinton-Lewinsky-Skandal.

[208] vgl. Lüthi, Quellen S. 122.

[209] Anm.: Neben historischen Kriterien sehe ich die Rechtfertigungslehre als wichtigstes Lehrkriterium zur Bestimmung des Protestantischen.

[210] Anm.: vgl. Gemeinsame Erklärung, Quellen 140-151.

[211] Anm.: vgl. 3.3.

[212] Anm.: FB 12 vgl. auch CA VIII.

[213] Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 136.

[214] Anm.: vgl. Vogel, Winfried; Von Gott in diese Welt gestellt - Warum ich Glaube, dass die Adventgemeinde kein „Zufallsprodukt“ ist., Adventecho 12/00; Quellen Seite 24f.

[215] ebd. Quellen S. 25.

[216] ebd.

[217] ebd.; Anm.: Eine solche Ansicht wird von vielen Gläubigen in bezug auf die jeweils eigene Glaubensgemeinschaft geteilt.

[218] ebd.

[219] ebd.

[220] Anm.: vgl. Materialdienst, 1993 S. 137-145 und S.240.

[221] Anm.: vgl. White, Konflikt (o.J.), S. 395-434.

[222] ebd. S. 432f.

[223] Anm.: vgl. ebd. S. 431.

[224] Anm.: vgl. u.a. ebd. S. 425.

[225] Anm.: vgl. ebd. S. 426.

[226] Anm.: vgl. ebd. S. 430.

[227] Anm.: vgl. z.B. APD-Dokumentation: Wie Siebenten-Tags-Adventisten den römischen Katholizismus sehen, Quellen S. 19f. und Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 128-140 sowie Adventecho 12/1998, Quellen S. 35-42 (Auszüge).

[228] Anm.: Die dritte Engelsbotschaft wird auch nach mir bekannten Interpretationen im Rahmen des Endzeitgeschehens immer noch erwartet.

[229] Anm.: vgl. dagegen polemisierend Mayer, S. 33 anders Auf einen Blick, S. 103f., wo eine Entwicklung zu erkennen ist, die sich in Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 12-140 fortsetzt.

[230] Anm.: vgl. White, Konflikt (o.J.), S. 56f. oder Mayer, S. 49-55.

[231] Anm.: vgl. Hauth, Neben, S. 190.

[232] Anm.: Hertzsch, S. 141.

[233] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S.132f.

[234] Anm.: vgl. ebd. und Adventisten reagieren auf Papst-Schreiben zum Sonntag, APD 29.07. 1998, Quellen S. 14.

[235] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S.133f. und S. 24.

[236] Adventisten und Lutheraner, Quellen S.133.

[237] Anm.: vgl. Handbuch S. 196.

[238] ebd.

[239] Anm.: vgl. Religionen, STA S. 4.

[240] Anm.: So wären beispielsweise gemeinsame Jugendcamps denkbar, zumal 2001 in Sachsen bereits ein adventistisches und ein landeskirchliches Camp mit nur einer Woche Abstand an gleicher Stelle und mit Kooperation im Bereich der Infrastruktur stattfanden.

[241] Anm.: vgl. Rössler, S. 21.

[242] Anm.: vgl. Hauth, Neben, S. 193.

[243] Anm.: vgl. Kaiser, Sabbat IV und Heyer, Äthiopien.

[244] Anm.: vgl. auch Diedrich, S. 66- 91.

[245] Kaiser, S. 530.

[246] Anm.: vgl. Mayer, S.21-24.

[247] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner im Gespräch, Quellen S.140f.

[248] Anm.: zur historischen Einordnung vgl. 3.3.

[249] Anm.: vgl. Heb 9,11-14.

[250] FB 23

[251] Anm.: vgl. u.a. Mt 13; 24; 25; Röm 2; 14,10; 2Kor 5,10; 1Kor 3,13; 6,2; Off 22,12.; 1Thess 4,13 ff.

[252] Anm.: vgl. Steininger, S.191-1995.

[253] Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 138.

[254] Anm.: vgl. Adventisten, Berliner Dialog, Quellen S. 97f.

[255] Anm.: vgl. Lamprecht, Adventisten, Quellen S. 108f.

[256] Anm.: vgl. auch Schmid, "Sekte", Quellen S. 116-118.

[257] Anm.: vgl. Gassmann, S. 13.

[258] Anm.: vgl. Gassmann, S.9- 18 oder Schmid, Was ist, Quellen S. 116-118.

[259] Handbuch, S. 12.

[260] Anm.: vgl. 4.2.4.

[261] Anm.: vgl. Gassmann, S. 13-18.

[262] Gassmann, S. 16.

[263] Anm.: Dies ist kein Kriterium dafür, ob eine Gemeinschaft Kirche ist. Da verschiedenste Gemeinschaften „neben den Kirchen“ meist autoritär organisiert sind, kann es ein Kriterium oder zumindest Indiz dafür sein, daß eine Gemeinschaft sich nicht „neben den Kirchen“ befindet und somit insbesondere den Sekten nicht zu geordnet werden kann.

[264] Anm.: vgl. Gassmann, S. 16f.

[265] Gassmann, S. 16.

[266] ebd.

[267] Anm.: Wollte man die Charakteristika einer Sekte so streng auslegen, daß sie auf die STA zuträfen, müßte man beispielsweise auch die römisch-katholische Kirche mit dem unbiblischen Primat des Papstes und verschiedenen Dogmen als Sekte bezeichnen.

[268] Anm.: vgl. Schmid, Was ist, Quellen S.109-111.

[269] Handbuch, S. 12.

[270] ebd.

[271] Anm.: vgl. Lamprecht, Adventisten, Quellen S. 108f.

[272] Anm.: vgl. CA VIII.

[273] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S.135-138 und 141f.

[274] Gassmann, S. 12.

[275] Anm.: vgl. Handbuch, S. 198.

[276] Anm.: vgl. ebd. S. 194.

[277] Anm.: vgl. Handbuch, S. 199.

[278] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 128-142; Heinz, Hans, Martin Luther Größe und Grenze, Adventecho 10/1996, Quellen S. 71-73; Rempel, Gerhard, Martin Luther und die Siebenten-Tags-Adventisten, Adventecho 10/1996, Quellen S. 73f.

[279] Anm.: vgl. Ungarns religiöse Minderheiten durch Steuern benachteiligt, APD 26.03.2001, Quellen S.4.; Behörden schließen letzte Baptistengemeinde in Turkmenistan, APD 26.03.2001, Quellen S. 4; 15 Januar: „Tag der Religionsfreiheit“ für Adventisten, APD 20.12.1999; Quellen S. 10; Hexenjagd gegen Sekten beenden, APD 31.08.1999, Quellen S. 13f.

[280] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 128 und 135f.

[281] Frieling, S. 212.

[282] Anm.: vgl. Fischer, S. 542.

[283] Anm.: vgl. u.a. Mehr Katholiken als Evangelische in Deutschland, APD 26.10.2000, Quellen S. 6.

[284] Anm.: vgl. Schmid, Evangelikalismus, Quellen S.112-114.

[285] Anm.: vgl. FB 11.

[286] Anm.: vgl. Schmidt, Protestantischer Fundamentalismus, Quellen S. 114f.

[287] Anm.: vgl. Adventisten und Lutheraner, Quellen S. 139f.

[288] Anm.: Von mir verwandte Kurztitel habe ich jeweils unterstrichen.

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