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5. Beobachtungen am Stil der Formula Instituti

5.1. Besonderheiten der Wortwahl

Betrachtet man den Text der Formula besonders in der lateinischen Urfassung, so fällt einem beim Übersetzen eine gewisse Anhänglichkeit zu militärischen Begriffen auf: So ist  bei den geistliche Übungen im I. Abschnitt der mit Übung übersetzte Begriff exercitium eindeutig militäriischer Herkunft. Er beschreibt sonst im allgemeinen militäriche Übungen, eben das Exerzieren.  Auch die ebenfalls im I. Abschnitt zu findende Formulierung „sub crucis vexillo Deo militare“ - unter dem Banner des  Kreuzes für Gott streiten - kann ihre Herkunft aus dem Sprachgebrauch eines Militärs kaum verleugnen. Ebenso militärisch ist die  Formulierung „fideli obedienta Deo militare“ - in treuem soldatischen Gehorsam Gott dienen - im II. Abschnitt. Woher kommen diese Militarismen ? Ich denke sie kommen von dem einstigen Militär Ignatius von Loyola, dessen Handschrift an diesen Stellen der Formula besonders deutlich wird.

 

5.2. Besonderheiten im II. Abschnitt

Der Mittelteil des II.Abschnittes fällt stilistisch etwas aus dem Rahmen. Formulierungen wie „...diu noctuque succincti lumbos et ad tam grandis debiti solutionem prompti esse debebunt.“ - sollen sie bei Tag und Nacht die Lenden bereit auch zu so großer Schuld Lösung bereit sein - sind sonst wohl eher in einer Predigt, denn in einer Ordensregel zu finden. Man könnte darin ein Verbindung zu Inigos Straßenpredigten 1537 in Vicenza sehen.

 

5.3. An die Exerzitien erinnnernde Elemente

An die Exerzitien erinnern mich einige Passagen der Formula Instituti, sie machen für mich den übergroßen Einfluß, den der geistige  Lehrer und Meister der Iniguisten, Ingnatius selbst , obwohl er nominell keine Vorrangstellung besaß, auf die Formula Instituti hatte, deutlich. Ich finde Anklänge an die Exerzitien in der Formulierung  „proponat sibi in animo“  - mache sich im Geiste bewußt - im I. Abschnitt und im Bild des Turmes im II., die sich in den Exerzitien speziell an die Imaginationsübungen erinnern. Ebenfalls erinnert mich der Schluß des II. Abschnittes mit der Aufforderung, sich etwas vor Augen zu stellen an die Exerzitien. Diese  Anklänge sind für mich weitere Indizien, die mir Inigos Handschrift in der Formula Instituti verdeutlichen.

 

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