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3.6. Zusammenfassung

Mariaschein ist ein Marienwallfahrtsort in Nordböhmen, dessen Wurzeln bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückreichen und dessen Wallfahrtstradition sich auf ein wundertätiges kleines Relief der Gottesmutter in Form einer Pieta gründet. Durch die Kriege des 15. bis 17. Jahrhunderts hindurch entwickelte es sich zu einem Wallfahrtsort mit überregionaler Bedeutung. Mit der Errichtung einer Barockkirche von 1701 bis 1708 erhielt die Wallfahrtsanlage zu der auch ein Kreuzgang mit sieben, den sieben Schmerzen Mariä  gewidmeten Kapellen und eine Jesuitenresidenz mit einem Gymnasium gehören im wesentlichen seine heutige Gestalt. Die Jesuiten wirkten hier seit 1592 mit Unterbrechungen bis zum noch heute in Mariaschein lebenden vorerst letzten dort wirkenden Mitglied der Gesellschaft Jesu, Pater Josef Cukr. Unter den Jesuiten erlebte Mariaschein im 18. Jahrhundert auch seine größte Blüte, die mit der Aufhebung des Ordens und der josephinischen Aufklärung endete. Um das 500. Jubiläum seines Bestehens 1925 herum, zwischen den beiden Weltkriegen, erlebte Mariaschein noch einmal eine kurze Blüte. Nach der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung der Tschechoslowakei verschwand der Trägerkreis der Wallfahrtstradition und eine neue tschechische scheint sich erst jetzt nach der „Samtenen Revolution“ von 1989 zaghaft zu entwickeln. Die Wallfahrten aus der Lausitz sind jedoch seit 1515 trotz Reformation und Machtwechseln nie wirklich abgerissen und so läßt sich sagen: Mariaschein ist immer ein Wallfahrtsort gewesen und wird wohl auch immer einer bleiben.

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