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2.1. Geschichtsbücher

2.1.1. Mariascheiner Geschichtsbücher

Das erste Geschichtsbuch zu Mariaschein, das sich als solches bezeichnen läßt und in der mir zugänglichen Literatur erkennbar ist, wurde nie gedruckt sondern verblieb als Manuskript in der Bibliothek des Kollegiums zu Mariaschein. Johannes Miller überarbeitete seine 1693 geschriebene „Historia Beatissimae Virginis Matris Dolorasae ad Graupenam“ allerdings und brachte sie 1710 als „Historia Mariascheinensis“ zum Druck.. Das Buch fand so großen Anklang, daß es 1769 noch einmal aufgelegt wurde. Ein Exemplar dieser Auflage findet sich auch in der Leipziger Universitätsbibliothek. Es ist eine für seine Zeit sehr kritische Zusammenstellung und Betrachtung verschiedener Begebenheiten meist legendarischen Charakters. Miller verwertet auch die Forschungen Pater Bohuslav Balbins[8], der bereits etwa zwanzig bis dreißig Jahre vor ihm begann eine Vielzahl von Untersuchungen zur böhmischen Kirchengeschichte anzustellen und dies zu veröffentlichen.  Miller benutzt die Sprache seiner Zeit, die sich von der unseren allerdings nicht unwesentlich unterscheidet, so daß sein Werk heute nur mit einigen Mühen zu lesen ist, dennoch kann ich mich dem Urteil Alois Kröss‘ anschließen „er wußte Sage von Geschichte wohl zu sondern und berichtete nichts als sicher, was sich nicht historisch beweisen liess“[9]

Das für meine Arbeit bedeutendere, weil jüngere Geschichtsbuch ist „Die Residenz der Gesellschaft Jesu und der Wallfahrtsort Mariaschein in Böhmen“ des Jesuitenpaters Alois Kröss. aus dem Jahre 1894. Er gibt eine sehr detaillierte Beschreibung der Mariaschein betreffenden Ereignisse und wird im geschichtlichen Teil die Hauptgrundlage meiner Arbeit sein. Kröss geht innerhalb verschiedener Epochen thematisch vor, was  allerdings bei seiner Informationsmenge gelegentlich eine gewisse Unübersichtlichkeit zur Folge hat. Ich möchte dieses Geschichtsbuch nicht einfach abschreiben, sondern mich auf die in ihm wiedergegeben Ereignisse etwa in dem Umfang beziehen, wie dies die meisten Wallfahrtsbüchlein tun. Das Exemplar des Buches das mir vorliegt, stammte ursprünglich aus der Bibliothek der Jesuiten in Mariaschein, wie ein Stempel erkennen läßt. Es scheint das Korrekturexemplar des Autors gewesen zu sein, da des öfteren von Hand Korrekturen an offensichtlich falsch gesetzten Jahreszahlen und Schreibfehlern vorgenommen worden sind. Auf welchem Weg das Buch schließlich nach Regensburg gelangte wäre zwar interessant zu erfahren, ist mir aber leider unbekannt.

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